18.09.17

Rudolf Schock sings Donizetti's 'Una furtiva lagrima' 1950



Untenstehende Foto-Veröffentlichungen nach vorherigem schriftlichem Einverständnis der Deutschen Fotothek/SLUB-Dresden (15.8.2017):  
Rudolf Schock und Fotografen während Fotosession fotografiert.
Dies zur Berliner 'Liebestrank'-Premiere Juni 1950.  
(SLUB Dresden / Deutsche Fotothek / Fotograf: Abraham Pisarek/
  http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/0000873_070) 

Wolfram Schwinger in 'DIE ZEIT" 1986:

"Zu seinen Paraderollen zählte Donizettis Nemorino: da konnte er den Schmelz seiner einschmeichelnden Stimme mit ihrem unverwechselbaren 'goldenen Knödel', ihrem sinnlich-warmen Timbre gänzlich entfalten. Es war in der Berliner Staatsoper (die noch im Admiralspalast spielte....), und es wurde seinerzeit noch deutsch gesungen; doch wenn nach seiner Liebesromanze die Beifallsorkane einfach nicht enden wollte, trat er vor den Vorhang und sang das 'Una furtiva lagrima' noch mal auf Italienisch, nun erst recht demonstrierend, wie ein deutscher Gigli kantabelsten Belcanto verströmen kann".
{NL:
"Tot zijn glansrollen behoorde Donizettis Nemorino: Daar kon hij de 'Schmelz' van zijn welluidende stem met haar karakteristieke 'gouden strot', haar zinnelijk-warme timbre geheel en al ontvouwen. Het gebeurde in de Berlijnse Staatsopera (die nog in het 'Admiralspalast' speelde....), en er werd in zijn tijd nog Duits gezongen; maar toen na zijn liefdesromance de stormachtige toejuichingen eenvoudigweg niet wilden eindigen, stapte hij naar de rand van het podium en herhaalde het 'Una furtiva lagrima' in het Italiaans, nu pas goed demonstrerend, hoe uit een Duitse Benjamino Gigli het meest lyrische bel canto kan stromen".}
Rudolf Schock 1950
(SLUB Dresden / Deutsche Fotothek / Fotograf: Abraham Pisarek/
  http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/0000873_067) 












Rudolf Schock & Rita Streich 1950
(SLUB Dresden / Deutsche Fotothek / Fotograf: Abraham Pisarek/
  http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/0000873_025}





Rudolf Schock als Nemorino auf der Bühne

Neben Rudolf Schock sangen und spielten Juni 1950 Rita Streich (laut Schocks Biographie: "eine entzückende Adina"), Ruth Keplinger (Giannetta), Heinrich Pflanzl (Dulcamara) und Kurt Rehm (Belcore).
Hans Löwlein dirigierte und Werner Kelch führte die Regie.
Ein Musikkritiker (Horst Koegler), der Augen- und Ohrenzeuge war, bemerkt 1965 in 'Fonoforum', dass er später so einen "amüsanten, sprühenden, donizetti-nahen 'Liebestrank' keineswegs (auch nicht mit dem italienischen Originaltext) sehr oft wiedererlebt habe". Schocks Nemorino erinnert er sich als "betörend".
{NL:
Naast Rudolf Schock zongen en speelden in Juni 1950 Rita Streich (volgens Schock's biografie: "een verrukkelijke Adina"), Ruth Keplinger (Giannetta), Heinrich Pflanzl (kwakzalver Dulcamara) en Kurt Rehm (Belcore).
Hans Löwlein dirigeerde en Werner Kelch regisseerde.
Een muziekcriticus (Horst Koegler), die oog- en oorgetuige was, merkt 15 jaar later in het Duitse muziektijdschrift 'Fonoforum' op, dat hij later vrijwel nooit meer een 'Liebestrank' heeft gezien (ook geen Italiaanse), die zo zeer in de geest van Donizetti was. Het plezier spatte er aan alle kanten af. Schock's Nemorino herinnert hij zich als "betoverend".}

