05.12.11

RUDOLF SCHOCK SINGT UMBERTO GIORDANO, FRANCESCO CILEA UND AMILCARE PONCHIELLI


Foto EMI Music Archive






















Rudolf Schock singt Umberto Giordano, Francesco Cilea und Amilcare Ponchielli

"... Schocks germanische Italianità hatte eine Qualität, an die sich zu erinnern lohnt" (Karl Löbl/Robert Werba in Hermes Handlexikon 'Opern auf Schallplatten' 1983)

"Rudolf Schock hatte die vielgerühmte, vielgesuchte Träne in der Stimme, wie sie gewöhnlich italienischen Tenören vorbehalten ist..." (Karl Schumann, Musikkritiker der Süddeutschen Zeitung)

"... auf Italienisch demonstrierend, wie ein deutscher Gigli kantabelsten Belcanto verströmen kann" (Wolfram Schwinger 'Die Zeit' 1986)

"... der dunkle, wohlig einschmeichelnde, samtene Unterton seines lyrischen Tenors korrespondierte geradezu ideal mit einer angeborenen Musikalität und stilistischen Sicherheit, die ihm in sämtlichen Bereichen der E- und U-Musik zugute kam" (C.D. Schaumkell 'Fonoforum' 1987)

"... immer mehr wurde ich mir seiner unglaublichen Musikalität bewusst ... ein glänzendes Beispiel hört man in 'Rigoletto' unter Fricsay ...  die magischen halben Töne bilden eine Gesangsstunde an sich ... seine Verführungskünste mit dem höchsten Grad von Intimität ... (Paul Korenhof  'Opus klasiek. nl' maart 2006) 

"...Tenorstimme mit einem besonderen Schmelz, der ihn auch im italienischen Fach brillieren liess" (Daniel Hirschel 'Neue Deutsche Biographie' 23 - 2007)

Also eine Handvoll Zitaten, die den Akzent auf Live-Darstellungen, Schallplatten- und Rundfunkaufnahmen von Rudolf Schock aus dem italienischen Opernrepertoire legen. Sie beziehen sich auf den Sänger in seiner vokal wichtigsten Periode: 1946 bis in die sechziger Jahre des 20. Jhts. (für Einzelheiten: siehe den 3. Teil von 'RS, Sänger und Darsteller' und den 1. Teil von 'RS singt Gaetano Donizetti').

Schocks Affinität mit u.a. Verdi, Puccini, Donizetti, Mascagni und Leoncavallo kann man einfach aus den zahlreichen Auftritten in ihren Opern und der Programmwahl bei Opernkonzerten erschliessen, vor allem aber auch aus der Menge Aufnahmen für Rundfunk, Schallplatte und Film von - zwar oft Deutsch gesungenen - italienischen Gesamtopern und/oder Fragmenten daraus.
Zwei tontechnisch beschränkte, aber historisch interessante Privataufnahmen aus dem Jahre 1947 unterstreichen diese Affinität. Ich empfing ein Kassettentape mit diesen Aufnahmen vor einigen Jahren von Mike Richter, amerikanischem Sammler/Nonprofit-Distribuent von Opernaufnahmen und Redaktor der 'Audio (Opera-) Encyclopedia'.
Berlin 1947: Harold Byrnes und Rudolf Schock
Das Tape befand sich im Nachlass von Harold Byrnes (1927 - 2005), Richters Freund und Enzyklopädien-Mitarbeiter der ersten Stunde. Harold ('Hal') Byrnes wurde kurz nach dem Zweiten Weltkrieg von der amerikanischen Besatzungsmacht in Deutschland bei der Reanimierung des Berliner Opernlebens eingesetzt. In dieser Eigenschaft begegnete er Rudolf Schock. Byrnes bewunderte den Tenor schon schnell und befreundete sich mit ihm. Aus dieser Periode stammen die selbstgemachten Aufnahmen zweier Tenor/Bariton-Duette mit Klavierbegleitung (von Byrnes?) aus'Verdis 'La Forza del Destino' und Puccini's 'Madama Butterfly'. Byrnes hält in den Baritonpartien wacker stand, und Schocks Stimme glänzt in denen des Tenors. 'Multikulturell' ist an der Verdi-Aufnahme, dass Byrnes Italienisch singt und Schock Deutsch.

In Schocks diskographischem Nachlass werden neben Werken von Verdi, Puccini u.a. auch Fragmente aus Opern italienischer Komponisten genannt, die beim breiten Publikum weniger bekannt sind. Der Name Amilcare Ponchielli erinnert vielleicht hier und da noch an den populären 'Tanz der Stunden'. Umberto Giordano aber ist lästiger einzuordnen (jedenfalls soll man ihn nicht mit dem 'Caro mio ben'-Komponisten Giordanverwirren) und Francesco Cilea ist fast völlig unbekannt.

'VERISMO'
In meinen Einführungen bei 'RS singt d'Albert/Bizet/Donizetti' beschrieb ich  kurz den Übergang im 19. Jht vom strengen, italienischen 'schönen Gesang (bel canto)' in eine freiere Gesangskunst, deren dramatischer Ausdruck reichlich drastisch war. Dieser neue 'Belcanto' klang aus der Kehle 'irdischer Opernfiguren', die an die Stelle mythologischer Helden und Heldinnen traten. Die Librettisten ersetzten 'Statische Typen' allmählich durch 'natürlichere Charaktere' aus einem Alltagsleben, worin hinreissend gelebt und gestorben wurde. Das Publikum wünschte sich realistischere Operngeschichten, greifbare Figuren in einer greifbaren Welt: der 'verismo' eroberte das Musiktheater. 

Amilcare Ponchielli (1834 - 1886)
Die späteren Opern von Gaetano Donizetti, 'Carmen' von Georges Bizet aus dem Jahre 1875, Guiseppe Verdis Opern von 'Nabucco' (1842) ab und Amilcare Ponchiellis bedeutendste Oper 'La Gioconda' (1876) markieren den Übergang zum 'verismo'. In Italien schafft Verdis persönlicher 'verismo' qualitativ stets bemerkenswertere Opern: seine Charaktere widerspiegeln nicht nur das Benehmen 'gewöhnlicher Leute', sondern zugleich den immer wieder wechselnden Wahn des Alltags, der dieses Benehmen beeinflusst.

Ponchielli komponiert mit 'La Gioconda' eine Oper, die in Italien und Nord- und Südamerika zum Standardwerk der veristischen Operngattung wird. Auch unterrichtet er um 1876 herum Pietro Mascagni ('Cavalleria rusticana', 1890) und Ruggiero Leoncavallo ('Pagliacci', 1892), die etwa 15 Jahre später beide den 'verismo' wirklich populär machen sollten. Giacomo Puccini ('Manon Lescaut', 1893, 'La Bohème', 1896, 'Tosca', 1900, 'Madama Butterfly', 1904) studiert auch bei Ponchielli und ist ebensogut dem 'verismo' tributpflichtig. Aber wie Verdi konfrontiert er seine Opernfiguren ausdrücklicher mit dem Zeitgeist, der sie überkommt.

'La Gioconda'
lebt in Venedig und ist Strassensängerin (Mit jener andren 'Gioconda' oder 'Mona Lisa' von Leonardo da Vincis Gemälde hat sie nichts zu tun). Obschon der Name 'Gioconda' 'mit Freude' bedeutet, geht es freudlos mit ihr aus:
Maria Callas als Gioconda
An der Unterseite der Gesellschaft gibt es den Strassensängerkollegen Barnaba, der Gioconda anbetet. Aber ihr Herz klopft für jemanden ganz oben: Enzo, einen Edelmann aus Genua. Enzo liebt seinerseits Laura, die Gattin eines schonungslosen Inquisitoren (Ketzerjägers). Barnaba 'regelt' für Enzo und Laura ein nächtliches Rendezvous auf Enzos Schiff, aber gleicherzeit warnt er Lauras Gatten. Der dramatisch überladene Plot zerrt den Zuschauer von einer Katastrophe in die andre. Am Ende der Tragödie führt eine Gondel Enzo und Laura - mit Freude - ins Glück (?), während Gioconda, um den Liebesakt Barnabas zu entkommen, Selbstmord begeht.

