21.12.17

RUDOLF SCHOCK sings DEVOTIONAL SONGS/RELIGIÖSE LIEDER


RUDOLF SCHOCK sings FRIEDRICH SILCHER/LUDWIG VON BEETHOVEN, ANTON BRUCKNER, the
German Folk Song "FROM HEAVEN HIGH, O ANGELS, COME", PETER CORNELIUS & JOHANNES BRAHMS  

Rudolf Schock & "Tölzer Knabenchor" sing:
"Hymn to the Night/Hymne an die Nacht"















Melody from Ludwig von Beethoven's piano sonata nr. 23 ("Appassionata") by Friedrich Silcher (ca. 1835). Lyrics by Friedrich von Matthisson.
  












"The Holy Ghost comes to Mary":
(1st part of the CREDO from the 'Great Mass No. 3 in F minor' by ANTON BRUCKNER including the tenor solo "Et incarnatus est")
"Der Heilige Geist kommt über Maria/De Heilige Geest komt naar Maria": (1.Teil des CREDOS: "Ich glaube.../ik geloof..." aus der 'Grossen Messe Nr. 3 in f-Moll' von ANTON BRUCKNER mit dem Tenorsolo "Et incarnatus est")  

ENGLISH: Bruckner specialist James McCullough: "Lyrical climax of the complete mass! A moment of moving tenderness inside the, for the rest, enormously strong introduction of the Credo. Bruckner pays court to the Holy Virgin, when the tenor, accompanied by solo violin, sings about the Holy Ghost, who descends upon the Mother of God".

DEUTSCH: Bruckner-Kenner James McCullough: "Lyrischer Höhepunkt der gesamten Messe! Ein Moment ergreifender Zärtlichkeit innerhalb der im übrigen äusserst kraftvollen Einführung des Credos. Bruckner macht der Heiligen Magd den Hof, wenn der Tenor, von der Solovioline begleitet, vom Heiligen Geist singt, der auf die Mutter Gottes heruntersteigt". 

NEDERLANDS: Bruckner-specialist James McClough: "Hét lyrische hoogtepunt van de gehele mis! Een moment van aangrijpende tederheid binnen de voor het overige uiterst heftige introductie van de geloofsbelijdenis. Bruckner maakt de Heilige Maagd het hof, als de tenor, begeleid door de soloviool, van de Heilige Geest zingt, die op de Moeder Gods neerdaalt".

"Geistliches Wiegenlied/From Heaven high, O Angels, come!"
Deutsches Volkslied/German folk song - Würzburg 1622













ENGLISH: Old German Christmas folk song. Known as "Susani" too. "Susani" means: "rocking the cradle". The slumber song is linked to the Jesuit priest and poet Friedrich Spee (1591 - 1635).

DEUTSCH: Altes, deutsches Weihnachtslied. Auch unter den Titel "Susani" bekannt. "Susani" bedeutet: "Beweg' dich, liebe Wiege". Das Wiegenlied wird dem Jesuitenpriester und Dichter Friedrich Spee (1591 - 1635) zugeschrieben.

NEDERLANDS: Oud duits kerstlied. Is ook bekend onder de titel "Susani". "Susani" betekent: "Schommel heen en weer, lief wiegje". Het wiegelied wordt toegeschreven aan de Jezuïeten priester en dichter Friedrich Spee (1591 - 1635).

"The Kings" (Song 3 - opus 8), music & lyrics: PETER CORNELIUS/"Die Könige" (Lied 3 - Opus 8), Musik und Text: PETER CORNELIUS

ENGLISH: Content: People is unable to "bring incence, myrrh and gold" to the Christ Child. They are not as rich as the "Kings from the Orient". But people can give Him their heart.
The song is ending with a repeated invitation: at first, the words sound: "Give the Child Jesus your heart", and after that Schock sings (in 'mezza voce') an even more urgent "Give Him your heart...!"  

DEUTSCH: Inhalt: Menschen können dem Christkind nicht wie die 'Könige aus dem Morgenland' 'Weihrauch, Myrrhen und Gold spenden'. So reich sind sie nicht. Was sie aber wohl spenden können, ist ihr Herz. Das Lied 'Die Könige' endet denn auch mit einer wiederholten Einladung. Zuerst klingen die Worte  "Schenke dein Herz dem Knäblein hold", und danach singt Schock (in 'mezza voce') ein noch drängenderes "Schenk' Ihm dein Herz...!".