Nemorino mit Liebestrank und Wunderdoktor Dulcamara:
Rudolf Schock & Heinrich Pflanzl 1950

(SLUB Dresden / Deutsche Fotothek / Fotograf: Abraham Pisarek/
  http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/0000873_062}




















Rudolf Schocks erste Aufnahme von 'Una furtiva lagrima' 

Im Zusammenhang mit der Berliner Premiere des 30. Juni 1950 kann die 15 Tage spätere Rundfunk-Aufnahme von Nemorinos (italienisch) gesungene Romanze mit Recht 'historisch' genannt werden.
Überdies ist es derselbe Hans Löwlein (1909-1992), der die musikalische Leitung hat.
So muss am 30. Juni Schocks mit "Beifallsorkanen" belohntem Belcanto geklungen haben: auf dem Gipfel seines vokalen Könnens, als 'mezza voce'-Spezialist in die Fußstapfen Beniamino Giglis tretend.

{NL:
Vanwege de relatie tot de Berlijnse première van 30 juni 1950 kan de 15 dagen latere radio-opname van Nemorino's (Italiaans) gezongen romance 'historisch' genoemd worden.
Bovendien is het dezelfde Hans Löwlein (1909-1992), die dirigeert.
Zo moet op die 30e juni Schock's stormachtig bejubelde toegift geklonken hebben: op de top van zijn vocale kunnen, als 'mezza voce'-specialist in de voetstappen van Beniamino Gigli tredend.}
V.l.n.r.: Rita Streich (Adina), Kurt Rehm (Belcore) und
Rudolf Schock (Nemorino)

(SLUB Dresden / Deutsche Fotothek / Fotograf: Abraham Pisarek/
  http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/0000873_054}




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                   mit ausführlicher Information über dieses Thema (DEUTSCH) 

L i n k >  http://tenorschock.blogspot.nl/2010/01/rudolf-schock-zingt-gaetano-
                   donizetti-1.html
                   met uitvoeriger informatie over dit onderwerp (NEDERLANDS)
                      
Krijn de Lege, 13.9.2017





RUDOLF SCHOCK sings IMRE (EMMERICH) KÁLMÁN (2: Die Csárdásfürstin)

'Die Csárdásfürstin' (1915),
worin ein Zusammenprall der gesellschaftlichen Stände:
Filmaffiche 1927































Ohne Zusammenpralle gibt es kein Drama, komisch oder traurig
Erst kommt der Konflikt und im Rahmen davon die Inspiration für Buch oder Schauspiel, Film oder Oper/Operette.

Ein Konflikt zwischen Vertretern des Adels und "Theaters/Kabaretts/Varietés" wie in 'Die Csárdásfürstin' wird jetzt als "nicht mehr in die Zeit passend" betrachtet werden. Anders gesagt: diese Operette wird heute als "hoffnungslos veraltet" gesehen werden.

Abgesehen von der Feststellung, Konflikte zwischen Ständen seien gewiss nicht erledigt, geht es jedoch nicht um die Art des Konflikts, sondern um die Tatsache, es gebe einen Konflikt
Konfliktsituationen gibt es viele: zwischen Generationen, Rassen, Religionen. Staaten, Stämme, politische Parteien und Ideologien, aber auch zwischen Verwandten, Nachbarn und einzelne Individuen. Und dank dieser Konflikte gibt es einen konstanten Fluss von hinreissendem Drama:

Die gefeierte, ungarische Sängerin Sylva Varescu und der für sie zu hoch geborene Edwin Ronald von und zu Lippert-Weylersheim hegen eine starke, aber unmögliche Liebe zueinander.
Sylva ist der Star des Orpheum-Kabaretts, das zu Edwins Bestürzung unerwartet langzeitig auf Tournee durch die VS geht.
In einem verzweifelten Versuch, das zu verhindern, lässt er Hals über Kopf vertraglich festlegen, dass er innerhalb 8 Wochen Sylva heiraten will.
Die Zukunftsvision von Edwins Vater ist aber eine ganz andere: sein Sohn wird sich mit der Gräfin Anastasia ("Stasi") vermählen! Und bestimmt nicht mit jenem "Fräulein vom Theater".
Edwin ist auf einmal der beklagenswerte Mittelpunkt eines peinlichen Konflikts...