Die 'Danza delle ore (Tanz der Stunden)' ist ein Ballett, das im 2. Bild des 3. Aktes getanzt wird (die Oper zählt 4 Akte): der Inquisitor gibt ein Fest, weil er glaubt, er habe seine Gattin Laura gezwungen, sich zu vergiften. Die Tenorarie 'Cielo e mar (Himmel und Meer)' singt Enzo im 2. Akt auf dem Schiff. Er wartet unter dem Sternhimmel auf Laura, mit der er  das tückische Rendezvous hat.

Das Opernlibretto ist von 'Tobia Gorrio', hinter dem sich Arrigo Boïto  (1842 - 1918) versteckt.
Gorrio/Boïto gründete seinen Text auf Victor Hugos Schauspiel 'Angelo, der Tyrann von Padua'. Arrigo Boïto hat sich in der Musikgeschichte auf zweierlei Weise unsterblich gemacht: erstens dadurch, dass er 'Mefistofele', eine eigene brillante Oper nach Goethes 'Faust', komponierte (1868) und zweitens, weil er die Textbücher für Guiseppe Verdis absolute Meisterwerke 'Otello'(1887) und 'Falstaff'(1894) verfasste.
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Rudolf Schock singt aus 'La Gioconda'
  • 2. Akt: 'Cielo e mar' (1963)
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Francesco Cilea (1866 - 1950)
Cilea studierte zusammen mit Umberto Giordano am Konservatorium von Neapel. Sein Wesen war zurückhaltend, schüchtern sogar und sein 'verismo' mild: weniger dramatisch, poetischer, lyrischer. Das Foto des Tenors Tito Schipa, der eine schützende Hand auf die Schulter Cileas legt, passt zu dieser Charakterisierung.
Francesco Cilea am Klavier
mit Tito Schipa




















Cilea beeindruckte mit der Oper 'Adriana Lecouvreur',  die mit Enrico Caruso an der Mailander Scala 1902 Premiere hat. Einige Jahre vorher aber hatte er mit der 'L'Arlesiana' schon die Aufmerksamkeit auf sich gelenkt. Der 24-jährige Caruso verbuchte in dieser Oper mit der Rolle von Federico seinen ersten grossen, italienischen Erfolg. Federicos 'lamento (Klagegesang)' 'E la solita storia del pastore (s'ist die alte Geschichte von dem Hirten)' behauptete sich auf dem Programm der berühmten Tenöre.

'L'Arlesiana' 
Vielleicht ehrte Cilea mit dieser Oper aus dem Jahre 1897 den französischen Schriftsteller Alphonse Daudet (1840 - 1897), der im selben Jahr starb. Jedenfalls beruht das Libretto von Leopoldo Marenco auf 'L'Arlésienne (Mädchen von Arles)', einem Schauspiel von Daudet aus dem Jahre 1872, wofür niemand weniger als Georges Bizet die Bühnenmusik schrieb (siehe auch 'RS singt Bizet'). Bizets 'L'Arlésienne suite' lebt bis auf heute selbständig - unabhängig von Daudets Stück also - im Konzertsaal weiter. Cilea/Marencos Oper erlebte dagegen noch ganz selten eine Aufführung.

Handlung der Oper:
Die  verwitwete Bauersfrau Rosa Mamai hat 2 Söhne: einen geistesgestörten, kleinen Jungen, den man wahrscheinlich deshalb 'L'Innocente (den Unbekannten)' nennt, und einen erwachsenen Romantiker Federico. Federico hat sich nur so, aus einer überspannten Phantasie, in ein Mädchen verliebt, das er noch nie gesehen hat. Den Zuschauern bleibt sie während der gesamten Oper gleichfalls verborgen. Niemand aus dem Dorfe kennt sie, Metifio, den Pferdeknecht ausgenommen, der Rosa berichtet, er habe "die Schlampe" schon mehr als ein einziges Mal besucht.
Rosa hat im 2. Aufzug alles dafür übrig, dass ihr Patenkind Vivetta sich mit Federico verheiratet. Federico verlässt darum frustriert den Bauernhof. Er läuft jedoch dem jüngeren Bruder in die Arme, der sich in Gesellschaft von einem alten Hirten befindet. Wenn 'L'Innocente einschläft, überredet der Hirt Federico, Arles nicht zu verlassen. Federico singt dann das 'lamento' 'E la solita storia...' . Er deckt den schlafenden Knaben zu und ist eifersüchtig auf das Kind, weil es so sorglos schlafen kann.
Im 3. und letzten Aufzug heiratet Federico widerwillig Vivette, aber die unstillbare Sehnsucht nach 'L'Arlesiana' macht ihn wahnsinnig. Er bildet sich ein, dass 'seine' Geliebte nach ihm um Hilfe ruft, und springt aus dem Fenster des Heubodens dem Tode entgegen.
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Rudolf Schock singt aus 'L'Arlesiana':
  • 2. Akt: 's Ist die alte Geschichte (E la solita storia)' (1969)
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Umberto Giordano (1867 - 1948)
Umberto Giordano im Jahre 1896
Giordano brach 1896 in Mailand mit der Oper 'Andrea Chenier' durch, die zum wahren Welterfolg wurde. Zwei Jahre später wurde Giordano wegen seiner 'Fedora' wiederum bejubelt. Wie bei Cilea trug Enrico Caruso als Federico seinen Anteil dazu bei. Auch gelang es dem Startenor, 'Fedora' in New York aufführen zu lassen (1906).  Die andern Opern von Giordano kamen nicht so an, obwohl - laut Leo Riemens (1959) - die drei letzten Opern "das Wichtigste seien, das Giordano geschrieben habe". Eine dieser Opern: der Einakter 'Mese Mariano (Marienmonat)' "solle Puccini tüchtig zur 'Schwester Angelica' angeregt haben".

'Fedora'
Prinzessin Fedora Romanov hofft, den Grafen Vladimir Andrejevich zu heiraten. Dieser stirbt aber, bevor es soweit kommt. Fedora erfährt, der Graf sei ermordet worden. Sie zieht, nachdem sie das Personal befragt hat, die Schlussfolgerung, Graf Loris Ipanov müsse der Mörder sein. Sie schwört, den Tod des Grafen Vladimir zu rächen.
Im 2. Akt verlockt Fedora Loris dazu, einem Fest in Paris beizuwohnen. Loris tritt an sie heran. Es ist klar, er habe sich in sie verliebt. Fedora gibt ein doppeldeutiges Signal ab, worauf Loris reagiert mit der 'arioso' 'Amor ti vieta di non amar (Liebe gestattet Ihnen nicht, liebzuhaben)' (arioso = kleines, melodiöses Sologesangsstück auf der Grenze zwischen Rezitativ und Arie ).

Fedora gelangt allmählich zur festen Überzeugung, Loris, sein Bruder und ein Freund hätten den Mord begangen. Sie beauftragt jemanden, den Behörden sofort einen Brief zu überbringen. Wenn Loris später zurückkommt, überschüttet Fedora ihn mit Beschuldigungen. Loris macht ihr deutlich, es ginge um ein ehrliches Duell. Vladimir hätte nämlich Loris' Gattin verführt. Fedora glaubt ihm, gerade in dem Augenblick, als Polizisten im Begriff sind, in den Salon einzudringen und Loris festzunehmen. Fedora hilft Loris bei der Flucht.

Der letzte Akt bringt noch mehr Elend. Loris und Fedora sind in die Schweiz gefahren. Dort empfängt Loris die Nachricht, sein Bruder und sein Freund seien durch Zutun einer Frau verhaftet worden. Sie stürben unter verdächtigen Umständen in Gefangenschaft, und die alte Mutter habe die Unglücksbotschaft nicht überlebt. Fedora gesteht, SIE sei jene Frau. Sie stirbt in Loris' Armen, nachdem sie heimlich Gift genommen hat.

Das Libretto von Arturo Collautti - nach einem Bühnenstück von Victorien Sardou - leidet unter einem Übermass schauderhafter Ereignisse und mutet schon geraume Zeit veraltet an. Nur die Tenorarioso 'Amor ti vieta...' konnte sich der Vergessenheit entziehen. 
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Rudolf Schock singt aus 'Fedora':
  • 2. Akt: 'Amor ti vieta di non amar' (1963)
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Umberto Giordanos Beerdigung am 14. November 1948







'Andrea Chenier'
Luigi Illica (1857 - 1919) schrieb das Textbuch für das dramatisch aufreibende Werk, und Giordan0 komponierte die prachtvolle Musik dazu. Verdi hätte sich für so eine Oper bestimmt nicht geschämt. Die Handlung ist im Geiste des Verismus: roh und spannend, aber die Hauptfiguren machen überdeutlich eine Entwicklung durch. Ihr Bild von den Geschehnissen um sie herum ändert sich, und damit ändert sich auch ihr Benehmen, das risikovoll wird. Die Oper spielt sich zwischen 1789 und 1794 ab, kurz vor und während der Französischen Revolution. Die wichtigsten Rollen: der junge Dichter Andrea Chenier, Carlo Gérard, Lakai im Palast der Gräfin de Coigny und - später -führender Revolutionär, und Maddalena de Coigny, Tochter der Gräfin.

