13.08.17

MUSIKBEISPIELE auf YOU TUBE

Interpretationsunterschiede!
Neues Video mit Wilhelm Schüchter und Robert Stolz.


1954: ein musikdramatisch kostbarer Edelstein, der anderthalb Minuten funkelt (Track 4 auf EMI-CD Nr. 7243 5 75150 2 3 mit u.a. eine Melodienfolge aus 'Die Csárdásfürstin' von Imre Kálmán).
Es betrifft aus der 'Csárdásfürstin' der 1. Teil des 1. Finales.















Das Orchester unter Wilhelm Schüchter sagt Tragik vorher.
Edwin liest sein überhastetes  Eheversprechen vor.
Sylva antwortet traurig: "Das ist ja nicht möglich...".
Ihre letzte Silbe "lich..." stirbt langsam ab.
Der Chor singt dann betont schmerzlich und träge "Die Mädis vom Chantant, die nehmen die Liebe nicht so tragisch".
Die Erkenntnis, dass der erschütterte Edwin und das verdutzte 'Mädi vom Chantant' Sylva jetzt in der Erde versenken, bringt es dahin, dass mit ihnen der Zuhörer selber in der Tiefe verschwindet.

Ein psychologischer Tiefgang, den wir dem musikdramatisch erfahrenen und in Sachen Operette unvoreingenommenen
Wilhelm Schüchter verdanken!


1967 dirigiert Robert Stolz auf dem Eurodisc-Label einen bedeutend längeren Querschnitt aus 'Die Csárdásfürstin' (SONY/EURODISC-CD Nr. 74321 21355 2)..

Hier wird vom 1. Finale, das mit den oben von mir hervorgehobenen anderthalb Minuten anfängt, viel mehr ausgeführt.



















Robert Stolz nimmt den ersten anderthalb Minuten nicht tragisch.
Er arbeitet auf einen feierlich-breiten Auftritt von Julius Katona als lebenserfahrenem Orpheumleiter hin.
Rudolf Schock wirkt in den ersten anderthalb Minuten fast agitiert und Margit Schramm antwortet mit Unglauben.
Der Günther Arndt-Chor betont heiter, ein "Mädi vom Chantant" nehme eben die Liebe nicht so tragisch.
Orpheumdirektor Feri von Kerekes (Katona) warnt beide Geliebte und die "Mädis vim Chantant" eindringlich vor einer allzu schnellen Eheentscheidung.

Der Interpretationsunterschied zwischen dem Operndirigenten Schüchter und dem Operettendirigenten Stolz ist überdeutlich.


***************************************************

Einmalige Textbehandlung!
Rudolf Schock zweimal in derselben Ausführung von Lehárs 'Immer nur lächeln' (Sou-Chong's Auftritt im 1. Akt von 'Das Land des Lächelns').
Eine Video-Version mit deutschem und eine Version mit englischem Text. 
Wilhelm Schüchter dirigiert und das Aufnahmejahr ist 1957.

Rudolf Schock interpretation of this very beautiful song is one-of-a-kind. A better thought-out text treatment I don't know!

By the way, I love this song more than 'You are my heart's delight (Dein ist mein ganzes Herz)'.
Because some blog-visitors don't speak German, I published an extra version with English subtitles on You Tube:













Krijn de Lege, 13.8.2017

Keine Kommentare: