20.02.08

RUDOLF SCHOCK SINGT DANIËL AUBER

 






DANIËL FRANÇOIS ESPRIT AUBER (1782-1871)

Als ich Adolphe Adam und seine komische Oper 'Si j'étais Roi (Wenn ich König wär')' mit Rudolf Schock als verwirrter Fischer, der eine Prinzessin fangen will, in den Mittelpunkt rückte, fing ich mit ein bisschen Musikgeschichte an. Das tue ich Ihnen nicht noch einmal an, aber wohl mache ich Sie wieder darauf aufmerksam, dass in der (heiteren) Opéra-comique gesprochene Dialoge an die Stelle der gesungenen Rezitative treten.Verständlich ist es, dass diese Dialoge-ohne-Musik eine anständige Qualität haben müssen. Sie sollen in solchen Opern vor allem witzig sein und 'wie am Schnürchen laufen'. Die Musik macht ja nicht mit, und das bedeutet, dass man Textdichter mit gut entwickeltem Theatergefühl braucht.

Der französische Komponist Daniël François Espril Auber hatte zum Glück solch einen Textdichter: Eugène Scribe (1791-1861), einen vielseitigen Bühnenautor, der für das Musiktheater von grosser Bedeutung gewesen ist. Scribe war nicht nur imstande, typisch komische Opern mit einem ausgezeichneten Textbuch zu versehen, sondern auch grosse, thematisch historische Opern von Meyerbeer ('Les Huguenots', 'L'Africaine' usw.), Halévy ('La Juive' u.a.), Verdi ('I Vespri Siciliani') und Rossini ('Le Comte Ory'). Sein Libretto für Aubers heute vergessene Oper 'Le Philtre' diente als Modell für 'Élisir d'Amore' (1832) von Geatano Donizetti und das Überraschende ist, dass ich ( noch in Unwissenheit darüber, dass Auber und Donizetti Zeitgenossen waren) beim abermals Abhören der äusserst virtuosen Ensembles aus Aubers 'Fra Diavolo'(1830!) auf einmal an die populäre Donizetti-Oper denken musste. Der Zeitgeist spielt immer wieder eine Hauptrolle, aber es ist wohl gut, hier und jetzt festzustellen, dass Aubers 'Fra Diavolo' zwei Jahre früher Premiere hatte.
Aubers Opern sind (vielleicht?) zum Teil von der Zeit eingeholt worden, aber 'Fra Diavolo' und die ganz andersartige 'La Muette de Portici' sind Opern, die einen festen Platz auf der Opernbühne verdienen.

In 'Elseviers Groot Operaboek' (1. Auflage 1959) von Leo Riemens bemerkt dieser, dass Rossinis 'Wilhelm Tell ' (1829) als die allererste grosse, historische Oper betrachtet wird. Der "kleine" Komponist Daniël Auber aber - betont Riemens - verfasste ein Jahr früher, also schon 1828 auf Text von Eugène Scribe, die monumentale 'Grande Opéra' 'La Muette de Portici' über den Aufstand der Neapolitaner gegen die spanische Besatzungsmacht im Jahre 1647. Dieses Werk wurde vom Pariser Opernpublikum an dem Tag der Premiere (28-2-1830) mit grosser Begeisterung empfangen, und machte Auber über Nacht zur europäischen Berühmtheit. Am 25. August desselben Jahres war in Brüssel, während der Aufführung dieser Oper im 'Théatre de la Monnaie' ein kraftvolles Duett ('Amour sacré de la Patrie') sogar der Anlass für den Ausbruch eines Volksaufstands, der dazu führte, dass Belgien unabhängig von den Niederlanden wurde.
Richard Wagner bewunderte 'La Muette de Portici' sehr wegen des "dramatischen Elans und der dramatischen Geballtheit" der Musik.

Der bescheidene französische Patriot Auber selber lebte ein strikt bürgerliches Leben, reiste selten, denn warum würde er das tun? Die Textbücher des Kollegen Scribe hätten ihn ja durch die ganze Welt geführt? Und weiter wollte er ein breites Publikum "nur ein wenig amüsieren". Sein Schüler Ambroise Thomas (Komponist von 'Mignon') umsorgte ihn, als Auber nach einem langen Leben ernsthaft erkrankte und Alexander Dumas Jr. (Verfasser von u.a. 'La Dame aux Camélias') sagte am Grabe: "...Wie oft liess dieser Zauberer uns die Sorgen auf den anderen Morgen vertagen, und als der andere Morgen kam, hatten wir sie vergessen."

FRA DIAVOLO:
'Den Bruder des Teufels' hat es in Wirklichkeit gegeben. Er hiess Michele Pezza, war ursprünglich ein Mönch, der als Fra Angelo ('Bruder des Engels') bekannt war, aber sich später in den gefürchteten Räuberchef Fra Diavolo verwandelte. Er führte mit Erfolg eine Art Guerillakrieg mit der herrschenden, französischen Macht, aber wurde letzten Endes 1806 im 46-jährigen Alter in Neapel aufgehängt.

Scribes Opern-Skript verknüpft geschickt (und depolitisierend) den Humor einer Komödie mit der Romantik des Räuberlebens (der 'Robin Hood-Touch' : sie - in diesem Plot die römischen Soldaten - sind schlau und es sind ihrer viele, wir - Fra Diavolos Bande - sind mit wenigen, aber schlauer, UND berauben - meistens - keine unschuldigen Mädchen und Mönche). Die Hinrichtung des wahren Fra Diavolo wird in erster Instanz von einer gewöhnlichen Festnahme ersetzt, denn in einer komischen Oper kann und soll ein Schurke von den schliesslich doch schlaueren und sympathischen Römern (!) wohl gefangen, aber nicht getötet werden. In späteren Aufführungen wagt man es, den Räuberhauptmann durch Flintenkugeln der Römer töten zu lassen, wonach er in eine Schlucht stürzt.

Die Oper wurde in Italien und auch in Deutschland im Laufe der Jahre eigentlich beliebter als in Frankreich. Tito Schipa und Benjamino Gigli sangen den Marquis von San Marco/Fra Diavolo. Auch wurde die Geschichte einige Male verfilmt. Angenehme Erinnerungen habe ich an den heiteren 'Fra Diavolo (The Devils Brother)' aus dem jahre 1933 von Regisseur Hal Roach mit Stan Laurel und Oliver Hardy als Beppo und Giacomo, den linkischen Helfershelfern des Marquis/Oberschurken (von Dennis King gespielt). Aubers sprudelnd-ironische Musik ist in diesem Film, der als einer der besten, grösseren Spielfilme mit Laurel & Hardy angesehen wird, zum Glück nicht vergessen worden!


Dennis King
als Marquis,
Laurel & Hardy
als Beppo und
Giacomo







DIE MUSIK
Von den Ensembles sagte ich schon, dass sie äusserst virtuos sind. Es sind wahre Spektakel, worin Wort und Musik sich vollkommen im Gleichgewicht halten, und die Bühnenhandlung von Aubers Musik energisch vorwärtsgetrieben wird. Dasselbe gilt auch den spannenden Finales der drei Akten, deren Funken aus den Lautsprecherboxen in die Ohren sprühen. Die Solos von Fra Diavolo und Zerline haben Humor und Bravour.

DIE FRA DIAVOLO-AUFNAHMEN MIT RUDOLF SCHOCK:
 


Cover LP
1980:
(Mit
Lipp
Schock
Pease
und
Schüchter)





 





1954: Studio-Aufnahme (Relief CD 1909, Walhall WLCD 0138 u.a.) mit Wilma Lipp (Zerline), James Pease (Lord Kookburn), Ursula Zollenkopf (Lady Pamela), Ernst August Steinhoff (Lorenzo), Kurt Marschner (Beppo), Karl Otto (Giacomo), Sigmund Roth u.a. und WILHELM SCHÜCHTER (Dir.)
 
Die Tonaufzeichnung war für eine Fernsehsendung (von NDR/ARD Hamburg) bestimmt, die am 22. Oktober 1954 ausgestrahlt wurde. Diese Fernsehsendung war die zweite Fernsehoper, die in der BRD produziert wurde (Die erste war Mascagnis 'Cavalleria Rusticana' - gleichfalls mit Schüchter und Schock - , die ein halbes Jahr früher gesendet wurde).

Die deutschen Texte waren von Karlheinz Gutheim und die Dialogregie hatte Herbert Junkers. Die Fernsehaufnahmen fanden im sogenannten 'Fernsehbunker am Gasellenkamp' in Hamburg statt. Frau Gisela Schock erinnert sich - und das bringt wohl einiges zum Ausdruck über die Lebens- und Arbeitsumstände im ersten Dezennium nach dem Krieg - , dass die Familie Schock an jenem 22. Oktober 1954 noch nicht über ein Fernsehgerät verfügte, und sich in positiver Hinsicht notgedrungen die Sendung bei Freunden ansehen musste. Im Laufe der fünfziger Jahre wurde 'Fra Diavolo' auch im Rundfunk gebracht. Im Jahre 1980 veröffentlichte Schallplattengesellschaft 'Eurodisc' aus Anlass des 65. Geburtstags ihres Startenors Rudolf Schock eine LP-Kassette der Oper.]

2004 produzierte das schweizerische Label RELIEF eine erste (luxuriöse) CD-Edition (+ extra sieben Bonustracks mit Schock in anderen französischen Opern) und danach folgte (u.a.) noch eine einfacher ausgestattete CD-Version von Walhall Eternity Series.
 











Die ursprüngliche Oper dauert im Theater ca. 150 Minuten. Die 1954-Aufnahme ca. 95 Minuten. Musikalisch ist niet viel gestrichen worden, aber mit den (Lustspiel-)Texten von Scribe hat man nicht so skrupulös gehandelt. Und dann stimmt das Gefühl, dass das Ganze etwas aus der Balance gekommen ist, völlig. Scribe und Auber wussten ganz genau, wie man das Publikum 'ein wenig amüsieren' konnte. Aber die Bearbeiter der Fernsehausführung hatten (damals schon!) Angst davor, die Sendung würde zu lange dauern und das ist im Rückblick schade.

Eine anderes bemerkenswertes Ergebnis dieser Bearbeitung ist, dass Fra Diavolo am Ende der Oper den Soldaten ENTWISCHEN DARF, wonach er überdies von den Bergen aus im Triumph den Löwenanteil des Schlussliedes zum besten geben darf. Ich kann mir nicht dem Gedanken entziehen, dass nicht nur die Tatsache, Fra Diavolo sei eine komische Oper, der Grund dafür ist. Sehr wohl möglich ist, dass Schocks Star-Status im Jahre 1954 dabei eine (entscheidende) Rolle gespielt hat. Man könnte den strahlenden, lebenslustigen Rudolf Schock in einem Fernsehfilm doch nicht sterben lassen?

DIE SOLISTEN:
 

(Foto: Archiv Ludwig Stumpff)



Rudolf Schock ist auch jetzt grossartig. Dieses Mal nicht in der Rolle eines träumerischen Fischers oder naiven Hirten, sondern die eines ziemlich kalten, unempfindlichen Räuberhauptmannes/Marquis. Dessen unzuverlässiger und gefühlsarmer Charakter ist nicht misszuverstehen. Das müssen Auber und Scribe auch beabsichtigt haben: dieser mit allen Wassern gewaschene Verbrecher Fra Diavolo soll in seinem arroganten Konflikt mit dem jugendlichen und verliebten Offizier Lorenzo den kürzeren ziehen. Das ist ja der fröhliche Schluss dieser Oper. In der ersten deutschen Übersetzung von Scribes Zeitgenossen Karl Ludwig Blum (1786-1844) endet die Oper denn auch mit dem von jedermann (selbstverständlich ohne die Räuber) gesungenen:
"Diavolo! Viktoria! Der Räuber fiel durch unsre Hand! Ha, welches Glück für dieses Land, Seht, er fiel durch unsre Hand!"

Wenn der Marquis/Fra Diavolo-mit-Mandoline sich übertrieben schmachtend und gefühlsduselnd der im Liebesleben enttäuschten Lady Pamela offenbart, und zugleich dem weltfremden und schläfrigen Gatten eine italienisch gefärbte Musikstunde vorgaukelt (1. Akt, Nr. 5: Terzett 'Der treue Gondoliere...'), trieft sein alles und alle verführender Gesang von Ironie und Sarkasmus.
In seiner mit Leichtsinn gesungenen und dargestellten, grossen Bravour-Arie mit Rezitativ ('Dieser Plan ist mißlungen') am Anfang des 3. und letzten Aktes lässt er keinen Zweifel an seinem opportunistischen Tatendrang hochkommen.

