22.02.15

100th BIRTHDAY RUDOLF SCHOCK: RS sings first act finale 'KUHREIGEN' by Wilhelm Kienzl

ABER ZUERST:

Jetzt auf YouTube das
vollständige Schubert-Lied!












'Nacht und Träume' (Text: Matthäus von Collin/Musik: Franz Schubert)

Es gibt dieses prachtvolles Lied schon mit Rudolf Schock auf YouTube, aber gut zwanzig wesentliche Sekunden fehlen!
Darum habe ich auf YouTube eine zwar alte, aber vollständige Kopie danebengestellt.

 
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100th birthday Rudolf Schock (One of my 25 favourites for the 'lonely island': 2)





Rudolf Schock singt das Finale 1. Akt der Oper 'DER KUHREIGEN' von Wilhelm Kienzl (1857-1941):



(NB!: Leider ist in Deutschland auf YouTube nur der 1. Teil des Finales zu hören: 'Lug, Dursel, lug')!














"Wenn man sich diese kleine Schallplatte nur einmal anhören würde, dann sage ich voraus, dass sie zum Beststeller wird"
So der niederländische Opernrezensent Leo Riemens (1910-1985) im 'Unabhängigen Monatsheft für Schallplatten-Liebhaber LUISTER....! (Hör zu...!)' vom April 1958.

Riemens schrieb 1958 erstaunt, diese 45UpM-Platte sei nur die
e r s t e Aufnahme dieser Szene, die er "seit der alten Tauber-Platte aus dem Jahre 1921!", hörte.
Er nannte 'Der Kuhreigen' "Wilhelm Kienzls Meisterwerk" und warb für die Oper: "Sie sei sogar in Chicago in französcher Sprache aufgeführt" und "besonders feinsinnig mit einem stark dramatischen und interessanten Textbuch".
Ein Jahr später betonte er abermals in seinem 'Großen Opernbuch'
(Veröffentlichung von 1959), die "Vernachlässigung" des 'Kuhreigens' sei "unverständlich" angesichts des Erfolgs, den die Oper in allen deutschsprachigen Theatern in den ersten Jahren nach der Wiener Premiere hatte.
Alle Reklame aber war umsonst: die Schallplatte wurde kein Bestseller, und die Vernachlässigung des 'Kuhreigens' ging einfach weiter.
Das komplette 1. Finale mit Rudolf Schock erschien noch wohl auf LP, aber auf CD und als Download kam es nur halbiert heraus.

Der österreichische Wilhelm Kienzl (1857-1941) wurde bis in die dreißiger Jahre des 20. Jhts. als bedeutender Komponist und Dirigent hoch geschätzt.
Der junge Wilhelm Kienzl








Anno 2015 hat mancher Opernliebhaber nie von ihm gehört, und wird sein Name in deutschsprachigen Ländern fast noch
ausschließlich mit 'Der Evangelimann' in Zusammenhang gebracht, einer Oper, die "ziemlich sentimental" sein soll. Diese falsche Annahme rührt vor allem von der Tenorarie auf biblischem Text mit anschließendem Kinderchor her: 'Selig sind die Verfolgung leiden um der Gerechtigkeit willen, denn ihrer in das Himmelreich'. Dieses Fragment hat sich u.a. in kirchlichen Verbänden - aber nicht nur da - als (ja, diese Arie wohl!) 'Bestseller' herausgestellt. Mit Dank an die Tenöre, die sie - inmitten einer hingebungsvollen Schar von Kindern - nach wie vor mit großer Begeisterung sangen.

Nach dem 2. Weltkrieg machte Rudolf Schock das Lied aus Neue beliebt. Zum ersten Mal 1952 auf der Schallplatte (Diese etwas gekürzte Ausführung unter Wilhelm Schüchter war mehr als ein halbes Jahrhundert nicht erhältlich!):















Im Jahre 1953 klang "Selig sind..." von der Leinwand im Tauber-Film 'Du bist die Welt für mich' und danach in zahllosen Konzerten-mit-Chor.
Schock sang die Arie insgesamt 6x für die Schallplatte ein, und Verehrer brachten noch einige Mitschnitte der Szene in Umlauf, u.a. den aus Schocks allerletztem Konzert im November 1986.

