26.09.11

RUDOLF SCHOCK SINGT GASTALDON UND GIORDANI

Rudolf Schock singt 'Musica proibita' und 'Caro mio ben'.
Taubers Lied 'Du bist die Welt für mich' war eine passende Erinnerung an den gleichnamigen Film mit Rudolf Schock als Richard Tauber, den ich zusammen mit meinen Eltern und der kleinen Schwester im Schiedamer Kino 'Passage' sah. Die vier andren Filmmelodien auf Seite 1 schmeckten mir auch. Auf der 2. Seite  der '25cm'-LP aber gab es das Allerschönste: zuerst 'Es muss ein Wunderbares sein' von Franz Liszt, dann den für mich absoluten Höhepunkt, die 'Serenata' von Enrico Toselli, danach das robuste 'La Paloma' von Sebastián de Yradier und schliesslich die Liebeslieder 'Still wie die Nacht' von Carl Bohm und 'Verbotener Gesang' ('Musica proibita') von Stanislao Gastaldon."Die sind auch sehr schön", unterstrich der Vater in der Absicht meine ziemlich einseitig auf 'Serenata' und 'La Paloma' gerichtete Begeisterung etwas abzuschwächen.
Einige Monate später brachte mein Vater der Familie die Platte 'Singende, klingende Weihnachtszeit' mit. Es war für mich eine Enttäuschung, dass nicht Schock, sondern ein Chor die Weihnachtslieder sang. Aber wenn man die Platte umdrehte, war er zum Glück doch noch in zwei, von mir als kirchlich verstandenen, Liedern zu hören: im 'Largo' von Händel und 'Caro mio ben' von Giordani. Weiter sang (schon wieder!) ein Chor 'Ave verum' und 'Laudate Dominum' von Mozart, wobei ein Pflaster auf der Wunde war, dass Anny Schlemm mitsang, die ich schon von einer dritten Familien-LP: 'Mit Rudolf Schock in der Welt der Operette' kannte. Es wird deutlich sein: all diese Klangjuwele wurden - im strengen Auftrag von Electrola - vom Vater 'nur mit staubfreiem Mikrosaphir' und mit einer korrekten 'Einstellung M, 331/3 Upm!' abgespielt. Er wusste ja allzugut: 'Falsche Einstellung beschädigt die Langspielplatte', was für mich identisch mit einer unverzeihlichen Beschädigung Rudolf Schocks gewesen wäre.

Stanislao Gastaldon, Komponist von 'Musica proibita'
Noch vor kurzer Zeit war die Information über Gastaldon in Nachschlagewerken und im Internet dürftig. Aber inzwischen gibt es auf Wikipedia einen ausführlichen und interessanten englischen Beitrag über ihn.
Stanislao Gastaldon
Stanislao Gstaldon wurde 1861 in Turin geboren. Er komponierte Konzerte, Opern und Lieder, aber vor allem durch das Salonlied 'Musica proibita' wurde sein Name unsterblich (siehe auch: 'RS singt Carl Bohm'). Der ursprünglich italienische Text ist von Gastaldon selbst. Er schrieb die Worte unter dem merkwürdigen Pseudonym 'Flick-Flock'. 'Musica proibita' (1881) ist - genauso wie Carl Bohms 'Still wie die Nacht' - ein Paradebeispiel für das Salonlieder-Repertoire im späten 19. Jahrhundert. Eine Zeitlang nahm ich an, das Lied  wäre eigentlich eine Arie aus Gastaldons Oper 'Mala Pasqua!', aber der obenerwähnte und -empfohlene Wikipedia-Beitrag serviert diese Annahme glatt ab. Gastaldon veröffentlicht die Oper 'Mala Pasqua!' erst im Jahre 1890. Das war auch das Jahr, worin Pietro Mascagni mit seiner 'Cavalleria rusticana' einen prestigiösen Opernpreis gewann. Gastaldon hatte für seine Oper denselben Stoff wie Mascagni für die 'Cavalleria' gebraucht. Die Folge war, dass Gastaldons Werk als eine 'verfehlte Cavalleria rusticana' in die Geschichte einging. Textbücher sind in Bibliotheken in Europa und den VS zu finden, aber ein 'Verbotenes Lied' kommt darin nicht vor. 'Mala Pasqua!' bedeutet übrigens 'Schlechtes Osternfest!', ein böser Wunsch, der für eine der Hauptrollen aus der Oper bestimmt ist.  

Gastaldon schrieb 'Musica proibita' als Sopransolo (!) mit Klavierbegeleitung. Bemerkenswert ist aber, dass es in der Musikhistorie zu einem weit und breit geliebten Tenorlied gewachsen ist. Der Komponist relativierte seine Glanznummer auf ironische Weise einige Jahre später (1885) mit dem Lied 'Musica non proibita', das aus eigener Kraft - obschon in bescheidenerem Masse - ebenfalls zum Erfolg wurde. Stanislao Gastaldon starb - ganz und gar in den Hintergrund geraten - 1939 in Florenz, wo er auch beerdigt wurde.

'Verbotener Gesang' (Opus 5)
ist ein Liebeslied, das aus der Perspektive einer jungen Frau gesungen wird: 
Romeo und Julia (Sir Francis Dicksee - 1884)
Vom Balkon jeden Abend blickt' ich nieder;
da tönt's herauf wie zarte Herzensklagen.
Ein junger Mann sang schmelzend Liebeslieder,
und dann begann mein Herz mächtig zu schlagen,
ach mächtig, jedesmal, schlug mir das Herz.

Das schöne Lied erfüllte mich mit Freuden;
wie hört' ich 's gerne, immer möcht' ich 's hören.
Doch sang ich 's selber, die Mutter wollt's nicht leiden:
dass sie's verbot, weiss ich nicht zu erklären.

Jetzt ist sie fort! Erklinge nun, mein Lied,
das mich unwiderstehlich immerdar durchglüht:
"die ernsten Augen, lasse sie mich küssen,
dein schwarzes Haar, die Lippen, ach, die süssen,
Du Engelsbild, o dürft' ich mit dir sterben,
welch selig Los, den Himmel zu erwerben..."

Gestern noch sah ich ihn vorübergehen,
und wieder sang er, ich konnt's es wohl versteh'n:
"die ernsten Augen, lasse mich sie küssen,
dein schwarzes Haar, die Lippen, ach, die süssen,
o du mein Engel, ewig lieb' ich dich,
schenk mir dein Herz!!
O komm, erhöre mich!"

(Diese deutsche Version von Flick-Flocks (Gastaldons) Text ist von Ferdinand Gumbert (1818-1895). Gumbert war Gesangspädagoge, Musikrezensent, Übersetzer UND Baritonsänger in Berlin.

In den beiden, ersten Strophen sieht und hört ein Mädchen vom Balkon jeden Abend einen jungen Mann, der ihr ein herzbewegendes Ständchen bringt. Sie verliebt sich heftig in den Sänger und sein Lied. Gern möchte sie es ihm nachsingen, aber die Mutter verbietet es ihr aus irgendeinem für das Mädchen unverständlichen Grunde.

In der 3. Strophe nutzt sie die Gelegenheit, wenn ihre Mutter nicht da ist: sie singt endlich das Lied ("die ernsten Augen...") und ist sogar bereit, sich für ihren Geliebten zu opfern (Die Mutter kennt ohne Zweifel den Charakter ihrer Tochter und sie weiss vielleicht von der Julia, mit der es bei Shakespeare nicht gut endet. Liegt darin die Ursache des Verbots?).

Die 4. Strophe: Wieder singt der junge Mann das Lied ("die ernsten Augen..."). Ihre Liebe stellt sich überdeutlich als gegenseitig heraus: Er will das Herz des Balkonmädchens erobern und fleht sie stürmisch an, seine ewige Liebe zu beantworten. In dieser Strophe hören wir die (gestern) gesungenen Worte des Mannes unter dem Balkon. Ich könnte mir darum denken, wie Sänger und Dirigenten auf die Idee gekommen (oder gebracht worden) sind, die Ausführung von 'Musica proibita' live den Männern zu überlassen.

Rudolf Schock singt Stanislao Gastaldon
Rudolf Schock nimmt 'Verbotener Gesang' für HMV/Electrola und Sony/Eurodisc auf. Am 3. September 1954, einem Tag vor Schocks 39. Geburtstag, dirigiert der perfektionistische Wilhelm Schüchter (1911-1974) und am 11. Juni 1968 Fried Walter (1907-1996).