NEDERLANDS: Inhoud: Mensen kunnen het Christuskind niet zoals de 'Koningen uit het Morgenland' "wierook, mirre en goud" schenken. Zo rijk zijn ze niet. Maar wat ze wél kunnen, is Hem hun hart geven.
Het lied eindigt dan ook met een herhaalde uitnodiging: eerst klinken de woorden: "Geef het Kind je hart", en daarna zingt Schock (in 'mezza voce') een nog nadrukkelijker "Geef Hem je hart...!"

"In the still Night" (from "German Folk Songs" - song 42)/ "In stiller Nacht" by Johannes Brahms:

In the still night, at first watch,
A voice began to lament.
The night wind sweetly and gently
carried the sound to me from bitter suffering and sadness
My heart has melted;
I have watered all the flowers
with my pure tears

The beautiful moon wants to set and
May never rise again because of its pain.
The Stars let their twinkle die;
They want to weep with me.
Neither a birdsong nor a sound of joy
Can be heard in the air
The wild animals grieve also with me
On rocks and in ravines....

ENGLISH: This folk song is originally an "Elegy about Christ on the Mount of Olives" . In the meanwhile we know, that the text was written by priest/poet Friedrich Spee von Langenfeld (1591-1635).

DEUTSCH: Dieses Volkslied ist ursprünglich ein "Trauer-Gesang von der noth Christi am Oelberg in dem Garten". Inzwischen wissen wir, dass der Priester/Dichter Friedrich Spee von Langenfeld (1591-1635) den Text schrieb.

NEDERLANDS: Dit lied is oorspronkelijk een "Treurzang over het lijden van Christus op de Olijfberg". Intussen weten we, dat priester/dichter Friedrich Spee von Langenfeld (1591-1635) de tekst schreef.

"Good Evening, Good Night" (Song 4 - opus 49)/"Guten Abend. gut' Nacht" by Johannes Brahms: 


ENGLISH: Religious Volkslied. The last words are focussed on the future of the little child(ren).

DEUTSCH: Religiös Volkslied. Die letzten Worte werden auf die Zukunft der Kinder konzentriert.

NEDERLANDS: Religieus volkslied. de laatste regel is op de toekomst van de kinderen gericht.  
 
Krijn de Lege, 12.4.2018


26.11.17

RUDOLF SCHOCK sings 'ALWAYS/HEIMWEH' by IRVING BERLIN & 'HEIMWEH' by HUGO WOLF (Update 26.11.2017)







 
 
 
 
Metamorphosen!
1925:  ' A L W A Y S  ', ein LOVE SONG von Irving Berlin (1888 - 1989).

Für ein Musical mit den Marx Brothers komponiert.
Von George S. Kaufmann mit Worten versehen.
Kurz danach aber von Kaufmann abgelehnt, weil das Wort 'always' zu "always" im Song vorkommt UND "Menschen einander nimmer für immer lieben...".  
Jedoch, Irving Berlin schenkt seiner Ehefrau Ellin den Song: er ist eben andrer Meinung.
Irving Berlin

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 Text "ALWAYS":

"Everything went wrong
And the whole day long
I'd feel so blue
For the longest while
I'd forget to smile then I met you
Now that my blue days have passed
Now that I've found you at last

I'll be loving you...always
With a love that's true...always
When the things you've planned
Need a helping hand
I will understand...always, always..

Days may not be fair...always
That's when I'll be there always
Not for just an hour
Not for just a day
Not for just a year
But always...
etc.  

1927: ' H E I M W E H ', ein HEIMATLIED.
'Always' hat sich in 'Heimweh' verwandelt.
Wurde von Fritz Löhner-Beda mit ganz andren Worten versehen.
Wurde in Europa vom Star-Tenor Richard Tauber zu genausoviel Ruhm verholfen wie 'Always' in den USA.
'Heinweh' benennt das starke Verlangen in der Fremde nach der Heimat:
"Heute in der Nacht, bin ich aufgewacht und hab' geweint
Oh, du lieber Stern, dort in weiter Fern', sei du mein Freund.
Ich hab. dich so lieblich und schön, in meiner Heimat gesehn.
Weißt du , was das heißt, Heimweh?
Alles rings umher, ist so still und leer,
Traurig rauscht das Meer vor Heimweh.