Merkwürdig ist, dass bis heute ausgerechnet Rudolf Schock einer der wenigen Tenöre war, der als 'Evangelimann' auf YouTube nicht vertreten war.

Rudolf Schock als Evangelimann 1972 (Wien)
(Was ist aus dem Chorjungen mit Mädchenperücke geworden,
der sich der Fotodiziplin entzieht und zu spät bemerkt in die Kamera guckt?)































"Der Kuhreigen'

















Kurze Beschreibung der Handlung:

1792! Es sind die Jahre der Französischen Revolution.

Schweizer Söldner im Dienste des französischen Königs befinden sich auf dem Innenhof einer Kaserne in der Umgebung von Paris.
Unteroffizier Primus Thaller (Tenorpartie) legt in wehmütiger Stimmung den Arm um die Schultern des Kampfgenossen namens Dursel und macht ihn auf den herrlichen Abendhimmel aufmerksam: 'Lug, Dursel, lug (vgl. das englische 'Look'), der Abend bricht herein...'
In (vokaler) Verzückung (1. Finaleteil) wird Primus (kurz danach auch Dursel) von schwerem Heimweh nach dem Schweizer Heimatland überwältigt. Plötzlich fängt er leise an, das bei Todesstrafe verbotene(!) 'Kuhreigenlied' zu singen (2. Finaleteil): 'Zu Straßburg auf der Schanz'. Die anderen Schweizer stimmen ergriffen ein (Der 'Kuhreigen' ist ein Lied, womit vor Jahrhunderten Bauern in den Schweizer Alpen die Kühe zum Melken anlockten).

Alarmierte, französische Soldaten stürmen in den Innenhof und wollen die 'rebellischen' Söldner verhaften. Aber Primus gesteht,
er habe mit dem Singen angefangen. Er wird in Fesseln gelegt und singt eine letzte Gebetsstrophe.

Im 2. und 3. Akt handelt es sich um die Liebe zwischen Primus und Blanchefleur. Er, ein gefangener, ausländischer Söldner, und sie, die Gattin eines französischen Marquis. Blanchefleur plädiert beim König erfolgreich auf Gnade für Primus.
Die Revolution führt zum drastischen Rollenwechsel. Am Ende der Oper bekommt Blanchefleur die Chance, zwischen einem Leben an Primus' Seite und das Schafott zu wählen. Sie wählt - noblesse oblige - für das Schafott.

Das Problem der "Schweizer Krankheit":

" Schweizer Krankheit"(Heimweh)
Foto: Oskar Gustav Rejlander (1813-1875)




















Schweizer Männer waren als Söldner in französischem und niederländischem Regierungsdienst äußerst gewollt. Aber ein Problem war, dass sie beim Hören vaterländischer Lieder und namentlich des 'Kuhreigenliedes' oft krank vor Heimweh wurden und Hals über Kopf desertierten.
Darum stand auf das Singen solcher Lieder die Todesstrafe. Übrigens schien anderenorts in Europa der schottische Dudelsack dieselbe Wirkung auszuüben.

Die Musik:

Kienzls Musik war umstritten.
Kritiker wußten, dass der junge Kienzl in Bayreuth Richard Wagner assistiert hatte, und prompt erkannten sie Wagner - oder glaubten sie, ihn zu erkennen - in Kienzls Komponierstil.