Während der Vorbereitung für diesen Artikel habe ich mir eine Anzahl von Ausführungen des 'Verbotenen Gesangs' genau angehört. Dabei habe ich mich auf sieben Vertreter einer älteren Generation namhafter, italienischer und spanischer Tenöre beschränkt: Mario del Monaco und José Carreras singen eine kraftvoll interpretierte Opernarie von Verdi statt eines graziösen Salonliedes von Gastaldon. Viel besser gefallen mir Guiseppe di Stefano und Placido Domingo, aber auch sie machen das Lied noch zu gross. Merkwürdigerweise tut Benjamino Gigli das auch, was ich von ihm nicht erwartet hätte (möglich ist aber, dass ich eine weniger gute Darstellung hörte, denn Gigli hat 'Musica Proibita' öfters interpretiert). Enrico Caruso ist ohne weiteres grandios: er singt wirklich ein Lied und seine Textbehandlung ist glänzend. Vollendet ist der Gesang (für viele das klangreinste 'Musica proibita'!) des eleganten Tenors Alfredo Kraus. Er weiss genau, wie man ein Lied singen soll. Wohl kommt mir die Textgestaltung etwas distanziert und unnötig feierlich vor.

Die Aufnahme von Rudolf Schock aus dem Jahre 1954 ist - von alten Electrola-LPs und -EPs abgesehen - relativ noch nur kurz auf CD erhältlich. Wir finden sie heute

- auf dem 2-CD Set 'Rudolf Schock, der fröhliche Wanderer' - Membran/Documents: Order no. 224062, zu meinem Vergnügen auch mit u.a. 'Es muss ein Wunderbares sein', 'La Paloma', 'Still wie die Nacht' UND die von mir nie vergessene 'Serenata' von Toselli.
- auf dem 10-CD Set (CD 2) 'Rudolf Schock, seine schönsten Lieder..' - Membran/Documents Order no. 232541, schon wieder mit den Salonliedern meiner frühesten Schock-LP und mit 'Caro mio ben', worüber später mehr.

Die Stereo-Aufnahme aus dem Jahre 1968 ist nur auf LPs zu hören, u.a. auf:
- 'Wunschkonzert mit Rudolf Schock' - Eurodisc 77877 IU
- 'Rudolf Schock: Erinnerungen an Benjamino Gigli' - Eurodisc 78571 IU.


Ich trage bestimmt keine rosarote Brille, wenn ich feststelle, Rudolf Schock singe 1954 eine der vollkommensten Darstellungen des 'Verbotenen Gesangs' für die Schallplatte. Ein englischer Musikkritiker kennzeichnet das Lied als: "ease and pleasing, which immediately sticks in the mind". Und so singt Schock es auch: mühelos und bestechend. Das hält ihn aber nicht davon ab, sorgfältig auf eine atemberaubende Klimax hinzuarbeiten ("Schenk mir dein Herz!"), wobei Dirigent Schüchter auf "Herz!" mit dem Dirigieren innehält und während einiger Sekunden Schocks dramatischen Intentionen den vollen, musikalischen Raum lässt.

Im Jahre 1968 ist Schocks Textbehandlung unverändert hervorragend, aber das Singen ist weniger "ease". Sein Talent für Liedgesang macht aber, dass man auch diesen Vortrag von 'Musica proibita' mancher andern opernartigen Ausführung vorziehen kann. Dies ist desto gekonnter, weil die Stimme für dieses Lied in einen ziemlich hohl geratenen Klangrahmen gestellt worden ist, und die Orchesterbegeleitung nicht die Subtilität Wilhem Schüchters aufweist (Vergleichen Sie den Schluss!).

Tommaso oder Guiseppe Giordani, Komponist von 'Caro mio ben'?
Es ist keine ausgemachte Sache, wer von den Brüdern Giordani das italienische Lied 'Caro mio ben' komponierte. Im Internet wird oft der jüngere Bruder Guiseppe Giordani genannt. Aber man liest auch, "Tommaso Giordani habe zwar den Text auf Noten gesetzt, aber dessenungeachtet schreibe man das Lied Guiseppe zu". Die Label EMI/Electrola und Eurodisc belassen es schon Dezennien bei Tommaso Giordani. Ein einziges Mal heisst der Komponist im Internet 'Giordano', aber dann ist man dadurch verwirrt, dass es auch einen Opernkomponisten Umberto Giordano gibt. Der lebte jedoch viel später (1867-1948) und wurde besonders durch die Oper 'Andrea Chénier' bekannt.
Tommaso Giordani
Tommaso Giordani (1730-1806) wurde in Neapel geboren und starb in Dublin. Er war alles mögliche: Sänger, Dozent, Dirigent und Komponist. Im 22-jährigen Alter zog er nach London und später nach Irland. Zu seinen Kompositionen gehörten Opern, ein Oratorium, Sonaten, Konzerte und Lieder.
Guiseppe Giordani

Guiseppe Giordani (1744?-1798) blieb in Neapel und war dort ein bedeutender Dirigent. Er schrieb einige Opern mit einer Vorliebe für religiöse Themen.
Die Brüder Giordani waren Zeitgenossen von W.A. Mozart.

'Caro mio ben'
ist schon wieder ein Liebeslied, das aus der Perspektive einer Frau gesungen wird. Und aufs neue wurde es als Sopransolo geschrieben.
Caro mio ben, credimi almen,
Senza di te languisce il cor.
Il tuo fedel sospire ognor,
Cessa, crudel, tanto rigor!
Caro mio ben...

Teurer Geliebter, glaube mir,
ohne dich bricht mir das Herz.
Deine treue Geliebte seufzt fortwährend,
Du bist so grausam und streng, hör' damit auf!
Teurer Geliebter...

Angenommen wird, dass der anonyme Text weltlich ist. Er wurde um 1780 herum in Musik gesetzt. Am Ende des 18. Jahrhunderts genoss das Liebeslied dank italienischer Hauskonzerte schon eine immense Populärität. Wahrscheinlich können wir 'Caro mio ben' denn auch als eines der frühesten Salonlieder betrachten. Auf Schallplatten und CDs hat es aber - zusammen mit Händels 'Largo' aus der Oper 'Xerxes' - noch oft einen religiösen Status.

Die Männerstimme hat inzwischen auch 'Caro mio ben' grossenteils erobert. Eine Ursache könnte sein, dass dieses ursprünglich weltliche Lied schon früh tatsächlich religiös annexiert wurde. Weil es aber in der damalig kirchlichen Praxis Frauen verboten war, im Gotteshaus zu singen, haben die kirchlichen Behörden vielleicht die Ausführung von auch diesem Lied Kastraten überlassen. Möglicherweise hat das den Weg für Tenöre und Baritone gebahnt.

Rudolf Schock singt Giordani
Rudolf Schock singt 'Caro mio ben' in italienischer Sprache zweimal für die Schallplatte: am 9. August 1952 (EMI/Electrola) und am 12. November 1962 (Sony/Eurodisc). Im Jahre 1952 dirigiert Wilhelm Schüchter ein "Streichorchester". Im Jahre 1962 leitet er die Berliner Symphoniker und ist die Instrumentation von Werner Eisbrenner.
Schocks erstes 'Caro mio ben' ist zu finden auf
- der CD 'Ave Maria' (EMI CDZ 7 62696 2) und dieser Titel belegt es schon: 'Caro mio ben' wird als religiöses Lied aufgefasst.

- der schon unter 'Verbotener Gesang' erwähnte CD 2 des 10 CD-Set 'Rudolf Schock, seine schönsten Lieder...' 
(Membran/Documents: Order no. 232541). Membran präsentiert das Lied nicht in einem religiösen Rahmen.

Schocks zweite Aufnahme (Stereo) ist noch nicht auf professioneller CD herausgebracht. Eine LP, worauf das Lied vorkommt, ist
- 'Festliche Stunden mit Rudolf Schock' (Eurodisc 72 721 KK) Diese LP hat zum Teil einen religiösen Gehalt. 
Irreführend ist, dass auf dem Cover dieser LP die deutsche Übersetzung von 'Caro mio ben' mit den Worten: 'Teures Mädchen'(!) anfängt.

Das englische 'Gramophone magazine' schreibt im vorigen Jahrhundert, Rudolf Schock singe 'Caro mio ben' mit "seinem vollen, "baritonic" Tenor mehr als gut".
Wilhelm Schüchter 1911-1974
Mike Richter aus Los Angeles, Opernkenner und Autor einer 'Audio Encyclopädie', vergleicht 2005 Schocks erste 'Caro mio ben'-Aufnahme mit der von Benjamino Gigli. Richter konkludiert, Schocks Ausführung sei der des grossen, italienischen Sängers ebenbürtig.

Schock singt die alte Weise in der Tat "mehr als gut", und die Stereo-Ausführung aus dem Jahre 1962 gibt der älteren Mono-Aufnahme an  einnehmender Schlichtheit nichts nach. Schüchters musikalische Leitung bürgt zweimal für Ergebenheit daran.

Krijn de Lege, 26.9.2011
Nächstes Mal: Rudolf Schock singt Umberto Giordano, Amilcare Ponchielli und Francesco Ciléa

RUDOLF SCHOCK ZINGT GASTALDON EN GIORDANI

Rudolf Schock zingt 'Musica proibita' en 'Caro mio ben'
Tauber's lied 'Du bist die Welt für mich' was een passende herinnering aan 'De Levensroman van Richard Tauber', de film met Rudolf Schock als Tauber, die ik samen met mijn ouders en zusje zag in de Schiedamse bioscoop 'Passage'. De vier andere filmmelodieën op kant 1 vielen ook in de smaak. Maar op de andere kant van de 25cm LP stond het allermooiste: eerst 'Es muss ein Wunderbares sein' van Franz Liszt, dan het voor mij absolute hoogtepunt, de 'Serenata' van Enrico Toselli, gevolgd door het stoere 'La Paloma' van Sebastián de Yradier en tenslotte de  liefdesliederen 'Still wie die Nacht' van Carl Bohm en 'Verbotener Gesang ('Musica proibita') van Stanislao Gastaldon."Die zijn ook heel mooi", onderstreepte mijn vader met de bedoeling mijn nogal eenzijdig op 'Serenata' en 'La Paloma' gericht enthousiasme wat af te zwakken.
Een paar maanden later kwam hij met de kerstplaat 'Singende klingende Weihnachtszeit' thuis. Het was voor mij een teleurstelling, dat niet Schock, maar een koor de kerstliederen zong. Maar als je de plaat omdraaide, was hij gelukkig toch nog te horen in twee, door mij als kerkelijk begrepen liederen: 'Largo' van Händel en 'Caro mio ben' van Giordani. Verder zong al weer een koor 'Ave verum' en 'Laudate Dominum' van Mozart, waarbij een pleister op de wonde was, dat Anny Schlemm meezong, die ik al kende van een derde gezins-LP: 'Mit Rudolf Schock in der Welt der Operette'. Het moge duidelijk zijn, dat al deze klankjuwelen - in strenge opdracht van Electrola - door mijn vader 'nur mit staubfreiem Mikrosaphir' en met een correcte 'Einstellung M, 331/3 Upm!' afgespeeld werden. Hij wist immers maar al te goed: 'Falsche Einstellung beschädigt die Langspielplatte', wat voor mij gelijk zou zijn geweest aan een onvergeeflijke beschadiging van Rudolf Schock.

Stanislao Gastaldon, componist van 'Musica proibita'
Stanislao Gastaldon
Nog niet zo lang geleden was er in naslagwerken en op internet weinig over Gastaldon te vinden. Maar intussen staat er op Wikipedia een uitvoerige en interessante, Engelstalige bijdrage over hem.

Stanislao Gastaldon werd in 1861 in Turijn geboren. Hij componeerde concerten, opera's en liederen, maar vooral door het salonlied 'Musica proibita' werd zijn naam onsterfelijk (zie ook: 'RS zingt Carl Bohm'). Ook de oorspronkelijk Italiaanse tekst is van Gastaldon. Hij schreef die tekst onder het raadselachtige pseudoniem 'Flick-Flock''Musica proibita' is evenals Carl Bohms 'Still wie die Nacht' een schoolvoorbeeld van het salonliederen-repertoire uit de late 19e eeuw (1881). Een tijdje nam ik aan, dat het lied eigenlijk een aria uit Gastaldon's opera 'Mala Pasqua!' was, maar het hierboven aanbevolen Wikipedia-artikel veegt dit resoluut van tafel. Gastaldon leverde de opera 'Mala Pasqua!' pas in 1890 af, in hetzelfde jaar, dat Pietro Mascagni met zijn 'Cavalleria rusticana' een prestigieuze operaprijs won. Gastaldon had voor zijn opera dezelfde stof gebruikt als Mascagni voor zijn 'Cavalleria' en het gevolg was, dat Gastaldon's werk de geschiedenis in ging als een 'gemankeerde Cavalleria rusticana'. Tekstboeken zijn te vinden in bibliotheken in de VS en Europa, maar een 'Verboden Lied' komt daarin niet voor. 'Mala Pasqua!' betekent overigens 'Slechte Pasen!', een boze wens, die voor één van de hoofdrollen uit de opera bestemd is.