Komponist Imre Kálmán "übersetzt" das Textbuch von Leo Stein & Bela Jenbach in eine Flut entzückender Melodien: bald zierlich und verhüllt ironisch, bald feurig und unverhüllt erotisch.
Z.B. im 2. Akt malen sich Edwin und Gräfin Stasi im 'Schwalbenduett' mit von Kálmán ironisch gemeinter Feierlichkeit das gemeinschaftliche Bauen eines Nestchens aus. Die Frau Gräfin aber macht streng deutlich, sie bleibe für immer bei Edwin "nur wenn Edwin lieb und brav sei":

L I N K : Anneliese Rothenberger & Rudolf Schock: 'Machen wir's den Schwalben nach' 1953

Der Charakter des grossen Duetts von Edwin und Sylva danach ist komplett anders ("Weisst du es noch?").
Nach einem jubelnden Intro über: : unendliche Freude, schwüle Blicke, sanftes Streicheln und das bezaubernde und zugleich angsterregende Singen und Tanzen der Zigeuner" schwelgen sie in der Erinnerung an den "süssen Rausch, der sie im Taumel umfing". Operette, die einer Oper nicht nachsteht:

L I N K : Colette Lorand & Rudolf Schock: 'Weißt du es noch...?' 1953


Vier Aufnahmen der 'Csárdásfürstin' mit Rudolf Schock als Edwin:





1) 1953 (Dezember):
Fragmente aus einer Rundfunk-Gesamtausführung, wovon gedacht wird, sie sei für den Rest gelöscht.
(Auf Membran/Documents Orderno. 231709 sind die Fragmente als Bonus mit der kompletten Kálmán-Operette 'Die Zirkusprinzessin' zusammengefügt worden. Dirigent der 'Zirkusprinzessin' ist Franz Marszalek. Franz Fehringer singt Mr. X und Sári Barabás Fedora. DerTonqualität der beiden CDs ist passabel).

Wilhelm Stephan (1906-1994) leitet Chor & Orchester des Nordwestdeutschen Rundfunks Hamburg (NDR).

Colette Lorand (1923) singt Sylva Varescu
Anneliese Rothenberger (1924-2010) singt Gräfin Anastasia ("Stasi")
Rupert Glawitsch (1907-1981) singt Graf Boni
Josef Meinrad (1913-1996) spielt Feri von Kerekes, künstlerischen Leiter des Orpheum-Kabaretts.


Josef Meinrad


















Josef Meinrad, der gefeierte österreichischer Schauspieler, ist hier ein fremdes Gesicht in der Runde. Das ist für ihn aber gar keiHindernis, im prickelnden  Duett mit Glawitsch "Alle sind wir Sünder/Die Mädis vom Chantant" ohne irgendeine Zurückhaltung drauflos zu singen. 
Für Liebhaber der drei Sissy-Filme muss Josef Meinrad ein guter Bekannter sein: er spielt darin Obert Böckl, den Adjutanten der Kaiserin.

Rupert Glawitsch
(geschilderd door Rüdiger Wintzen)






















Rupert Glawitsch war um die Kriegsjahre herum als Opern- und Operettentenor in Rundfunksendungen äusserst populär. Daneben trat er oft als Liedersänger auf.
Seine Beiträge an diesen Aufnahmen machen ihm (und uns) hörbar helle Freude! 
Herzerwärmend ist auch die Begeisterung, womit der Hamburger Rundfunkchor ihn ergänzt!