Der echte Dichter André Marie (de) Chénier lebte von 1762 bis 1794.
Seine Gedichte und Streitschriften könnten in historischer Perspektive als eine frühe Ausdrucksform der 'romantischen' Bewegung aufgefasst werden. Die 'Romantiker' hegten Ideale, womit sie aus der Realität des Lebens treten wollten. Zu diesen Idealen gehörten auch die Zielsetzungen der Revolution. Es ist bekannt, dass der anfängliche Revolutionär Chénier diese Zielsetzungen schon bald mit einem Fragezeichen versah. Er wurde darum als Verräter gesehen, verhaftet und hingerichtet. Die Revolution frisst eben sehr oft die eigenen Kinder.
Marats Tod (Gemälde von Jacques Louis David)









Foto Bregenzer Festspiele 2011
'Andrea Chenier'/ Karl Forster
Die Oper fängt wieder mit einem Fest an, und zwar im Palaste der Gräfin de Coigny. Die adligen Gäste sind verärgert über ein Gedicht, das der Dichter Andrea Chenier - eigentlich auf dringendes Verlangen der Maddalena - deklamiert: Arie 'Un di all'azzurro spazio...(Den Blick hatt' ich einst erhoben)'. Er fragt sich darin, warum nicht alle Menschen an der von Gott gegebenen Liebe Seiner Schöpfung beteiligt sein können. Die Festversammlung bekommt es erst gut mit der Angst zu tun, wenn der aufständische Lakai Carlo Gérard die grossen Gartentüren aufmacht und eine Horde von hungrigen Bettlern hereinmarschieren lässt.

Fünf Jahre später (1794) ist Chenier in einem Pariser Lokal und sieht er sich die ruhelose Menschenmenge in den Strassen an. Er zweifelt nun ernsthaft am Sinn der Revolution (!). Die Revolutionäre misstrauen schon einige Zeit seinen Absichten und bespitzeln ihn. Dann erscheint - als Volksmädchen vermummt - Maddalena: ihre Mutter sei getötet und das väterliche Haus zerstört worden. Sie ist untergetaucht und bestreitet in zweifelhafter Weise ihren Unterhalt. Chenier und Maddalena entbrennen in Liebe füreinander, aber in diesem Moment tritt Gérard - inzwischen einer der revolutionären Prominenten - auf die Bühne. Ein Spitzel hat ihm den goldenen Tip gegeben. Gérard erkennt anfangs nur die Maddalena, in die er sich in seinem vorigen Dasein verliebt hat. Maddalena schlüpft rasch weg, wenn Gérard und Chenier einander im Duell bekämpfen. Gérard wird verletzt, und erst dann erkennt er Chenier. Er erinnert sich an Cheniers Gedicht, worin letzterer die alte Gesellschaft anklagte und lässt ihn fliehen.

I 3. Akt wird Chenier verhaftet. Gérard gelangt in seiner Zerrissenheit zur Erkenntnis, er sei nur noch hinter einer persönlicher Rache her. Maddalena meldet sich freiwillig und ist bereit sich Gérard hinzugeben. Aber das Gute in Gérard siegt. Er nimmt die Beschuldigingen gegen Chenier zurück und verteidigt ihn beim Gerichtsverfahren. Dessenungeachtet lautet das Urteil, Chenier werde guillotiniert.

Der letzte Akt:
Chenier wartet in einer Zelle auf die Vollziehung des Urteils. Er liest seinem guten Freund Roucher sein letztes Gedicht vor: 'Come un bel di di Maggio (Gleich einem Frühlingsabend)'. Maddalena lässt sich von Gérard ins Gefängnis schmuggeln. Sie und Chenier singen das Liebesduett 'Vicino a te...(Du kommst zu mir, und der Himmel erhellt den dunklen Raum)'. In der Frühe des nächsten Morgens besteigen sie den Henkerskarren, der zur Guillotine fährt.

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Rudolf Schock singt aus 'Andrea Chenier':
  • 1. Akt: 'Un di all'azzurro spazio'/'Den Blick hatt' ich einst erhoben'(1951/1956)
  • 4. Akt: 'Gleich einem Frühlingsabend (Come un bel di di Maggio)' (1956)
  • 4. Akt: (mit Joan Hammond): 'Vicino a te...' (1950)
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Rudolf Schock singt Ponchielli, Cilea und Giordano
Rudolf Schock sang italienische Lieder und Opernfragmente bei weitem nicht immer in deutscher Sprache, wie man oft denkt oder schreibt. Das Verzeichnis mit Aufnahmen in der ursprünglichen Sprache zählt immerhin ungefähr 60 Titel auf Englisch, Französich und vor allem Italienisch. Von den sechs Opernfragmenten aus dem Werk von Ponchielli, Cilea und Giordano nahm Schock vier Titel in italienischer Sprache auf.

'CIELO E MAR' und 'AMOR TI VIETA'  
Enzos Arie 'Cielo e mar' aus 'La Gioconda' von Ponchielli und Loris' Arioso 'Amor ti vieta' aus Giordanos 'Fedora' sind Eurodisc-Aufnahmen aus dem Jahre 1963.
Wilhelm Schüchter dirigiert und Rudolf Schock - ausgezeichnet bei Stimme -serviert beide Solos auf Italienisch. Dazu singt er stilvoll, mit Flair und ohne Übertreibung.

'Cielo e mar' und 'Amor ti vieta' sind nicht auf CD erhältlich.
Sie stehen beide auf der alten LP 'Rudolf Schock - ein Sängerporträt' (Eurodisc 70608 KR).





Das kleine, aber feine 'Amor ti vieta' kann man auf der DVD 'Rendezvous mit Rudolf Schock' (Zyx Music DVD 3202) hören, die in kurzem aus Anlass des 25. Todestages von Rudolf Schock erscheint.


'Cielo e mar' kommt weiter auf der LP 'Rudolf Schock - Erinnerungen an Benjamino Gigli' (Eurodisc 78571 IU) vor.
N u r  auf dieser LP gibt es übrigens - insofern ich weiss -  auch Schocks deutschsprachige Version von Federicos Klagelied 'E la solita storia ('s ist die alte Geschichte)' aus Cileas 'L'Arlesiana'.

'S IST DIE ALTE GESCHICHTE VON DEM HIRTEN (E la solita storia...)'
wurde von Eurodisc Anfang Juni 1969 in deutscher Sprache aufgenommen, in einer Woche, worin Rudolf Schock ausschliesslich französische Opernarien einsang. Ich fragte mich oft, wie das italienische Gesicht in die französische Runde gekommen war. Der Grund könnte ein Missverständnis sein: 'L'Arlésienne' von Bizet, ein Rezitativ, das an französische Komponisten wie Massenet oder Thomas erinnert, und die Lyrik von Ciléa, die eigentlich Cilea hiess. Wie dem auch sei, ich bin sehr glücklich mit diesem ergreifend gesungenen 'lamento'. Für mich gehört es zum Kanon von Schocks schönster Darstellungen auf Platte oder Band.


Aber wie gesagt: das Cilea-Fragment finde ich allein auf der LP 'Rudolf Schock - Erinnerungen an Benjamino Gigli'.



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'ANDREA CHENIER'
Die Titelrolle verlangt einen 'demi-caractère ténor (tenore lirico spinto)', einen Tenor, der Lyrik und Dramatik mixen kann.
Solche Tenöre sind per definitionem ausserordentlich vielseitig (z.B. Gedda, Domingo, Schock), was nicht wegnimmt, dass auf beiden Seiten der (Stimm)Bandbreite Spezialisten aktiv sind, die ihnen entweder in strömender Lyrik (Wunderlich) oder metallischer Dramatik (Heldentenöre wie Del Monaco) überlegen sind.

Die Aufnahmen um 1950 herum aus der Oper 'Andrea Chenier' zeigen, dass Rudolf Schocks  primär lyrisch veranlagte Tenorstimme sich im 35-jährigen Alter schon stark in Richtung 'tenore drammatico' entwickelte. Die baritonale Klangfarbe seiner Stimme und die besondere Qualität seines höheren Mittenregisters boten dafür eine solide Basis.

'UN DI ALL'AZZURRO SPAZIO'
Cheniers Protestsong aus dem 1. Akt nimmt Rudolf Schock 1956 für Electrola auf: in deutscher Sprache und mit dem Dirigenten Wilhelm Schüchter.
Im Jahre 1985 wird aber deutlich, dass es eine noch ältere Aufnahme in italienischer Sprache gibt (auch mit Schüchter). Dann erscheinen nämlich - aus Anlass des 70. Geburtstages von Rudolf Schock - auf dem Acanta-Label acht LPs mit Schock, der in den Fünfzigern - eigentlich schon in den ausgehenden Vierzigern - in verschiedenen Rundfunkstudios allerhand glanzvolle Aufnahmen aus Opern und Operetten gemacht hatte. Darunter befand sich das Lied 'Un di all'azzurro spazio' aus 'Andrea Chenier, das Mai 1951 in Hamburg aufgenommen wurde.

Schock überzeugt ganz und gar in diesem verbalen (und vokalen) Angriff Cheniers auf den wohlhabenden Adel. Die deklamatorischen Texte/gesungenen Ausrufe sind mit Recht aufhetzend und Furcht einjagend, und die melodiösen, poetischen Teile möglichst sinnlich.

Auf der LP aus dem Jahre 1985 (Acanta 40.23 552) klingt diese besondere (m. E. auch kanonwürdige) Rundfunk-Aufnahme angenehm räumlich. Bei den späteren CD-Veröffentlichungen auf Gala ('Rudolf Schock - the Earliest Recordings' - GL 313) und Da-music ('Rudolf Schock, Ein Portrait' - CD 870 196-2), mitsamt im Upload auf YouTube ist die Räumlichkeit unnötig verstärkt worden. Müsste ich aber eine digitale Version wählen, präferierte ich die auf Da-music.
'Rudolf Schock, Ein Portrait' Da-music

'DEN BLICK HATT' ICH EINST ERHOBEN (Un di all'azzurro spazio)'
Die deutsche Version in italienischem Stil aus dem Jahre 1956 beeindruckt deklamatorisch auch. Schock's Stimme färbt deutlich baritonaler als 1951. Der Ton der Electrola-Aufnahme reicht aus, aber ist ein wenig 'trocken'. (Das war 1956 auch der Fall bei Electrolas Gesamtaufnahme des 'Meistersingers' von Wagner unter Rudolf Kempe mit Ferdinand Frantz, Elisabeth Grümmer und Rudolf Schock. In den VS scheint von dieser hochangesehenen 'Meistersinger' im Jahre 2010 eine tontechnisch stark verbesserte Version gemacht zu sein: Pristine Audio PACO 052).

Auf CD gibt es die Arie auf dem schon wieder 20 Jahre alten EMI 3 CD-Set 'Rudolf Schock - Portrait' - EMI CZS 7 67183 2 und auf CD 5 der rezenten 10 CD-Box 'Rudolf Schock, seine schönsten Lieder aus Oper, Operette und Film' - Membran/Documents 232541. Dazu ist sie im Internet auch als Musik-Download zu erhalten. 
EMI 3 CD-Set

'GLEICH EINEM FRÜHLINGSABEND (Come un bel di di Maggio)'
Diese Arie aus dem 4. Akt nimmt in 'Andres Chenier' so ungefähr dieselbe dramatisch wirkingsvolle Position wie 'E lucevan le stelle' in Puccinis 'Tosca' ein. Rudolf Schock sang sie am selben Tage als 'Den Blick hatt' ich einst erhoben', und zwar am 25. September 1956. Die Darstellung ist ebenso gut, und der Ton ebenso 'trocken'. Mitten in der Aufnahme aber kann man hören, dass 'geschnitten' wurde. An sich ist (und war) so etwas bei Schallplatten-Aufzeichnungen eine ganz normale Verhaltensweise, aber man muss es wohl so machen, dass der Zuhörer nichts davon mitkriegt.

Die ursprüngliche Aufnahme (je auf LP) ist von EMI nicht auf CD herausgebracht. Aber auf der 5. CD der unter 'Den Blick hatt' ich einst erhoben' genannte 10 CD-Box von Membran/Documents ist sie zu hören.

'VICINO A TE ...'
Die neuseeländische Sopranistin Joan Hammond (Maddalena) und der deutsche Tenor Rudolf Schock (Chenier) nehmen am 8. Mai 1950 in London das grosse Schlussduett aus 'Andrea Chenier' auf. Schock ist dann fast am Ende seines Engagements an der 'Royal Opera House Covent Garden' (siehe auch: 'RS singt Sir Arthur Bliss). Das Philharmonia Orchestra London steht unter der Leitung von Issay Dobrowen.

Joan Hammond (1912 - 1996)
Dame Joan Hammond
Joan Hammond studierte Gesang in London, Wien und Italien. Sie debütierte 1938 in London. Nach dem Krieg sang sie u.a. an den Opernhäusern von Wien, London (1948 mit Rudolf Schock in 'La Bohème' von Puccini) und Paris. Gastauftritte und Konzerte fanden in Sowjet-Russland und in Amerika statt. Nach einem Herzanfall im Jahre 1965 sang Joan Hammond nicht mehr. Als Gesangspädagogin arbeitete sie aber im Dienste der Musik weiter. Königin Elisabeth II erhob sie 1974 als 'Dame of the British Empire' in den Adelsstand.

Joan Hammond nahm 1950 mit Rudolf Schock für HMV (das spätere EMI) neben dem Finale aus 'Andrea Chenier' auch das sogenannte 'Kirschenduett (Suzel, buon di)' aus Mascagnis 'L'Amico Fritz' auf.

Issay Dobrowen (1891 - 1953)
Issay Dobrowen

Der gefeierte, russisch/norwegische Dirigent, Konzertpianist und Komponist Issay Dobrowen dirigierte über die ganze Welt: Von San Francisco bis New York, von Bulgarien bis Israel, von Moskau bis London. Eine feste Stellung als Dirigenten für eine längere Periode hatte er in Sofia, London und Oslo. Dobrowen nahm in den späten Dreissigern des vorigen Jhts. die norwegische Nationalität an.


Rudolf Schock und Joan Hammond im Schlussduett von 'Andrea Chenier'
Vor langer Zeit fand ich auf einem Rotterdamer Flohmarkt zwei brechbare Schallplatten (Umdr. 78!) mit dem 'Chenier'-Duett und dem 'Kirschenduett'. Die Schellackplatten rauschten um die Wette, aber die wunderschöne Musik bereitete mir eine Riesenfreude. Sie klang - wie sich im Laufe der Zeit herausstellte - auf den alten Platten tontechnisch dynamischer als auf den neuzeitlichen LPs und CDs.
Rudolf Schock in London
(Foto: 'Der Spiegel' 1950)
Die Aufnahme des Kirschenduetts aus Mascagnis Oper wurde von der Kritik während der ganzen Jahre in allen Tonarten gelobt: "... hier kann man die hohe lyrische Qualität des Tenors bewundern, das schöne, romantische Timbre, die Fähigkeit zur echten Mezzavoce und seine ausserordentliche Musikalität..." ('Fonoforum' zu Anfang der 90er Jahre anlässlich des damals neuen EMI-Rudolf Schock Portraits CZS 7 67183 2). In derselben Besprechung preist der begeisterte Kritiker Schock auch in 'Andrea Chenier': "Schock demonstriert seine Spannweite in Richtung dramatisches Fach beeindruckend".

Schock und Hammond singen das grosse Duett, das zugleich das Finale der Oper ist, mit versengender Leidenschaft. Im Schlussteil müssen sie all ihre stimmlich-dramatischen Reserven angreifen: inmitten der Klangexplosionen aus dem Orchester folgt eine lange angehaltene hohe Note der andren. Aber  - im Taumel des Anlaufs zum ekstatischen Höhepunkt: 'Viva la morte insiem (Es lebe der Tod - zusammen)!' - sieht der lyrische Tenor Rudolf Schock dennoch die Möglichkeit zur einem in die Seele schneidende Mezzavoce, womit Andrea Chenier den herannahenden Tod, als wäre dieser der Sonnenaufgang, willkommen heisst ('Ah, viene come l'aurora!').
Rudolf Schock singt Giordano, Mascagni, Puccini e.a.