Gastaldon schreef 'Musica proibita' als sopraansolo (!) met pianobegeleiding en het is opvallend, dat het in de muziekhistorie met name tot een alom geliefd tenorlied uitgroeide. De italiaanse componist relativeerde zijn glansnummer enkele jaren later (1885) op ironische wijze met het lied 'Musica non proibita', dat op eigen kracht - zij het in bescheidener mate - ook een succes werd. Stanislao Gastaldon overleed - geheel en al op de achtergrond geraakt - in 1939 in Florence, waar hij ook begraven is.

'Verbotener Gesang' (opus 5)
is een liefdeslied, dat gezongen wordt vanuit het perspectief van een jonge vrouw:
Romeo en Julia, schilderij van Sir Francis Dicksee (1884)

Vom Balkon jeden Abend blickt' ich nieder;
da tönt's herauf wie zarte Herzensklagen.
Ein junger Mann sang schmelzend Liebeslieder,
und dann begann mein Herz mächtig zu schlagen,
ach mächtig, jedesmal, schlug mir das Herz.

Das schöne Lied erfüllte mich mit Freuden;
wie hört' ich's gerne, immer möcht' ich 's hören.
Doch sang ich's selber, die Mutter wollt's nicht leiden:
dass sie's verbot, weiss ich nicht zu erklären.

Jetzt ist sie fort: Erklinge nun, mein Lied,
das mich unwiderstehlich immerdar durchglüht:
"die ernsten Augen, lasse mich sie küssen,
dein schwarzes Haar, die Lippen, ach, die süssen,
Du Engelsbild, o dürft' ich mit dir sterben,
welch selig Los, den Himmel zu erwerben..."

Gestern noch sah ich ihn vorübergehen,
und wieder sang er, ich konnt' es wohl versteh'n:
"die ersten Augen, lasse mich sie küssen.
dein schwarzes Haar, die Lippen, ach, die süssen,
o du mein Engel, ewig lieb' ich dich,
schenk mir dein Herz!!
O komm, erhöre mich!"

(De Duitse versie van Flick-Flock's oftewel Gastaldon's tekst is van Ferdinand Gumbert (1818-1896), zangpedagoog, muziekrecensent en vertaler te Berlijn).

In de beide eerste strofen ziet en hoort een meisje vanaf haar balkon elke avond een jonge man, die haar een hartveroverende serenade brengt. Ze wordt dolverliefd op de zanger en zijn lied. Ze wil het hem nazingen, maar haar moeder verbiedt het haar om een voor het meisje onbegrijpelijke reden.

In de 3e strofe grijpt zij haar kans, als haar moeder weg is: ze zingt het lied ("die ernsten Augen...") en toont zich zelfs bereid zich aan haar (ge)liefde op te offeren (De moeder kent ongetwijfeld het karakter van haar dochter en weet misschien ook van Julia met wie het bij Shakespeare niet goed afloopt. Ligt daar de oorzaak van het verbod?).

De 4e strofe: Weer zingt de zanger zijn lied "die ernsten Augen...". Hun liefde blijkt wederzijds: hij wil het hart van het balkonmeisje veroveren en smeekt haar onstuimig zijn eeuwige liefde te beantwoorden.
In deze strofe horen wij de (gisteren) gezongen woorden van de man onder het balkon. Ik kan mij daarom voorstellen, hoe zangers en dirigenten op het idee zijn gekomen (of gebracht), de uitvoering van 'Musica proibita' aan mannen over te laten. 

Rudolf Schock zingt Stanislao Gastaldon
Rudolf Schock neemt 'Verbotener Gesang' op in 1954 (HMV/Electrola) en in 1968 (Sony/Eurodisc). Op 3 september 1954, een dag voor Schock's 39ste verjaardag, dirigeert de perfectionistische Wilhelm Schüchter en op 11 juni 1968 Fried Walter.