Grüß das Dörflein mein, Grüß mir jeden Stein und jeden Baum.
Steht wohl noch die Bank, wo am Waldesrand die Amsel sang?
Wenn du mein Mütterlein siehst, sag nicht, wie weh es mir ist....
Sag nur, was das heißt, Heimweh.
Tag und Nacht vergehn, keiner mich versteht,
und mein Herz vergeht vor Heimweh"


Fritz Löhner-Beda (1883 - 1942), österreichischer Schriftsteller und Librettist, verfasste - zusammen mit Ludwig Herzer - die Textbücher für Franz Lehárs 'Land des Lächelns', 'Giuditta' und 'Schön ist die Welt'. Daneben - mit Alfred Grünwald -  die Librettos für Paul Abrahams 'Viktoria und ihr Husar', 'Blume von Hawaii' und 'Ball im Savoy'.
Exklusiv von Fritz Löhner-Beda sind die Texte für Lehár-Erfolge wie 'Dein ist mein ganzes Herz!' (wovon er die Worte seiner Frau Helene widmete) und 'Freunde, das Leben ist lebenswert!'.
Fritz Löhner-Beda

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Erschütternd ist, wie das äusserst lebenswertige Leben Löhner-Bedas endete.
Im Rückblick war er naiv. Er glaubte, er würde - trotz seiner jüdischen Abkunft - nicht verfolgt werden.
Möglicherweise rechnete er mit der entscheidenden Unterstützung Franz Lehárs, dessen Operetten mit u.a. Löhner-Bedas Texten unbehindert weitergespielt werden durften.
Wie dem auch sei, die Nazis sperrten ihn ein, und bis heute ist es undeutlich, ob Lehár versucht hat, seinen Textdichter in Schutz zu nehmen.
Fritz Löhner-Beda gelangte letzten Endes über die Konzentrationslager Dachau und Buchenwald in Auschwitz hin. Dort wurde er Dezember 1942 totgeschlagen. Wahrscheinlich wusste er nicht, dass seine Frau und zwei Töchter im Teenageralter inzwischen schon ermordet waren.

1945: 'LIED DER NACH RUSSLAND VERSCHLEPPTEN'
Es ist dasselbe 'Heimwehlied' von Irving Berlin & Fritz Löhner-Beda, aber es passt auf einmal zu Liedern wie das 'Buchenwaldlied', die Fritz Löhner-Beda als KZ-Gefangener auch schrieb.

Es taucht im 'Liederschatz' von Frau Theresia László-Simon als 'Lied der nach Russland Verschleppten' auf.
Frau László-Simon (geb. 1924) aus dem ehemalig deutschen - heute polnischen - Schlesien sammelte und rubrizierte schon lange Zeit Geschichten, Dialekte und Lieder aus ihrer Heimat. Darunter befand sich das Lied der Verschleppten. Es is glaubhaft, dass sie vom originellen 'Always' oder 'Heimweh' noch nie gehört hatte.

Das gilt auch für die niederländische Journalistin Laura Starink (geb. 1954).


In ihrer eindrucksvollen, ins Deutsche übersetzten Familiengeschichte 'Meine Mutter aus Mikultschütz' (2013) schreibt sie im 15. Kapitel über ihren 3. Besuch an Mikulczyce (früher: Klausberg), der Stadt, woraus ihre Familie stammt.
Laura Starink verweist unter der Überschrift 'Verschleppung nach Osten' auf Aussagen deutscher Frauen aus Mikultschütz:
"Man habe ihre Männer mit dem Zug nach Osten deportiert und gezwungen in russischen Bergwerken (heute ukrainisch) zu arbeiten. Die Meisten kehrten niemals zurück.
Darauf fangen die Frauen an, zu singen: "Heute in der Nacht/bin ich aufgewacht/und hab' geweinet/Weisst du was das heisst? Heimweh...".
Sie verdeutlichen: "dieses Lied...sei von deutschen Männern in den russischen Straflagern gemacht" und "heimlich gesungen" worden...