Dieses Duett ist als Download zu haben. Weiter findet man es u.a. auf der CD 'Opera Heroes: Rudolf Schock' EMI 7243 5 6681125, dem 3 CD-Set EMI CZS 7 67183 2 und auf der 5. CD der 10 CD-Box von Membran/Documents (232541)

Krijn de Lege, 5.12.2011
Nächstes Mal: Rudolf Schock singt Michael Glinka und Alexander Dargomyschski.

(Gerne wünsche ich den geschätzten Lesern meiner Texte einen festlichen Dezembermonat und ein gesundes und glückliches 2012!) 

RUDOLF SCHOCK ZINGT UMBERTO GIORDANO, FRANCESCO CILEA EN AMILCARE PONCHIELLI

Foto Emi Music Archive

 
Rudolf Schock zingt Umberto Giordano, Francesco Cilea en Amilcare Ponchielli

"...Schocks germanisch 'Italianità' (Italiaanse stijl) had een kwaliteit, die het waard is om herinnerd te worden" (Karl Löbl/Robert Werba in Hermes Handlexikon 'Opern auf Schallplatten' 1983) 

"Rudolf Schock had de veel geroemde en veel gezochte 'traan in de stem', die gewoonlijk Italiaanse tenoren is voorbehouden ... (Karl Schumann, Musikkritiker der Süddeutschen Zeitung)

"...in het Italiaans demonstrerend, hoe uit een Duitse Benjamino Gigli het allermooiste belcanto kon stromen" (Wolfram Schwinger 'Die Zeit' 1986)

"... de donkere, aangenaam in 't gehoor liggende, fluwelen ondertoon van zijn lyrische tenor correspondeerde volkomen met een combinatie van aangeboren muzikaliteit en stilistische zekerheid, die hem op alle terreinen van de 'ernstige' en populaire muziek van pas kwam" (C.D. Schaumkell 'Fonoforum' 1987) 

" ... steeds meer werd ik me bewust van zijn ongelooflijke muzikaliteit. Een schitterend voorbeeld horen wij in 'Rigoletto' onder Fricsay ... zijn magische halve tonen vormen een zangles op zich ... verleidingskunsten met de hoogste graad van intimiteit ..." (Paul Korenhof 'Opus klassiek.nl' maart 2006)

"... tenorstem met een bijzondere 'Schmelz', die hem ook in het Italiaanse repertoire deed uitblinken" (Daniel Hirschel 'Neue Deutsche Biographie' 23 - 2007)

Aldus een handvol citaten, die het accent leggen op live-vertolkingen, plaat- en radio-opnamen van Rudolf Schock uit het Italiaanse opera-repertoire. Ze gaan over de zanger in zijn vocaal belangrijkste periode: van 1946 tot in de jaren zestig van de vorige eeuw (zie voor details deel 3 van 'RS: zanger en vertolker' en deel 1 van 'RS zingt Gaetano Donizetti').

Schock's affiniteit met o.a. Verdi, Puccini, Donizetti, Mascagni en Leoncavallo valt eenvoudig af te leiden uit zijn optredens in een groot aantal van hun opera's, uit zijn programmakeuze bij operaconcerten en uit zijn talrijke opnamen voor radio, grammofoonplaat én film van complete Italiaanse opera's en/of fragmenten daarvan.

Twee geluidstechnisch beperkte, maar historisch interessante privé-opnamen uit 1947 onderstrepen die affiniteit. Ik ontving een cassette-bandje met die opnamen een paar jaar geleden van Mike Richter, Amerikaans verzamelaar/nonprofit-distributeur van opera-opnamen en samensteller van een 'Audio (Opera-) Encyclopedia'.
Het bandje bevond zich in de nalatenschap van Harold Byrnes (1927 - 2005), een vriend van Richter, die vanaf het eerste uur aan diens 'Encyclopedia' had meegewerkt. Harold ('Hal') Byrnes werd kort na de 2e wereldoorlog door het Amerikaanse bezettingsleger in Duitsland ingezet bij het reanimeren van het Berlijnse operaleven. In die hoedanigheid ontmoette hij Rudolf Schock.
Berlijn 1947: Harold Byrnes en Rudolf Schock
Byrnes bewonderde de tenor al snel en raakte met hem bevriend.
Uit die periode stammen de door hen zelf gemaakte opnamen van twee tenor/bariton-duetten met piano-begeleiding (van Byrnes?) uit Verdi's 'La Forza del Destino' en Puccini's 'Madama Butterfly'. Byrnes weert zich waardig in de baritonpartijen en Schock's stem glanst in die van de tenor. 'Multicultureel' aan de Verdi-opname is, dat Byrnes Italiaans zingt en Schock Duits.

In Schock's discografische nalatenschap worden behalve werken van Verdi, Puccini e.a. ook fragmenten genoemd uit opera's van Italiaanse componisten, die bij het brede publiek niet zo bekend zijn. De naam van Amilcare Ponchielli zal hier en daar nog wel aan de populaire 'Urendans' worden gekoppeld (in Nederland misschien aan 'La Courtine', gezongen door Rijk de Gooijer). Umberto Giordano is echter lastiger te plaatsen (hij moet in elk geval niet worden verward met Giordani, componist van 'Caro mio ben') en Francesco Cilea is bijna helemaal onbekend.

'VERISMO'
In mijn inleidingen bij 'RS zingt d'Albert/Bizet/Donizetti' beschreef ik al kortweg de 19e eeuwse overgang van het strenge Italiaanse 'bel canto (mooie zang)' naar een lossere zangstijl met een flinke scheut dramatische expressie. Dat nieuwe 'belcanto' klonk uit de mond van 'aardse mensen', die in de plaats kwamen van mythologische helden en heldinnen. 'Statische types' moesten wijken voor 'natuurlijker karakters' uit het dagelijkse leven, waarin meeslepend werd geleefd en gestorven. Het publiek vroeg om realistischer opera-verhalen, om grijpbare mensen in een grijpbare wereld: Het 'verismo' veroverde het muziektheater.

AMILCARE PONCHIELLI (1834 - 1886)
Amilcare Ponchielli
De latere opera's van Gaetano Donizetti, 'Carmen' van Georges Bizet uit 1875, Guiseppe Verdi's opera's vanaf 'Nabucco' (1842) en Amilcare Ponchielli's belangrijkste opera 'La Gioconda' (1876) markeren de overgang naar het 'verismo'. In Italië brengt Verdi's persoonlijk 'verismo' kwalitatief steeds hoogstaander opera's voort: zijn karakters weerspiegelen niet alleen het gedrag van 'gewone mensen', maar tegelijk de steeds weer veranderende waan van de dag, die dat gedrag beïnvloedt.
  
Ponchielli componeert met 'La Gioconda' een opera, die in Italië en Noord- en Zuid-Amerika een standaardwerk van het veristische operagenre wordt. Tevens geeft hij les aan Pietro Mascagni ('Cavalleria rusticana', 1890) en Ruggiero Leoncavallo ('Pagliacci',1892), die zo'n 15 jaar later het 'verismo' echt populair zouden maken. Giacomo Puccini ('Manon Lescaut', 1893, 'La Bohème', 1896, 'Tosca', 1900, 'Madama Butterfly' 1904) studeert ook bij Ponchielli en is evengoed schatplichtig aan het 'verismo'. Maar net zoals Verdi confronteert hij zijn operafiguren met de tijdgeest, die hen overkomt.

'La Gioconda'
leeft in Venetië en is straatzangeres (Met die andere 'Gioconda' oftewel de 'Mona Lisa' van Leonardo da Vinci's schilderij heeft zij niets van doen). De naam 'Gioconda' betekent 'met vreugde', maar het loopt zonder vreugde met haar af:
In de benedenwereld is het collega-straatzanger Barnaba, die Gioconda aanbidt. Maar haar hart klopt voor iemand van de bovenwereld: Enzo, een edelman uit Genua. Enzo is op zijn beurt verliefd op Laura, vrouw van een meedogenloze inquisiteur (ketterjager). Barnaba 'regelt' voor Enzo en Laura een nachtelijk rendezvous op Enzo's schip, maar tegelijkertijd waarschuwt hij Laura's echtgenoot.
Maria Callas als Gioconda
De dramatisch overladen operaplot sleurt de toeschouwer van de ene rampspoed in de andere. Aan het eind van de tragedie varen Enzo en Laura in een gondel het geluk (?) tegemoet, maar pleegt Giocondo zelfmoord om aan de begerige armen van Barnaba te ontkomen.