Anneliese Rothenberger

















Anneliese Rothenberger ist ideal als Gräfin "Stasi". Sie ist mit einer eleganten, warmen Sopranstimme gesegnet, die perfekt zu ihrer Rolle in dieser Operette.
Das 'Schwalbenduett' mit Rudolf Schock bekommt eine luxuriöse (UND integrale!) Ausführung.
Auf der Rothenberger-CD 'In mir klingt ein Lied' von Sonia (Nr. 77036) klingt diese Aufnahme übrigens viel besser als auf Membran.


Colette Lorand















Colette Lorand & Rudolf Schock singen überlegen.
Nur eine Bemerkung: In Sylvas Einleitung: 'Heia, in den Bergen ist mein Heimatland' singt die schweizerische Sopran einige Verben nicht mit der Endsilbe "en", sondern "an". So wird aus dem Verb "lieben" ein merkwürdiges
"lieban". Ursache ist (alt)schweizerischer Spracheinfluss.  
Rudolf Schock ist 1953 für Kálmáns Musik schon ganz und gar prädestiniert.
Das grossartige und zum Glück auch vollständig ausgeführte Duett 'Weisst du es noch?" ist ein Ohrenschmaus!
Eine klangtechnisch bessere Version gibt es auch hier, und zwar auf der CD 'Rudolf Schock und seine Lieder' von Koch-Records (Nr. 321679).

2) 1954 (Dezember):
Dieser 20-Minuten-Querschnitt in Kombination mit einer ähnlichen Melodienfolge aus Kálmáns 'Gráfin Mariza' ist tatsächlich die erste kommerzielle Operette-Studio-Produktion von Electrola mit Schock 

Im heutigen Jahrhundert erschien die Kálmán-Kombination mit Recht wieder auf CD (Warner/EMI 7243 5 75150 2 3). Der Mono-Ton ist ausgezeichnet.
















Sári Barabás (1914-2012) singt Sylva Varescu
Herta Staal (1930) singt Gräfin Anastasia ("Stasi")
Rupert Glawitsch singt wieder Graf Boni

Wilhelm Schüchter  dirigiert Chor & Berliner Symphoniker.

*********************************************

Über Wilhelm Schüchter (1911-1974):


Wilhelm Stephan, Dirigent der ein Jahr älteren 'Csárdásfürstin', Franz Marszalek und Werner Schmidt-Boelcke gelten als bedeutungsvolle, nachkriegerische Operettenspezialisten.


Wilhelm Schüchter ist nicht als solcher bekannt.

Er war ein "Kapellmeister", der international viele Konzerte und Opern dirigierte und den Ruf hatte "autoritär und streng" zu sein.
Rudolf Schock arbeitete gern mit ihm, und Schüchter wahrscheinlich gern mit Schock.
Das brachte sie zusammen. In den Aufnahmestudios wurde Wilhelm Schüchter zum nahezu exklusiv orchestralem Begleiter eines Tenors mit einem enorm abwechslungsreichen Musikrepertoire.
Auf ELECTROLA dirigierte Schüchter mit Schock ausser Oper auf einmal auch Operettenfragmente UND beliebte Salon- und Volkslieder ('Aus der Jugendzeit', 'Rose-Marie' von Jöde, 'Alle Tage ist kein Sonntag', 'Mütterlein' von Winkler, 'Caro mio ben' u.a.). Nach Schocks Übergang zu EURODISC (1962) hörte die Zusammenarbeit zwischen Schock und Schüchter nicht auf. Noch mehr Aufnahmen von Opern erschienen. Neben Lied-Veröffentlichungen wie z.B. 'Der Mond ist aufgegangen', 'So nimm denn meine Hände' und 'Dank sei Dir, Herr'. 