Richard Wagner
1813-1883











Nun war es in Kienzls Zeit sowieso schwierig, aus dem Schatten des allgegenwärtigen Wagner zu treten. Aber trotzdem gelang es Kienzl großenteils einen eigenen ansprechenden Stil zu entwickeln.
Merkwürdig war aber wieder, dass obschon manch bedeutender Musikkritiker oder Fachkollege (Korngold!) Wilhelm Kienzl wegen der Einfachheit und Singbarkeit seiner Melodien lobte, andere das gerade verurteilten. In Sachen 'Kuhreigen', war besonders 'Zu Straßburg auf der Schanz' der Zankapfel:

Das 'Straßburglied' ist ein altes, deutsches Lied von 6 Strophen, das
zu Anfang des 19. Jahrhunderts (Romantik!) von Von Arnim und Brentano in 'Des Knaben Wunderhorn' aufgenommen wurde. Dieses 'Horn' war und ist eine riesige Sammlung deutscher Volksliedertexte:

















 
 



  1. Zu Strassburg auf der Schanz, da ging mein Trauern an; das Alphorn hört' ich drüben wohl anstimmen, ins Vaterland musst' ich hinüberschwimmen, das ging gar nicht an.
  2. Ein Stund' wohl in der Nacht sie haben mich gebracht;
    sie führten mich gleich vor des Hauptmanns Haus,
    ach Gott, sie fischten mich im Strome auf, mit mir ist's aus!
  3. Früh morgens um zehn Uhr stellt man mich vor das Regiment;
    ich soll da bitten um Pardon,
    und ich bekomm' gewiss doch meinen Lohnm das weiss ich schon!
  4. Ihr Brüder allzumal, heut' seht ihr mich zum letztenmal.
    Der Hirtenbub ist doch nur schuld daran,
    das Alphorn hat's mir angethan, das klag' ich an.
  5. Ihr Brüder alle drei, was ich euch bitt', erschiesst mich gleich;
    verschont mein junges Leben nicht,
    schiesst zu, dass das rote Blut 'raus spritzt, das bitt' ich euch.
  6. O Himmelskönig, Herr, nimm du mein' arme Seel' dahin,
    nimm sie zu dir in Himmel ein,
    lass sie ewig, ewig bei dir sein, und vergiss nicht mein
U.a. Friedrich Silcher (1789-1860), Gustav Mahler (1860-1911) und Wilhelm Kienzl komponierten Musik dazu.
Silcher behält alle sechs Strophen bei und nennt das Lied: 'Der Schweizer'.
Mahler beschränkt sich auf die ersten vier Strophen, und Kienzl
gebraucht für seine Oper die Strophen 1, 3, 4 und 6.

Wilhelm Kienzl hat das bewundernswerte Talent, Theatermusik zu kmponieren, die die Leute tief berührt. Er verstand den sogenannten 'VOLKSTON', der ungekünstelt und direkt ist, aber einfach scheint.
Er entschied sich - bewusst oder unbewusst - für den Ausgangspunkt des Liederkomponisten Johann Abraham Peter Schulz (1747-1800), der meinte, das Geheimnis des Volkstons liege im "Schein des Bekannten". Ein Komponist habe dieses Geheimnis entdeckt, wenn er die fortschreitende Melodie konsequent dem Laufe des Textes unterordnet.
Schulz demonstriert das z. B. in seiner musikalischen Version des Matthias Claudius-Gedichts 'Der Mond ist aufgegangen'
(siehe im Internet auch: Gerald Krammers Bachelorarbeit über Kienzls 'Kuhreigen' mit dem Titel: "Revolution auf der Bühne" vom Juli 2013).

Kienzl reagierte mit Bescheidenheit auf die Kritik, die an ihm geübt wurde ("Meine Lebenswanderung: Erlebtes, Erschautes" 1926):
"In der Kunst muß man enweder die Sinne kitzeln oder das Herz treffen. Einen Zwischenweg gibt es nicht. Ich wählte das letzte" und: "Ich sollte die Bühnenwirkung ausnützen? Das ist keine schlaue Berechnung, sondern ehrliche Kunst",

Der ältere Wilhelm Kienzl














Rudolf Schock singt das Finale 1. Akt aus 'Der Kuhreigen'

Leo Riemens hatte recht. Diese Szene ist unwiderstehlich. Mit Rudolf Schock (1955), Richard Tauber (1921, 1931) und Fritz Wunderlich (Ende der Fünfziger-/Anfang der Sechzigerjahre).
Es gibt wahrscheinlich noch eine einzige Ausführung, aber es ist wirklich staunenerregend, dass solch eine schöne und zugängliche Melodie während einer relativ nur kurzen Periode bis zum breiten Publikum durchgedrungen ist.