De 'Danza delle Ore (Urendans)' is een ballet, dat voorkomt in het 2e toneel van het 3e bedrijf (de opera telt 4 bedrijven): de inquisiteur geeft een feestje, omdat hij denkt zijn vrouw Laura zo juist te hebben gedwongen een flesje vergif leeg te drinken. De tenoraria 'Cielo e mar (Hemel en zee)' zingt Enzo in het 2e bedrijf op zijn schip,wanneer hij onder een sterrenhemel wacht op Laura, met wie hij zijn verraderlijk rendezvous heeft.   

Het libretto van de opera is van 'Tobia Gorrio', een pseudoniem, achter wie Arrigo Boïto (1842 - 1918) schuil gaat.
Arrigo Boïto
Gorrio/Boïto baseerde zijn tekst op een toneelstuk van Victor Hugo: 'Angelo, de tyran van Padua'. Arrigo Boïto heeft zich in de muziekgeschiedenis op twee manieren onsterfelijk gemaakt: ten eerste door het componeren van een eigen, briljante opera naar Goethe's 'Faust': 'Mefistofele' (1868). Ten tweede door het schrijven van de tekstboeken voor de absolute meesterwerken van Guiseppe Verdi: 'Otello' (1887) en 'Falstaff' (1894).
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Rudolf Schock zingt uit 'La Gioconda':
  •  2e akte: 'Cielo e mar' (1963)
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Franceso Cilea (1866-1950)
Francesco Cilea (zittend) en Tito Schipa
Cilea studeert samen met Umberto Giordano aan het conservatorium van Napels. Zijn aard is terughoudend, verlegen zelfs en zijn 'verismo' uitgesproken mild: minder dramatisch, poëtischer, lyrischer.
De foto van de tenor Tino Schipa, die een beschermende hand op de schouder van een al wat oudere Cilea legt, past bij dit beeld.

Cilea maakt  indruk met zijn opera 'Adriana Lecouvreur', die in 1902 met Caruso aan de Scala van Milaan in première gaat. Vijf jaar daarvoor trekt hij in Milaan al enige aandacht met 'L'Arlesiana'.

De 24-jarige Enrico Caruso boekt in de rol van Federico zijn eerste grote Italiaanse succes. Bekend is gebleven Federico's 'lamento (klaagzang)' 'E la solita storia del pastore ('t Is het oude verhaal van de herder)'.

'L'Arlesiana'
Mogelijk was Cilea's opera uit 1897 een eerbetoon aan de Franse schrijver Alphonse Daudet (1840 - 1897), die in dat zelfde jaar overleed. In elk geval steunt het tekstboek van Leopoldo Marenco op 'L'Arlésienne', een toneelstuk van Daudet uit 1872, waarvoor niemand minder dan Georges Bizet de toneelmuziek schreef (zie ook 'RS zingt Bizet'). Bizet's 'L'Arlésienne suite' leidt tot op heden een  zelfstandig - dus los van Daudet's stuk - leven in de concertzaal. Cilea/Marenco's opera moet het hebben van sporadische uitvoeringen.

De operahandeling:
De boerenvrouw Rosa  Mamai uit Arles heeft twee zoons: een geestelijk gestoord jongetje, dat waarschijnlijk daarom figuurlijk 'L' Innocente (de onbekende)' wordt genoemd en de volwassen romanticus Federico. Federico is zomaar vanuit een overspannen fantasie ziekelijk verliefd geworden op een meisje, dat hij nog nooit heeft gezien. Voor de toeschouwers blijft zij gedurende de gehele opera ook verborgen. Niemand kent haar, op Metifio na, een paardenknecht, die Rosa laat weten, dat hij "die slet" al meer dan éen keer heeft bezocht.
Rosa doet er in het 2e bedrijf alles aan, haar petekind Vivetta met Federico te laten trouwen. Federico verlaat daarom gefrustreerd de boerderij. Hij loopt echter zijn broertje tegen het lijf, die in het gezelschap is van een oude herder. Als het jongetje in slaapt valt, haalt de herder Federico over niet weg te gaan uit Arles. Federico zingt dan zijn 'lamento' 'E la solita storia', terwijl hij het slapende jongetje toedekt: hij is jaloers op het kind, omdat het zo zorgeloos kan slapen.
In het 3e en laatste bedrijf trouwt Federico zijns ondanks met Vivetta, maar zijn onstilbaar verlangen naar 'L'Arlesiana' maakt hem waanzinnig. Hij beeldt zich in, dat 'zijn' meisje hem om hulp roept en springt uit het raam van de hooizolder de dood tegemoet. 
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Rudolf Schock zingt uit 'L'Arlesiana':
  • 2e akte: 's'Ist die alte Geschichte (E la solita storia)' (1969)
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Umberto Giordano (1867 - 1948) 
Umberto Giordano in 1896
Giordano brak in 1896 in Milaan door met de opera 'Andréa Chenier', dat een wereldsucces werd. Twee jaar later had hij opnieuw succes met 'Fedora'. Een belangrijk aandeel in dat succes had Enrico Caruso, die 'Fedora' ook in New York liet opvoeren (1906). Giordano's andere opera's sloegen minder aan, hoewel - volgens Leo Riemens in 1959 - de laatste drie "het belangrijkste is, dat Giordano heeft geschreven". Eén ervan: de eenakter 'Mese Mariano (Mariamaand)' zou Puccini tot zijn 'Suor Angelica' hebben geïnspireerd.

'Fedora' 
Prinses Fedora Romanov hoopt te trouwen met graaf Vladimir Andrejevich. Deze sterft echter voor het zover kan komen. Fedora krijgt te horen, dat de graaf vermoord is en trekt, na het personeel ondervraagd te hebben, de conclusie, dat graaf Loris Ipanov de moordenaar moet zijn. Ze zweert de dood van graaf Vladimir te zullen wreken.
In de 2e akte lokt Fedora Loris naar een feest in Parijs. Loris benadert haar. Het is duidelijk, dat hij verliefd op haar is. Fedora geeft een dubbel signaal af, waarop Loris reageert met de 'arioso (zangstuk op de grens van recitatief en aria)': 'Amor ti vieta di non amar (Liefde staat u niet toe, lief te hebben)'. Fedora  raakt er vervolgens van overtuigd, dat Loris, zijn broer en een vriend de moord gepleegd hebben. Ze stuurt iemand weg met een brief aan de autoriteiten. Als Loris later terug komt, overstelpt Fedora hem met beschuldigingen. Loris maakt haar duidelijk, dat het om een eerlijk duel ging: Vladimir had namelijk zijn vrouw verleid. Agenten staan op het punt de salon binnen te dringen om Loris te arresteren. Fedora helpt hem vluchten.
De laatste akte brengt veel ellende: Fedora en Loris zijn naar Zwitserland gegaan. Daar ontvangt Loris het bericht, dat door toedoen van een vrouw zijn broer en vriend werden gearresteerd. Zij stierven in gevangenschap onder verdachte omstandigheden en zijn oude moeder had die onheilstijding niet overleefd. Fedora geeft toe, dat zij die vrouw was. Zij sterft in Loris' armen, nadat zij heimelijk vergif heeft ingenomen.

Het libretto van Arturo Collautti - naar een toneelstuk van Victorien Sardou -lijdt onder een overdaad aan bloedstollende gebeurtenissen en doet al geruime tijd verouderd aan. Maar de tenor-arioso 'Amor ti vieta di non amar' wist gelukkig aan de vergetelheid te ontsnappen.
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Rudolf Schock zingt uit 'Fedora':
  • 2e akte: 'Amor ti vieta di non amar' (1963)
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Begrafenis Umberto Giordano 14 november 1948







'Andréa Chenier'
Luigi Illica (1857 - 1919) schreef het tekstboek voor dit dramatisch enerverende werk en Giordano componeerde de prachtige muziek erbij. Een Verdi of Puccini zou zich hier niet voor geschaamd hebben. De handeling is in de geest van het 'Verismo': rauw en spannend, maar de hoofdpersonen maken een invoelbare ontwikkeling door. Hun kijk op de gebeurtenissen om hen heen verandert. Ze gaan zich in de loop van het verhaal anders gedragen en nemen daardoor grote risico's. De opera speelt zich af tussen 1789 en 1794, kort voor en gedurende de Franse Revolutie. De belangrijkste rollen zijn die van de jonge dichter Andrea Chenier, Carlo Gérard, lakei in het paleis van de gravin de Coigny en later een leider van de revolutie en Maddalena de Coigny, dochter van de gravin.