1949: Rudolf Schock nahm am 25. Februar 'ALWAYS' und ein gekürztes 'HEIMWEH' auf. 

Brachte HMV/Electrola je die 'Always'-Aufnahme heraus??
Ich glaube nicht.
Jedenfalls ist sie 2012 bei Membran/Documents auf einmal da, und zwar im 10 CD-Box 'Rudolf Schock: Echo of a much-loved Voice/Nachklang einer geliebten Stimme' (Order No. 233518).

Warum nahm Schock überhaupt das englischsprachige 'Always' auf?
Versuch zur Erklärung:
Rudolf Schock befindet sich 1949 in einer international ausgerichteten Phase seiner Laufbahn.
Er ist Mitglied der Londoner Covent Garden Opera, singt in einer Vielzahl britischer Städte und ist im Begriff, Richard Taubers Tournee nach Australien zu übernehmen.

Warum dann doch keine kommerzielle Veröffentlichung?
Ich vermute, die Produzenten beurteilten Veröffentlichung als überflüssig. Schock hatte ja auch das deutsche 'Heimweh' aufgenommen. Zusammen mit einem zweiten heimatlichen Lied liesse sich eine logisch zusammengestellte 78rpm-Schellack-Schallplatte daraus entwickeln. Hatte nicht auch Tauber vor dem Krieg auf Schallplatte 'Heimweh' mit 'In der Pfalz' von Jára Benes kombiniert? Und hatte Fritz Löhner-Beda nicht auch den Text von 'In der Pfalz' geschrieben?

Bemerkenswert:
Rudolf Schock singt am 25. Februar 1949 nur die 1. Strophe von 'Heimweh'. Die 2. Strophe lässt er aus.
Ich muss annehmen, dass das absichtlich geschah.
Der Text der 2. Strophe muss so kurz nach dem Krieg nicht angebracht, sogar spiessbürgerlich oder rückfällig geklungen haben. Die erste Strophe dagegen ist voll nagender Sehnsucht nach dem, was einmal war, nach denen, die einmal waren. Ein brennendes Heimweh, das in jenen chaotischen Jahren nach dem Krieg schwer drückte: die Städte zerstört, die Bevölkerung von Tod und Verderben traumatisiert, Mangel an allem, und ominöse Aussichten auf einen Eisernen Vorhang, der in der politischen Realität zwischen Ost und West, aber vor allem in der Wirklichkeit des Alltagslebens zwischen Verwandten, Freunden, Bekannten und Kollegen zugezogen werden sollte.
Am 7. Oktober 1949 waren die beiden Deutschlande denn auch eine vollendete Tatsache.

Noch bemerkenswerter: Rudolf Schock nimmt am 28. Februar 1949, drei Tage  nach Berlin/Bedas 'Heimweh', auch ein alternatives 'HEIMWEH' auf.
Der Komponist ist Hugo Wolf (1860 - 1903).
Hugo Wolf

 
 
 
 
 
 
 
 

Der Textdichter ist  Joseph von Eichendorff (1788 - 1857):
Joseph von Eichendorff












"Wer in die Fremde will wandern,
Der muß mit der Liebsten gehn,
Es jubeln und lassen die andern

Den Fremden alleine stehn.

Was wisset ihr, dunkele Wipfel,
Von der alten, schönen Zeit?
Ach, die Heimat hinter den Gipfeln,

Wie liegt sie von hier so weit!

Am liebsten betracht ich die Sterne,
Die schienen, wie ich ging zu ihr,
Die Nachtigall hör ich so gerne,

Sie sang vor der Liebsten Tür.

Der Morgen, das ist meine Freude!
Da steig ich in stiller Stund
Auf den höchsten Berg in die Weite,

Grüß dich, Deutschland, aus Herzensgrund!

Dieses Lied dieser beiden grossen, deutschen Künstlern hört man sich als hoffnungsvolle Wendung zum Guten an:
Das Heimweh kann überwunden werden. Es gibt wieder Aussichten auf eine neue, freudenvolle Zukunft!

Krijn de Lege, 26.9.2014/updated: 25.11.2017