Über die Solisten:  

Musikkritiker Thomas Voigt schrieb einmal, Kálmáns Gattin Vera (1907-1999)
betrachte die ungarische Sopranistin Sári Barabás als "die beste Kálmán-Sängerin, die es je gab".
Sári Barabás








Nachdem ich die Emi-CD noch einmal gehört habe, kann ich Vera Kálmán nur beipflichten: Sári Barabás bewegt sich wie ein Fisch im Wasser durch die Melodiefragmente der Kálmán-Partitur.
Mit einer Stimme, die kristallklar ist, und einem Temperament, das nicht over-the-top "auf ungarisch" (Thomas Voigt) geht.

Rudolf Schock, m.E. "der beste Kálmán-Sänger, die es je gab", ist in der Rolle des gehänselten, jungen Edwin aufs neue ganz in seinem Element.

Rupert Glawitsch erfüllt auch hier alle Erwartungen, aber Herta Staal ist als Gräfin Anastasia keineswegs mit Anneliese Rothenberger zu vergleichen. Das ist logisch. Herta Staal war keine klassisch geschulte Sängerin. Sie war Filmschauspielerin und hatte eine kleine, aber süsse Kabarettstimme.


Über Zusammenstellung und Interpretation:

Es handelt sich wohlgemerkt in diesem kurzen Querschnitt nicht um das Plotdrama, sondern vor allem um den farbigen Melodienstrauss. Das hat dazu geführt, dass ein halbiertes 'Schwalbenduett' ohne irgendwelche Gewissensbisse von Herta Staal und...Rupert Glawitsch gesungen wird. 

Trotzdem gibt es in musikdramatischem Sinne einen kostbaren Edelstein!
Er funkelt kaum mehr als anderthalb Minuten (Track 4 auf der WARNER/EMI-CD):
Das Orchesterintro sagt Tragik vorher. Edwin liest sein überhastetes  Eheversprechen vor. Sylva antwortet traurig: "Das ist ja nicht möglich...". Ihre letzte Silbe "lich..." stirbt langsam ab. Der Chor singt dann eindringlich und träge: "Die Mädis vom Chantant, die nehmen die Liebe nicht so tragisch". Die Erkenntnis, der erschütterte Edwin und das verdutzte 'Mädi vom Chantant' Sylva versenken jetzt in der Erde, macht, dass man selber mit ihnen in der Tiefe verschwindet.
Ein Tiefgang, den wir dem musikdramatisch erfahrenen und engagierten Wilhelm Schüchter verdanken!

1957 dirigiert Robert Stolz auf dem Eurodisc-Label einen viel längeren Querschnitt aus der 'Csárdásfürstin' (SONY/EURODISC-CD Nr. 74321 21355 2).
Vom 1. Finale, das mit den hieroben genannten anderthalb Minuten anfängt, wird mehr gespielt.
Stolz nimmt diese anderthalb Minuten nicht so tragisch.
Er arbeitet auf einen grossen, feierlichen Auftritt von Julius Katona als lebenserfahrenem 'Orpheum'- Leiter hin.
Rudolf Schock macht in dieser Szene einen fast agressiven Eindruck und Margit Schramm reagiert mit Unglauben.
Der Günther Arndt-Chor betont heiter, ein "Mädi von Chantant" nehme die Liebe nicht so tragisch.
'Orpheum'-Direktor Feri von Kerekes (Katona) warnt beide Geliebte UND die "Mädis von Chantant" ernsthaft vor allzu schnellen Heiratsentscheidungen.
Der Interpretationsunterschied zwischen Operndirigent Schüchter und Operettendirigent Stolz ist überdeutlich:


Wird fortgesetzt!

Krijn de Lege, 18.9.2017

13.08.17

RUDOLF SCHOCK sings IMRE (EMMERICH) KÁLMÁN (2: Die Csárdásfürstin)

Die Csárdásfürstin (1915) 
waarin een botsing van standen:


Filmaffiche 1927
































Zonder botsingen geen drama, komisch dan wel treurig.
Eerst komt het conflict en in het kielzog daarvan de inspiratie voor boek of toneelstuk, film of  opera/operette.