De echte dichter André Marie (de) Chénier leefde van 1762 tot 1794.
André Marie Chénier (1762 - 1794)
Zijn gedichten en pamfletten kunnen worden gezien als een vroege uiting van wat in historisch perspectief de beweging van de 'Romantiek' zou gaan heten. Romantici hadden idealen, waarmee zij aan de werkelijkheid van het leven wilden ontsnappen. Tot die idealen behoorden ook de doelstellingen van de revolutie. Het is bekend, dat de aanvankelijke revolutionair Chénier al spoedig vraagtekens zette bij die doelstellingen. Hij werd daarom als een verrader beschouwd, gearresteerd en terechtgesteld. De revolutie eet nu eenmaal graag haar eigen kinderen op. 
Dood van Marat (schilderij van Jacques Louis David)

Foto Bregenzer Festspiele 2011:
 'Andrea Chenier'/Karl Forster

De opera opent met een feest in het palein van de gravin de Coigny. De adellijke feestgangers zijn ontstemd over een gedicht, dat de dichter Andrea Chenier - op aandringen van Maddalena - voordraagt: aria: 'Un di all'azzurro spazio... (op een dag keek ik naar de blauwe hemel boven mij...)'. Hij vraagt zich daarin af, waarom niet alle mensen deel kunnen hebben aan de door God gegeven liefde van Zijn schepping. De bezoekers slaat pas echt de schrik om het hart, als de opstandige lakei Carlo Gérard de tuindeuren openzet en een hongerige groep bedelaars naar binnen laat marcheren.

Vijf jaar later (1794) zit Chenier in een Parijs' café en kijkt hij naar de massa's mensen in de straten. Hij twijfelt nu ernstig aan de zin van de revolutie (!). De revolutionairen wantrouwen en bespioneren hem. Dan verschijnt Maddalena vermomd als volksmeisje. Haar moeder is gedood en het ouderlijk huis is verwoest. Ze is ondergedoken en voorziet op twijfelachtige wijze in haar levensonderhoud. Chenier en Maddalena ontvlammen in liefde voor elkaar, maar dan verschijnt Gérard - intussen één van de kopstukken van de revolutie - ten tonele. Een spion heeft hem getipt. Gérard herkent eerst alleen Maddalena, op wie hij in zijn vorig bestaan verliefd was geworden. Maddalena glipt weg, als Gérard en Chenier duelleren. Gérard raakt gewond en pas dan heeft hij door, met wie hij gevochten heeft. Hij herinnert zich Chenier's opstandige gedicht en laat hem vluchten.

In het 3e bedrijf wordt Chenier gearresteerd. Gérard voelt zich verscheurd door het besef, dat hij alleen maar op persoonlijke wraak uit is. Maddalena meldt zich vrijwillig en is bereid zich aan Gérard te geven. Maar het goede in Gérard overwint: hij trekt de beschuldigingen tegen Chenier in en verdedigt hem bij de rechtbank. Desondanks luidt het vonnis, dat Chenier geguillotineerd zal worden.

Het laatste bedrijf:
Chenier wacht in een cel op de voltrekking van het vonnis. Hij leest aan zijn boezemvriend (Roucher) een laatste gedicht voor: 'Come un bel di di Maggio (Zoals een mooie dag in Mei)'. Maddalena laat zich door Gérard de gevangenis in smokkelen. Zij en Chenier zingen het liefdesduet 'Vicino a te...(jij komt naar me toe en de hemel verlicht de donkere ruimte)' In de vroegte van de volgende morgen beklimmen zij de wagen, die naar de guillotine rijdt.



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Rudolf Schock zingt uit 'Andrea Chenier':       
  • 1e akte: 'Un di all'azzurro spazio'/'Den Blick hatt' ich einst erhoben' (1951/1956)
  • 4e akte: 'Gleich einem Frühlingsabend (Come un bel di di Maggio)' (1956)
  • 4e akte (met Joan Hammond)'Vicino a te...' (1950)
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Rudolf Schock zingt Ponchielli, Cilea en Giordano
Rudolf Schock zong Italiaanse liederen en opera-fragmenten lang niet altijd in het Duits, zoals vaak wordt gedacht en geschreven. Het lijstje van opnamen in de oorspronkelijke taal telt dan ook zo'n 60 titels in het Engels, Frans en vooral het Italiaans. Van de zes opera-fragmenten uit het werk van Ponchielli, Cilea en Giordano nam Schock er vier in het Italiaans op.

'CIELO E MAR' en 'AMOR TI VIETA'
 'Cielo e mar'  uit 'La Gioconda' van Ponchielli en 'Amor ti vieta' uit Giordano's 'Fedora' zijn Eurodisc-opnamen uit 1963.
Wilhelm Schüchter dirigeert en Rudolf Schock - uitstekend bij stem -presenteert beide aria's in het Italiaans. Daarbij zingt hij stijlvol, met flair en zonder overdrijving.

'Cielo e mar' en 'Amor ti Vieta' zijn niet op CD verkrijgbaar.
Ze staan beide op de oude LP 'Rudolf Schock - Ein Sängerportrait' (Eurodisc 70608 KR).











Het kleine, maar fijne 'Amor ti vieta' is te beluisteren op de DVD 'Rendezvous mit Rudolf Schock' (Zyx Music DVD 3202), die in december 2011 t.g.v. Schock's 25ste sterfdag is uitgebracht.

'Cielo e mar' komt verder nog voor op o.a. de LP 'Rudolf Schock - Erinnerungen an Benjamino Gigli' (Eurodisc 78571 IU).
Voor zover ik weet, staat uitsluitend op die LP  Schock's Duitstalige versie van Federico's klaagzang 'E la solita storia ('s ist die alte Geschichte)' uit Cilea's 'L'Arlesiana'.

'S' IST DIE ALTE GESCHICHTE VON DEM HIRTEN (E la solita storia)'
werd door Eurodisc begin juni 1969 in het Duits opgenomen, in een week, waarin Rudolf Schock Franse opera-aria's opnam. Ik heb me dikwijls afgevraagd, hoe die vreemde Italiaanse eend in de Franse bijt gekomen is. Een reden kan zijn, dat het gewoon een misverstand was: 'L'Arlésienne' van Bizet, een recitatief, dat aan Massenet of Thomas doet denken en de lyriek van Ciléa, die eigenlijk Cilea heet. Hoe dan ook, ik ben erg gelukkig met dit aangrijpend gezongen 'lamento'. Voor mij hoort het tot de canon van mooiste opnamen, die Rudolf Schock op plaat of band heeft vastgelegd.
Maar zoals gezegd: het Cilea-fragment vind ik alleen op de LP 'Rudolf Schock - Erinnerungen an Benjamino Gigli'.




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'ANDREA CHENIER' (fragmenten) 
De titelrol vraagt om een 'demi-caractère tenor (tenore lirico spinto)', om een tenor, die een grote mate van lyriek kan mixen met een grote mate van dramatiek.
Zo'n tenor is per definitie buitengewoon veelzijdig (bv. Gedda en Schock), wat onverlet laat, dat aan beide uiteinden van zijn (stem)bandbreedte specialisten actief zijn, die hem in vloeiende lyriek (bv. Fritz Wunderlich) en metallieke dramatiek (heldentenoren als Mario del Monaco en in Duitsland Hans Hopf) de baas zijn.

De opnamen van rond 1950 uit de opera 'Andrea Chenier' laten horen, dat Rudolf Schock's in aanleg lyrische tenor zich op 35-jarige leeftijd al stevig in de richting van een 'tenore drammatico' heeft ontwikkeld. De baritonale klank van zijn stem en de kwaliteit van het hogere middenregister bieden daarvoor een solide basis.