Tijdens de voorbereiding van dit artikel heb ik goed geluisterd naar een aantal uitvoeringen van 'Musica proibita', gezongen door een oudere generatie van beroemde Italiaanse en Spaanse tenoren: Mario del Monaco en José Carreras zingen een stevige opera-aria van Verdi i.p.v. het bekoorlijke salonlied van Gastaldon. Veel beter bevallen Guiseppe di Stefano en Placido Domingo, maar ook zij doet maken het lied nog te groot. Merkwaardigerwijs Benjamino Gigli dit ook, wat ik van hem niet verwacht had (maar het kan zijn, dat ik een mindere uitvoering hoorde, want Gigli heeft het lied meerdere keren opgenomen). Enrico Caruso is ronduit grandioos: hij zingt werkelijk een lied en zijn tekstbehandeling is schitterend. Ook heel mooi is de zang van de elegante Spaanse tenor Alfredo Kraus. Hij weet, hoe je een lied moet zingen. Alleen klinkt het mij wat afstandelijk en -onnodig - plechtig in de oren.
De opname van Rudolf Schock uit 1954 is behalve op oude Electrola-LP's (en een enkel EP-tje) relatief nog maar kort op CD beschikbaar. We vinden haar
- op de 2 CD set 'Rudolf Schock, der fröhliche Wanderer' (Membran/Documents: Order no. 224062), overigens samen met o.a. 'Es muss ein Wunderbares sein', 'La Paloma', 'Still wie die Nacht' EN 'mijn' onvergetelijke 'Serenata' van Toselli!  
- op CD 2 van de 10 CD set 'Rudolf Schock, seine schönsten Lieder....' (Membran Documents: Order no. 232541), al weer in gezelschap van de salonliederen van mijn vroegste Schock-LP én met 'Caro mio ben', waarover verderop meer.

De stereo-opname uit 1968 is alleen op LP's te horen:
- op 'Wunschkonzert mit Rudolf Schock' (Eurodisc 77877 IU) en op 'Rudolf Schock: Erinnerungen an Benjamino Gigli' (Eurodisc 78571 IU)

Ik heb beslist geen rose bril op, als ik vaststel, dat Rudolf Schock in 1954 één van de mooiste vertolkingen van 'Verbotener Gesang' op de plaat heeft gezet. Een Engelse muziekcriticus karakteriseert het lied als: "ease and pleasing, which immediately sticks in the mind". En zo zingt Schock hem ook: moeiteloos en innemend. Dat weerhoudt hem er echter niet van zorgvuldig naar een adembenemende climax toe te werken ("Schenk mir dein Herz!"), waarbij dirigent Wilhelm Schüchter op "Herz!" stopt met dirigeren en gedurende een paar tellen aan Schock's dramatische intenties de volle muzikale ruimte laat. 

In 1968 is Schock's tekstbehandeling onveranderd superieur, maar zijn zang minder "ease". Zijn talent voor liedzang maakt echter, dat ook deze lezing van 'Musica proibita' te verkiezen valt boven menig andere opera-achtige uitvoering. Dit is des te knapper, omdat de stem voor dit lied in een te fors geluidskader is geplaatst en de orkestbegeleiding niet zo subtiel is als die van Schüchter.

Tommaso of Guiseppe Giordani, componist van 'Caro mio ben'?
Tommaso Giordani
Het is geen uitgemaakte zaak, wie van de gebroeders Giordani het Italiaanse lied 'Caro mio ben' heeft gecomponeerd.
Op internet wordt vaak de jongere broer Guiseppe Giordani genoemd.
Maar je leest ook, dat Tommaso Giordani de tekst op noten heeft gezet en dat het lied desondanks aan Guiseppe wordt toegeschreven.
De platenlabels EMI/Electrola en Eurodisc houden het al decennia op Tommaso Giordani.
Ook heet de componist soms Giordano, maar dan is men in de war met de opera-componist Umberto Giordano, die veel later leefde (1867 - 1948) en onder meer 'Andrea Chénier' schreef.

Tommaso Giordani (1730-1806) werd in Napels geboren en stierf in Dublin. Hij was van alles: zanger, docent, dirigent en componist. Op 22-jarige leeftijd trok hij naar Londen en later naar Ierland. Tot zijn composities behoorden opera's, een oratorium, sonates, concerten én liederen.
Guiseppe Giordani

Guiseppe Giordani (1744?-1798), bleef in Napels en was daar een belangrijk dirigent. Hij componeerde een aantal opera's met een voorliefde voor religieuze onderwerpen.
De gebroeders Giordani waren tijdgenoten van W. A. Mozart.