Die bedeutenden Aufnahmen:












Fritz Wunderlich: u.a. auf 'YouTube'. Liebevoll und - vom Männerchor auch - technisch äusserst verfeinert dargestellt. Eine sehr transparente Aufnahme (Stereo), Orchesterbegleitung in helleren Farben, Assoziationen mit Wagner betont unterdrückend.



Richard Tauber: auf 'YouTube' (1931) sind die beiden Finaleteile getrennt voneinander zu hören. Schade, dass beim 'Straßburglied' die letzte Strophe fehlt. Was mir auffällt, sind Taubers manchmal fast nonchalante Leichtigkeit und die selbstsicheren Textakzente, die er hie und da anbringt. Die Zeilen des Baritons (Dursel) in 'Lug, Dursel, lug' singt Tauber selber.















Rudolf Schock: Das komplette Finale gibt es auf alten LPs und seit heute auf 'YouTube' (aber leider, leider nicht in Deutschland).
Dirigent der Mono-Aufname ist Richard Kraus (1902-1978), Sohn von Ernst Kraus (Ernst Kraus war mit Enrico Caruso befreundet und zwischen 1898 und 1923 namhaft als Wagner-Tenor in Berlin und Bayreuth. Sohn Richard erwarb in Deutschland großen Ruf als Operndirigent).

Dirgent Richard Kraus












Richard Kraus geht bei der Direktion des 'Orchesters der Deutschen Oper Berlin' den Schatten Wagners nicht aus dem Weg und erzeugt ein kräftiges Klangbild.
Rudolf Schock und der sich mit Natur und Gott verbunden fühlende Primus Thaller fallen vollkommen zusammen.

Bariton Alfons Herwig












Schock, Heldenbariton Alfons Herwig (Dursel), die anderen 'Schweizer' und das Orchester machen aus dem Hör- ein hinreißendes Schauspiel. Achten Sie auf den unheilverkündenden Einsatz des Orchesters nach Primus' durchgreifendem 'Das klag' ich an!'. Man sieht die Franzosen in den Innenhof stürzen!

Ja, wenn man sich dieses 'Kuhreigen'-Finale nur einmal anhören würde, dann sage ich voraus, dass es im Rudolf Schocks 100. Geburtsjahr ein 'YouTube'-Hit wird!

Krijn de Lege, 22.2.2015

100th BIRTHDAY RUDOLF SCHOCK: RS sings first act finale 'KUHREIGEN' by Wilhelm Kienzl

MAAR EERST:

Nu op YouTube het
volledige Schubertlied!












'Nacht und Träume'
(Text: Matthäus von Collin/Muziek: Franz Schubert)

Dit prachtige lied staat al met Rudolf Schock op YouTube,
maar ruim twintig wezenlijke seconden ontbreken!
Daarom heb ik op YouTube een weliswaar oude, maar complete
copie ernaast gezet.

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100th birthday Rudolf Schock (One of my 25 favourites for the 'lonely island': 2)
 




Rudolf Schock zingt de finale 1e akte van de opera 'DER KUHREIGEN' van Wilhelm Kienzl (1857-1941):














NB!) In Duitsland is op YouTube helaas alleen het 1e deel van de finale ('Lug, Dursel, lug') te beluisteren.










"Als men dit LP-plaatje maar eenmaal aan wil horen, dan voorspel ik, dat dit een bestseller wordt"
Aldus operarecensent Leo Riemens (1910-1985) in het
'onafhankelijk maandblad voor grammofoonplaten-liefhebbers "LUISTER...!" ' van april 1958).