'UN DI ALL'AZZURRO SPAZIO'
Chenier's protestsong uit het 1e bedrijf neemt Rudolf Schock in 1956 voor Electrola op. In het Duits en onder Wilhelm Schüchter.
In 1985 blijkt echter, dat er al langer een opname in het Italiaans (ook met Schüchter) van de aria bestaat. Dan verschijnen er namelijk - t.g.v. Schock's 70ste verjaardag - op het Acanta-label acht LP's met grotendeels nooit uitgebrachte opera- en operette-opnamen uit diverse radio-studio's. Daaronder bevindt zich 'Un di all'azzurro spazio' uit 'Andrea Chenier', opgenomen in mei 1951 te Hamburg.

Schock overtuigt geheel en al in deze verbale (en vocale) aanval van Chenier op de welgestelde adel. De declamatorische teksten oftewel gezongen uitroepen zijn met recht intimiderend en de zangerige, poëtische gedeelten zo zinnelijk als het maar kan.

Op de LP van 1985 (Acanta 40.23 552) klinkt deze absoluut óok canonwaardige radio-opname aangenaam ruimtelijk. Op CD-producties van Gala ('Rudolf Schock, the Earliest Recordings' - GL 313) en Da-music ('Rudolf Schock, Ein Portrait'- CD 870 196-2), alsmede in de internetversie op YouTube is die ruimtelijkheid onnodig versterkt. Maar moest ik een digitale opname kiezen, dan prefereer ik die van Da-music.


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DEN BLICK HATT' ICH EINST ERHOBEN (Un di all'azzurro spazio)' 
De Duitse versie in Italiaanse stijl uit 1956 maakt declamatorisch ook de nodige indruk. Schock's stem kleurt overduidelijk baritonaler dan in 1951. Het geluid van de Electrola-opname is goed, maar pakt wat 'droog' uit (Dat was in 1956 ook het geval bij de complete Electrola-'Meistersinger' van Wagner onder Rudolf Kempe met Elisabeth Grümmer, Ferdinand Frantz en Rudolf Schock. In de VS schijnt er intussen van deze befaamde 'Meistersinger' in 2010 een geluidstechnisch sterk verbeterde versie gemaakt te zijn: label en nr.: Pristine Audio PACO 052).

Op CD staat de aria op de intussen ruim 20 jaar oude EMI 3 CD-set 'Rudolf Schock - Portrait' - EMI  CZS 767183 2 en op CD 5 van de recente 10 CD-box 'Rudolf Schock, seine schönsten Lieder aus Oper, Operette und Film' - Membran/Documents 232541.
Ook is zij op internet als muziek-download verkrijgbaar! 

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'GLEICH EINEM FRÜHLINGSABEND (Come un bel di di Maggio)'
Deze aria uit het 4e bedrijf neemt in 'Andrea Chenier' zo'n beetje dezelfde dramatisch effectieve positie in als 'E lucevan le stelle' in Puccini's 'Tosca'. Ze is door Rudolf Schock op de zelfde dag gezongen als 'Den Blick hatt' ich einst erhoben' en wel op 25 september 1956. De uitvoering is even goed en het geluid even 'droog', maar midden in de opname is te horen, dat er 'gemonteerd' is. Op zich is (en was) zoiets bij plaat-opnamen de gewoonste zaak van de wereld (een buitengewoon voorbeeld: Elisabeth Schwarzkopf , die in Furtwängler's 'Tristan und Isolde' uit 1952 - daar ze toevallig in de studio beschikbaar was - een hoge noot van Kirsten Flagstad overneemt). Het moet echter wel zo gedaan worden, dat de luisteraar het niet merkt.

De oorspronkelijke opname (ooit op LP) is door EMI niet op CD uitgebracht. Maar op de 5e CD van de bij 'Den Blick hatt' ich einst erhoben' genoemde 10 CD-box van Membran/Documents is zij wel te horen.

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'VICINO A TE ..'
De sopraan Joan Hammond (Maddalena) en de tenor Rudolf Schock (Chenier) nemen in Londen (mei 1950) het grote slotduet uit 'Andrea Chenier' op. Schock is dan bijna aan het eind van zijn engagement bij de 'Royal Opera House Covent Garden' (zie ook 'RS zingt Sir Arthur Bliss'). Het 'Philharmonia Orchestra London' staat onder leiding van Issay Dobrowen.

Joan Hammond (1912 - 1996)
Dame Joan Hammond
De Nieuwzeelandse sopraan Joan Hammond studeerde zang in Londen, Wenen en Italië. Ze debuteerde 1n 1938 in Londen. Na de oorlog zong zij o.a. aan de opera's van Wenen, Londen (in 1948 samen met Rudolf Schock in 'La Bohème' van Puccini), Parijs en Brussel. Gastoptredens en concerten vonden plaats in Sowjet-Rusland en Amerika. In 1965 stopte Joan Hammond na een hartaanval met zingen. Maar als zanglerares bleef zij in dienst van de muziek. Koningin Elisabeth II verhief haar in 1974 als 'Dame of the British Empire' in de adelstand.
In 1950 nam zij met Rudolf Schock voor HMV (het latere    EMI) de finale uit 'Andrea Chenier' en het zogeheten 'Kersenduet (Suzel, buon di)' uit 'L'Amico Fritz' van Pietro Mascagni op.

Issay Dobrowen (1891 - 1953)
Issay Dobrowen
De gevierde Russisch/Noorse dirigent en componist/concertpianist Issay Dobrowen dirigeerde over de gehele wereld: Van San Francisco tot New York, van Bulgarije tot Israël, van Moskou - via Oslo - tot Londen. Vaste dirigent voor een langere periode was hij o.a. in Londen, Sofia en Oslo. In die laatste stad nam Issay Dobrowen in de late jaren dertig van de vorige eeuw de Noorse nationaliteit aan.



Joan Hammond en Rudolf Schock in het slotduet van 'Andrea Chenier' 
Lang geleden vond ik op een rommelmarkt in Rotterdam twee breekbare grammofoonplaten (78 toeren) met dit duet en het 'Kersenduet' uit 'L'Amico Fritz' van Mascagni. Langs de wolken, waarin ik terecht kwam bij het beluisteren ervan, ruisten de platen om het hardst. Toch klonk de muziek van de oude platen dynamischer dan die op de latere LP's en CD's.

Rudolf Schock in Londen
(Foto: 'Der Spiegel' 1950)

De opname van het - lyrischer - duet uit Mascagni's opera is door de jaren heen in alle toonaarden geprezen: "...hier kan men de grote lyrische kwaliteit van de tenor bewonderen, het mooie, romantische timbre, het in staat zijn tot echte mezzavoce en zijn uitzonderlijke muzikaliteit..." ('Fonoforum' begin jaren negentig n.a.v. het EMI-Rudolf Schock Portrait CZS 7 67183 2)). Maar ook over zijn opname(n) uit 'Andrea Chenier': "Zijn spanwijdte in de richting van het dramatische vak indrukwekkend demonstrerend..." (uit dezelfde bespreking).
Joan Hammond en Rudolf Schock zingen het slotduet uit 'Andrea Chenier', dat feitelijk de grote finale is van de opera, met verzengende hartstocht. In het slotdeel moeten Hammond en Schock al hun vocaal-dramatische reserves aanboren: temidden van de klankexplosies uit het orkest volgt de ene lang aangehouden hoge noot na de andere. Maar - in het tumult van de aanloop naar de extatische climax: 'Viva la morte insiem (Leve de dood - samen)!' - ziet de lyrische tenor Rudolf Schock toch nog kans tot een door de ziel snijdend mezzavoce, waarmee Andrea Chenier de naderende dood als ware het de zonsopgang verwelkomt ('Ah, viene come l'aurora!').
Rudolf Schock zingt Giordano, Mascagni, Puccini e.a.
Dit duet is als EMI-download verkrijgbaar.
Verder staat het op de CD 'Opera Heroes Rudolf Schock' - EMI 7243 5 66811 2 5, de 3 CD-set EMI CZS 767183 2) en op CD 5 v.d. 10 CD-box 232541 van Membran/Documents.

Krijn de Lege, 5 december 2011

De volgende keer: Rudolf Schock zingt MICHAEL GLINKA en ALEXANDER DARGOMYSCHSKI' 
(Graag wens ik de gewaardeerde bezoekers van deze blog een feestelijke decembermaand toe en een gezond en voorspoedig 2012!)