Een conflict tussen vertegenwoordigers van de adel en het "theater/cabaret/variété" zoals in 'Die Csárdásfürstin' zal nu als "niet meer van deze tijd" worden beschouwd. M.a.w.: deze operette zal nu worden gezien als "hopeloos verouderd". 


Ervan afgezien, dat conflicten tussen standen zeker niet de wereld uit zijn, gaat het echter niet om het soort conflict, maar om het feit, dat er een conflict bestaat
Conflictsituaties zijn er legio: tussen generaties, rassen, godsdiensten, landen, stammen, politieke partijen en ideologieën, maar ook tussen families, buren en afzonderlijke individuen. En dankzij al die conflicten is er een constante stroom aan meeslepend drama: 

De gevierde, Hongaarse zangeres Sylva Varescu en de voor haar te hoog geboren Edwin Ronald von und zu Lippert-Weylersheim koesteren een sterke, maar onmogelijke liefde voor elkaar.
Sylva is de ster van het 'Orpheum'-cabaret, dat tot Edwin's schrik onverwacht aan een langdurig tournee door de VS gaat beginnen.
In een wanhopige poging dat te verhinderen laat hij halsoverkop bij contract vastleggen, dat hij al binnen 8 weken met Sylva wil trouwen. 
De toekomstvisie van Edwin's vader is echter een totaal andere: zijn zoon zal gravin Anastasia ("Stasi") huwen en beslist niet die "juffrouw van het theater".
Edwin is opeens het beklagenswaardig middelpunt van een pijnlijk conflict...


Componist Imre Kálmán "vertaalt" het tekstboek van Leo Stein & Bela Jenbach met een stortvloed van meeslepende melodieën: nu eens bekoorlijk en bedekt ironisch, dan weer vurig en onverhuld erotisch.
Bv. in de 2e akte wordt in het 'Zwaluwenduet' door Edwin en gravin Stasi met door Kálmán ironisch bedoelde plechtigheid gefantaseerd over het samen bouwen van een nestje. Maar de gravin wijst er streng op, dat zij, "alleen als Edwin lief en braaf is", voor altijd bij hem blijft:

L I N K : Anneliese Rothenberger & Rudolf Schock: 'Machen wir's den Schwalben nach' 1953

Het grote duet - ook in de 2e akte - van Edwin en Sylva is totaal anders van karakter ("Weisst du es noch?"). Na een jubelend intro over "oneindige vreugde, broeierige blikken, zachte strelingen en de betoverende en tegelijk angstaanjagende zang en dans van zigeuners" zwelgen zij in de herinnering aan de "zoete roes, die hen ooit in extase bracht": operette, die niet voor opera onderdoet:
L I N K : Colette Lorand & Rudolf Schock: 'Weißt du es noch...' 1953

Vier opnamen van de 'Csárdásfürstin' met Rudolf Schock als Edwin:













1) 1953 (December):
Highlights uit een complete radio-uitvoering, die gewist zou zijn.
Op Membran/Documents Ordernr. 231709 blijken de fragmenten als bonus gekoppeld te zijn aan een complete radio-uitvoering van 'Die Zirkusprinzessin' onder dirigent Franz Marszalek met Franz Fehringer als Mr. X en Sári Barabás als Fedora. Het geluid van de CD's is passabel.

Wilhelm Stephan (1906-1994) dirigeert koor en orkest van de Nordwestdeutscher Rundfunk Hamburg (NDR).

Colette Lorand (1923) zingt Sylva Varescu
Anneliese Rothenberger (1924-2010) zingt Gravin Anastasia ("Stasi")
Rupert Glawitsch (1907-1981) zingt Graaf Boni
Josef Meinrad (1913-1996) speelt Feri von Kerekes, artistiek leider van het "Orpheum"-cabaret.