Riemens schreef verbaasd, dat dit 45-toerenplaatje pas de eerste opname van deze scène was, die hij hoorde "sinds de oude Tauber-plaat uit 1921!"
Hij noemde 'Der Kuhreigen' "Wilhelm Kienzl's meesterwerk".
Hij maakte reclame voor de opera, die "zelfs in Chicago in het Frans werd opgevoerd" en "bijzonder fijnzinnig" is "met een sterk dramatisch en interessant tekstboek".
Hij zei een jaar later nog eens in zijn 'Groot Operaboek' (uitgave van 1959), dat de "verwaarlozing" van 'Der Kuhreigen' "onbegrijpelijk"
is gezien het succes, dat de opera in alle Duitse theaters in de eerste jaren na de Weense première (1911) had.

Maar het was allemaal tevergeefs: het plaatje werd geen bestseller en het verwaarlozen van 'Der Kuhreigen' ging gewoon door.
De 1e finale met Schock kwam nog wel compleet uit op LP, maar op CD en als download bleek hij gehalveerd te zijn.

De Oostenrijker Wilhelm Kienzl (1857-1941) werd tot in de jaren dertig van de vorige eeuw gewaardeerd als een belangrijk componist en dirigent.
De jonge Wilhelm Kienzl





















Anno 2015 heeft menig operaliefhebber nooit van hem gehoord en wordt zijn naam in Duitstalige landen bijna uitsluitend nog in verband gebracht met 'Der Evangelimann', een opera, die "tamelijk sentimenteel" zou zijn. Dit ligt vooral aan de tenoraria op Bijbelse tekst met aansluitende kinderkoorscene: 'Selig sind die Verfolgung leiden...(Zalig de vervolgden om der gerechtigheid wil, want van hen is het Koninkrijk der hemelen)'. Dit fragment is o.a. in kerkelijke gemeenschappen - maar niet alleen daar - een (ja, déze aria wel!) 'bestseller' gebleken. Met dank aan de tenoren, die het - temidden van een toegewijde kinderschaar - met groot enthousiasme bleven zingen.

Na de 2e wereldoorlog maakte Rudolf Schock het lied opnieuw populair.
Op grammofoonplaat voor het eerst in 1952. Deze zeldzame (mono-)versie, die wat ingekort is en zo lang ik mij kan herinneren niet meer in de handel, staat nu op YouTube:
 












In 1953 klonk het lied vanaf het witte doek in de Tauber-film 'Du bist die Welt für mich' en vervolgens tijdens talloze (koor)concerten. Schock zong de aria in totaal 6x op de plaat en "Verehrer" brachten er nog een aantal concertopnamen van in omloop. O.a. die uit Schock's allerlaatste (koor)concert van november 1986.

Rudolf Schock als Evangelimann in 1972
(Wat is er van het koorjongetje met meisjespruik geworden, dat
zich aan de fotosessie-discipline onttrekt en
te laat opgemerkt in de camera kijkt?)























Merkwaardig is, dat Rudolf Schock tot nu toe één van de weinige tenoren was, die bij YouTube niet als 'Evangelimann' viel te beluisteren.

"Der Kuhreigen"

Korte beschrijving van de handeling:















Ten tijde van de Franse Revolutie. Het is 1792. Zwitserse huursoldaten van de Franse koning zijn op de binnenplaats van een kazerne bij Parijs.

De Zwitserse onderofficier Primus Thaller (tenorpartij) legt in weemoedige stemming zijn arm om de schouders van een medesoldaat (Dursel) en maakt hem attent op de prachtige avondhemel: "Lug, Dursel, lug: Der Abend bricht herein.../Kijk, Dursel, kijk (vgl. het Engelse 'Look'): de avond breekt aan...".

In (vocale) vervoering (1e deel finale) wordt Primus (later ook Dursel) overmand door intens heimwee naar het Zwitserse 'Heimatland'. Plotseling begin hij zachtjes de verboden (!) melodie van de 'Kuhreigen' te zingen (2e deel finale 'Zu Straßburg auf der Schanz'). De andere Zwitsers zingen geëmotioneerd met hem mee (De 'Kuhreigen' is een lied, waarmee eeuwen geleden boeren in de Zwitserse Alpen hun koeien riepen om te worden gemolken).

Gealarmeerde Franse soldaten stormen de binnenplaats op om de 'opstandige' huursoldaten te arresteren. Maar Primus bekent, dat hij met het zingen begon. Hij wordt in de boeien geslagen en zingt een laatste gebedscouplet.