'Caro mio ben'
is al weer een liefdeslied, dat wordt gezongen vanuit het perspectief van een vrouw (zie de vertaling in de Duitse versie van dit artikel). En opnieuw was het bedoeld als sopraansolo:

Caro mio ben, credimi almen,
Senza di te languisce il cor.
Il tuo fedel sospira ognor,
Cessa, crudel, tanto rigor.
Caro mio ben...

Dierbare geliefde, geloof mij:
zonder jou breekt mijn hart.
Je trouwe geliefde zucht voortdurend,
Je bent zo wreed en streng, hou daar mee op!
Dierbare geliefde...

Aangenomen wordt, dat de anonieme tekst wereldlijk is en rond 1780 op muziek werd gezet. Aan het eind van de 18e eeuw verkreeg het op Italiaanse huisconcerten in elke geval een enorme populariteit. Waatschijnlijk is 'Caro mio ben' dan ook één van de vroegste voorbeelden van het salonliederen-genre. Op platen en CD's wordt het echter - samen met Händel's 'Largo' uit de opera 'Xerxes' - vaak geplaatst temidden van religieuze composities.

De mannenstem heeft intussen ook 'Caro mio ben' grotendeels veroverd. Een oorzaak zou kunnen zijn, dat dit oorspronkelijk wereldlijke lied al vroeg inderdaad religieus geannexeerd werd. Omdat het echter in de toenmalig kerkelijke praktijk aan vrouwen verboden was, in het Huis Gods te zingen, hebben de kerkelijke autoriteiten de uitvoering van ook dit lied misschien aan castraten overgelaten. Mogelijkerwijs heeft dat de weg voor tenoren en baritons gebaand.

Rudolf Schock zingt Giordani 
Rudolf Schock zingt 'Caro mio ben' in het Italiaans twee keer voor de grammofoonplaat: op 9 augustus 1952 (EMI/Electrola) en op 12 november 1962 (Sony/Eurodisc). In 1952 dirigeert Wilhelm Schüchter "een strijkorkest" . In 1962 leidt hij de Berliner Symphoniker en is de instrumentatie van Werner Eisbrenner.
Schock's eerste 'Caro mio ben' is te vinden op
- de CD 'Ave Maria' (EMI CDZ 7 62696 2) en die titel zegt het al: 'Caro mio ben' wordt opgevat als een religieus lied.
- de al onder 'Verbotener Gesang' vermelde CD 2 van de 10 CD set 'Rudolf Schock, seine schönsten Lieder...'. (Membran/Documents: Order no. 232541). Membran plaatst het lied niet in een religieus kader.

Schock's tweede (stereo-)opname is (nog?) niet op professionele CD uitgebracht. Een LP, waarop het lied voorkomt, is
- 'Festliche Stunden mit Rudolf Schock' (Eurodisc 72 721 KK). Deze LP heeft gedeeltelijk een religieus gehalte.
Misleidend is, dat op de hoes van deze LP de Duitse vertaling van 'Caro mio ben' gemakshalve begint met de woorden: 'Dierbaar meisje(!)' 
Het Engelse muziektijdschrift 'Gramophone magazine' schrijft in de vorige eeuw, dat Rudolf Schock 'Caro mio ben' met "zijn volle, 'baritonic' tenor meer dan goed zingt".
Wilhelm Schüchter 1911-1974 
Mike Richter uit Los Angeles, operakenner en samensteller van de 'Audio Encyclopedia', vergelijkt in 2005 Schock's eerste 'Caro mio ben'-opname met die van Benjamino Gigli. Richter concludeert, dat Schock's uitvoering gelijkwaardig is aan die van de grote Italiaanse zanger.

Schock zingt het lied inderdaad "meer dan goed" en de uitvoering van 1962 doet daar niet voor onder: Schock's eenvoud als kenmerk van het ware zingen. Schüchter's muzikale leiding staat tweemaal garant voor dienstbaarheid daaraan.

Krijn de Lege, 26 september 2011
De volgende keer: Rudolf Schock zingt Umberto Giordano, Amilcare Ponchielli en Francesco Ciléa