Josef Meinrad

















Josef Meinrad, de beroemde Oostenrijkse toneelacteur, is hier een vreemde eend in de bijt. Maar dat is voor hem geen enkel beletsel er zonder schroom op los te zingen in het duet met Glawitsch: "Alle sind wir Sünder/Die Mädis vom Chantant".
Voor liefhebbers van de 3 Sissy-films moet Josef Meinrad een goede bekende zijn: hij speelt daarin Oberst Böckl, adjudant van de keizerin.

Rupert Glawitsch
(geschilderd door Rüdiger Wintzen)




















Rupert Glawitsch was rond de oorlog in radio-uitzendingen uitermate populair als opera- en operettetenor. Ook trad hij veelvuldig op als liederenzanger. In zijn bijdragen aan deze opnamen spat het plezier er vanaf. Hartverwarmend is  het enthousiasme, waarmee het Hamburgs radiokoor hem aanvult.


Anneliese Rothenberger


















Anneliese Rothenberger is ideaal als gravin "Stasi". Ze is gezegend met een elegante, warme sopraanstem, die perfect past bij haar rol in deze operette. Het 'Zwaluwenduet' met Rudolf Schock krijgt een luxe (én integrale!) uitvoering. Op de Rothenberger-CD 'In mir klingt ein Lied' van Sonia (nr. 77036) klinkt deze opname overigens veel beter dan op Membran. 

Colette Lorand














Colette Lorand & Rudolf Schock zijn superieur als het centrale liefdespaar.
Eén opmerking: in Sylva's openingslied 'Heia, in den Bergen ist mein Heimatland' zingt de Zwitserse zangeres de eindlettergreep van enkele werkwoorden als "an" i.p.v. "en". Zo wordt het werkwoord lieben" tot "lieban", wat "daftig" in de oren klinkt. De oorzaak is echter Zwitserse taalinvloed.


Rudolf Schock is in 1953 al geheel en al gepredestineerd voor Kálmán's meeslepende muziek!
Het grootse en ook compleet uitgevoerde duet 'Weisst du es noch'  is een genot om te beluisteren. Gelukkig bestaat er hiervan ook een klanktechnisch mooiere versie en wel op CD 'Rudolf Schock und seine Lieder' van Koch-Records (Nr. H 321 679).


2) 1954 (December):
Deze 20-minuten selectie in combinatie met die van 'Gräfin Mariza' is feitelijk de eerste commerciële operette-studio-productie van Electrola met Schock. 
In deze eeuw verscheen de opname gelukkig weer op CD (EMI 7243 5 75150 23)

Het mono-geluid van de CD is prima.

















Sári Barabás (1914-2012) zingt Sylva Varescu
Herta Staal (1930) zingt Gravin Anastasia ("Stasi")

Rupert Glawitsch zingt opnieuw Graf Boni
Wilhelm Schüchter (1911-1974) dirigeert koor & Berliner Symphoniker

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Wilhelm Schüchter 

Wilhelm Stephan, dirigent van de radio-'Csárdásfürstin' uit 1953, Franz Marszalek en Werner Schmidt-Boelcke zijn gerenommeerde naoorlogse operette-specialisten.
Wilhelm Schüchter staat niet als zodanig bekend.

Hij was een "Kapellmeister", die internationaal vele concerten en opera's dirigeerde en de reputatie had "streng en strak" te zijn.
Rudolf Schock werkte graag met hem en Schüchter waarschijnlijk graag met Schock. 
Dit bracht hen samen in de opnamestudio's, waar Wilhelm Schüchter tot een vrijwel exclusief orkestraal begeleider werd van een tenor met een enorm gevarieerd muzikaal repertoire.
Op ELECTROLA dirigeerde Schüchter met Schock behalve opera opeens ook operette-fragmenten én populaire salon- en volksliederen ('Aus der Jugendzeit', Jöde's 'Rose-Marie', 'Alle Tage ist kein Sonntag', Winkler's 'Mütterlein', 'Caro mio ben' e.a.).
Na Rudolf Schock's overstap in 1962 naar EURODISC stopte de samenwerking tussen Schock en Schüchter niet. Er verschenen nog meer opnamen van opera en liederen als 'Der Mond ist aufgegangen', 'So nimm denn meine Hände' en 'Dank sei Dir, Herr'.