In het 2e en 3e bedrijf gaat het om de liefde tussen Primus en Blanchefleur. Hij, een gevangen buitenlandse huursoldaat en zij, de echtgenote van een Franse markies. Blanchefleur pleit bij de koning met succes voor het leven van Primus.

De revolutie zorgt voor een grondige rolwisseling. Aan het eind van de opera krijgt Blanchefleur de kans te kiezen tussen een leven aan de zijde van Primus en het schavot. Ze kiest - noblesse oblige -voor het schavot.

Het probleem van de "Zwitserse ziekte"

'Zwitserse ziekte (heimwee)'
foto: Oskar Gustav Rejlander 1813-1875

















Zwitserse mannen waren gewild als huursoldaat in Franse en Nederlandse regeringsdienst. Maar een probleem was, dat ze bij het horen van vaderlandse liederen en vooral het 'Kuhreigenlied' dikwijls ziek werden van heimwee en halsoverkop deserteerden.
Daarom stond op het zingen was deze liederen de doodstraf. Overigens scheen elders in Europa de Schotse doedelzak dezelfde werking uit te oefenen.

De muziek:

Kienzl's muziek was omstreden.
Critici wisten, dat Kienzl in zijn beginnersjaren in Bayreuth Richard Wagner had geassisteerd. Prompt herkenden zij Wagner in Kienzl's componeerstijl.

Richard Wagner
(1813-1883)











Nu was het in de tijd van Kienzl sowieso lastig onder de schaduw van Wagner uit te komen. Maar het lukte Kienzl - grotendeels - een eigen aansprekende stijl te ontwikkelen.
Wonderlijk was echter weer, dat waar de ene belangrijke muziekcriticus of vakcollega (Korngold!) Kienzl prees om de eenvoud en zingbaarheid van zijn melodieën, de andere dat juist veroordeelde.
Wat 'Der Kuhreigen' betreft, was vooral 'Zu Straßburg auf der Schanz/In de loopgraaf van Straatsburg' een twistpunt.
Dit 'Straßburglied' is een oud Duits lied van 6 coupletten, dat door Von Arnim en Brentano begin 19e eeuw (Romantik!) werd opgenomen in 'Des Knaben Wunderhorn', een grote verzameling teksten van Duitse volksliederen:
















    1. Zu Strassburg auf der Schanz, da ging mein Trauern an;
      das Alphorn hört' ich drüben wohl anstimmen,
      ins Vaterland musst' ich hinüberschwimmen, das ging gar nicht an.
    2. Ein Stund' wohl in der Nacht sie haben mich gebracht;
      sie führten mich gleich vor des Hauptmanns Haus,
      ach Gott, sie fischten mich im Strome auf, mit mir ist's aus!
    3. Früh morgens um zehn Uhr stellt man mich vor das Regiment;
      ich soll da bitten um Pardon,
      und ich bekomm' gewiss doch meinen Lohnm das weiss ich schon!
    4. Ihr Brüder allzumal, heut' seht ihr mich zum letztenmal.
      Der Hirtenbub ist doch nur schuld daran,
      das Alphorn hat's mir angethan, das klag' ich an.
    5. Ihr Brü,der alle drei, was ich euch bitt', erschiesst mich gleich;
      verschont mein junges Leben nicht,
      schiesst zu, dass das rote Blut 'raus spritzt, das bitt' ich euch.
    6. O Himmelskönig, Herr, nimm du mein' arme Seel' dahin,
      nimm sie zu dir in Himmel ein,
      lass sie ewig, ewig bei dir sein, und vergiss nicht mein
    O.a. Fridrich Silcher (1789-1860), Gustav Mahler (1860-1911) en Wilhelm Kienzl componeerden er muziek bij.
    Silcher laat alle coupletten ongemoeid en herdoopt het lied in: 'Der Schweizer/De Zwitser'.
    Mahler volstaat met de 4 eerste coupletten en Kienzl gebruikt voor zijn opera de coupletten 1, 3, 4 en 6.

    Wilhelm Kienzl had een bewonderenswaardig talent voor het schrijven van theatermuziek, die de mensen diep raakte: de zogeheten 'Volkston', die ongekunsteld en direct is, maar eenvoudig lijkt.
    Hij volgde daarmee al dan niet bewust het uitgangspunt van de
    liedcomponist Johann Abraham Peter Schulz (1747-1800).
    Deze stelde, dat het geheim van de 'Volkston' ligt in de "schijn van het bekende". Een componist bereikt dat, als hij de voortschrijdende melodie consequent onderschikt maakt aan de loop van de tekst. Schulz toont dit bv. aan in zijn muzikale versie van het Matthias Claudius-gedicht 'Der Mond ist aufgegangen'
    (zie ook op internet: Gerald Krammer's 'Bachelorarbeit' over Kienzl's
    'Kuhreigen' met als titel: "Revolution auf der Bühne" van juli 2013)

    Wilhelm Kienzl reageerde met bescheidenheid op de kritiek, die hij kreeg (in "Meine Lebenswanderung: Erlebtes, Erschautes" 1926):

    "In de kunst moet je of de zinnen prikkelen, of het hart treffen. Een tussenweg is er niet. Ik koos voor het laatste"

    "Goedkoop profiteren van de werking, die het toneelgebeuren op de toeschouwer heeft? Dat is geen sluwe berekening, maar eerlijke kunst"

    De oudere Wilhelm Kienzl


















    Rudolf Schock zingt de finale 1e akte uit 'Der Kuhreigen'
    Leo Riemens had gelijk. Deze scène is onweerstaanbaar. Van Rudolf Schock (1955), van Richard Tauber (1921, 1931) en van Fritz Wunderlich (eind jaren 50/begin jaren 60).
    Er is waarschijnlijk nóg wel een enkele uitvoering, maar het is verbazingwekkend, dat zo'n mooie en toegankelijke melodie gedurende een relatief korte periode tot het brede publiek is doorgedrongen.










    Fritz Wunderlich: o.a. op YouTube. Liefdevol en - ook door het mannenkoor - technisch uiterst gepolijst gezongen,
    een zeer transparante opname (stereo). Orkestbegeleiding in lichtere kleuren, die associaties met Wagner de kop indrukken.







    Richard Tauber: op YouTube (1931) zijn de 2 delen van de finale apart van elkaar te horen. Wat opvalt zijn Tauber's soms bijna nonchalante gemak en de zelfverzekerde accenten, die hij hier en daar in de tekst plaatst. De regels van de bariton (Dursel) in 'Lug, Dursel, lug' zingt Richard Tauber zelf.










    Rudolf Schock: op oude LP's en vanaf nu de complete finale alleen op YouTube (maar helaas niet in Duitsland!)
    Dirigent van de mono-opname is Richard Kraus (1902-1978), zoon van Ernst Kraus.
    (Ernst Kraus was bevriend met Enrico Caruso en tussen 1898 en 1923 vermaard als Wagner-tenor in Berlijn en Bayreuth.
    Zoon Richard verwierf in Duitsland grote faam als opera-dirigent)
    Richard Kraus










    Kraus gaat in zijn directie van het orkest van de Deutsche Oper Berlin de schaduw van Wagner niet uit de weg en schept een krachtig klankbeeld.
    Rudolf Schock en de zich met natuur en God verbonden voelende
    Primus Thaller vallen volkomen samen.
    
    Bariton Alfons Herwig











    Hij, de heldenbariton Alfons Herwig (Dursel), de andere 'Zwitsers' en het orkest maken van het hoorspel een meeslepend schouwspel. Let op de onheilspellende inzet van het orkest na Primus' ferme 'Das klag' ich an!'. Je ziet de Fransen de binnenplaats opstormen.

    Ja, als men deze 'Kuhreigen' finale maar eenmaal aan wil horen, dan voorspel ik, dat deze in het 100ste geboortejaar van Rudolf Schock een 'YouTube'-hit wordt!

    Krijn de Lege, 22 februari 2015