Over de solisten:

Bij muziekrecensent Thomas Voigt las ik, dat Kálmán's echtgenote Vera (1907-1999) de Hongaarse sopraan Sári Barabás als "de beste Kálmán-zangeres ooit" beschouwde. 


Sári Barabás















Na het nog eens beluisteren van de EMI-opname kan ik Vera Kálmán alleen maar gelijk geven. Sári Barabás beweegt zich als een vis in het water door de fragmentjes Kálmán-partituur. Met een stem, die kristalhelder is en een temperament, dat niet over-the-top wordt uitgespeeld.

Rudolf Schock, m.i."de beste Kálmán-zanger ooit", is in de rol van de jonge, geplaagde Edwin opnieuw in zijn element.

Rupert Glawitsch voldoet ook hier aan alle verwachtingen, maar Herta Staal is als gravin "Stasi" niet te vergelijken met Anneliese Rothenberger.  Dat is logisch. Herta Staal was geen klassiek geschoold zangeres. Ze was filmactrice en had een klein, maar lief stemmetje. 


Over samenstelling en interpretaties:

Let wel: het gaat in deze kleine selectie niet om het verhaal, maar om een boeket pakkende melodieën. Dat leidt ertoe, dat het - gehalveerde - "Zwaluwenduet" los van de rolverdeling wordt gezongen: Herta Staal zingt "Stasi ", maar haar zangpartner is niet Schock maar Glawitsch.


Graag wijs ik op een muzikale edelsteen uit deze opname van ca anderhalve minuut (track 4). 
Het orkest opent tragiek voorspellend. Edwin (Rudolf Schock) leest zijn overhaaste trouwbelofte voor, waarop Sylva (Sári Barabás) droevig antwoordt: "Das ist ja nicht möglich (Dat is toch niet mogelijk)". De laatste lettergreep "lich..." laat zij langzaam wegsterven. Het koor zingt dan indringend: "Die Mädis vom Chantant, die nehmen die Liebe nicht so tragisch". Het besef, dat de ontredderde Edwin en het verbijsterde "Mädi vom Chantant" Sylva door de grond gaan, maakt, dat je mét hen in de diepte verdwijnt.
Een diepgang, die ik toeschrijf aan de muziekdramatisch be- en gedreven Wilhelm Schüchter. 


In 1967 dirigeert Robert Stolz op het Eurodisc-Label ein veel langere selectie uit 'Die Csárdásfürstin' (SONY/EURODISC-CD Nr. 74321 21355 2).
Van de eerste finale, die begint met de hierboven genoemde anderhalve minuut, wordt meer uitgevoerd.
Stolz vat die eerste anderhalve minuut niet zo tragisch op.
Hij werkt toe naar een groots, plechtig optreden van Julius Katona als levenservaren Orpheumleider.
Rudolf Schock maakt in deze opname een bijna agressieve indruk en Margit Schramm reageert met ongeloof.
Het Günther Arndt-Koor benadrukt opgewekt, dat een "Meisje van Chantant" de liefde nu eenmaal niet zo tragisch opneemt. 
Orpheumdirecteur Feri von Kerekes (Katona) waarschuwt beide geliefden EN de "Meisjes van Chantant" met klem voor al te snelle huwelijksbeslissingen.
Het interpretatieverschil tussen opera-dirigent Schüchter en
operette-dirigent Stolz is overduidelijk:

L i n k :









Wordt vervolgd!

Krijn de Lege 18.9.2017