Schocks Talentiertheit für den italienischen Gesangstil kommt im 2. Akt, Nr 9, in der Barkarole 'Dorina, süße Kleine...' expressiv und explosiv zum Ausdruck. Besonders durch diese Barkarole bekomme ich den Eindruck, Schocks allmählicher Übergang von einer lockeren und leichteren Stimmführung (2. Hälfte der vierziger und Anfang der fünfziger Jahre) zur dunkleren, baritonalen, aber gleichzeitig oft wärmeren und glühenderen Stimmfarbe habe sich Ende 1954 endgültig vollzogen. Daher bekommt er in den Jahren danach mehr die Gelegenheit (oder: schafft er sichselbst diese Gelegenheit?) auf der Schallplatte (in einigen Fällen auch live) 'heldischere' Rollen wie Walther von Stolzing ('Meistersinger von Nürnberg'), Max ('Freischütz'), Radames ('Aida'), Canio ('I Pagliacci') und sogar (fragmentarisch) Otello in Verdis gleichnamiger Oper zu singen.

Karl Löbl und Robert Werba sagen in Hermes Handlexikon 'Opern auf Schallplatten' (1. Auflage 1983) über Schocks Fra Diavolo-Rolle, dass er (genauso wie Wilma Lipp) "komödiantisch und stimmlich angenehm wirkt".
Andreas Laska ('Musique Critique' 2007) findet, diese Aufnahme sei trotz Textkürzungen und eines nicht-französischen Textes bestimmt einen deutschen Umweg wert. Vor allem für Rudolf Schock, "der einen schlauen und geistreichen Fra Diavolo darstellt, und die zahlreichen, stimmlichen Hürden der Rolle samt hohem C und Vokalisen problemlos nimmt".

Die im Moment der Aufnahme 29-jährige Wilma Lipp (1925) klingt herzerfreuend jung und reizend. (Andreas Laska: "Wilma Lipp singt frisch und klar. Ihre Zerline leuchtet'.) Schon 1948 war Lipp eine phänomenale 'Königin der Nacht' in der 'Zauberflöte', wonach sie diese Rolle über die ganze Welt bis tief in die fünfziger Jahre sang. Später spezialisierte sie sich auf lyrischere Sopranpartien wie Konstanze in der 'Entführung aus dem Serail', Eva in den 'Meistersingern' und Rosalinde in der 'Fledermaus'.

Der amerikanische Bariton James Pease (1916-1967) wandert 1948 nach Europa aus. Von 1952 an singt er an der Hamburger Staatsoper (in dieser Periode findet also die Beteiligung an 'Fra Diavolo' statt) und anderswo in Europa. Auch lädt man ihn vielfältig zu Gastauftritten in seiner Heimat ein. Bei so einer Überfahrt stirbt er auf dem Schiffe.
James Pease ist für eine Fra Diavolo-Aufnahme ideal, weil die Lord Kookburn-Rolle einen englischen Akzent verlangt. Ausserdem stellt er den Lord mit schöner, tiefer Stimme und witzig gespielter Dummheit dar (Laska: "Er ist ein lächerlicher Lord, und das gehört sich auch so!").
 
Ursula Zollenkopf ist schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg besonders in Norddeutschland als Konzertaltistin bekannt geworden. Daneben sang sie in einigen Rundfunkaufführungen von Opern (u.a. in 'Joseph in Ägypten' von Méhul, worin sie laut einer Kritik im Internet auffallend gut die Benjamin-Rolle darstellt). Weiter stiess ich noch auf Beethovens Neunte unter Franz Konwitschny, und die Mitteilungen, dass Frau Zollenkopf Lieder ihres Gatten sang und im Laufe der fünfziger Jahre starb. Als Lady Pamela gibt Zollenkopf mit Pease ein perfekt komisches, englisches Gespann ab. Sie spielt und singt ihre Rolle auf eine Weise, die mit dem Singen in Oratorien nicht im entfernesten assoziiert werden kann.

Kurt Marschner (1913-1984) und Karl Otto (1904) singen die Rollen von bezw. Stan Laurel (Beppo) und Oliver Hardy (Giacomo). Marschner ist ein Charakter-Buffotenor mit vollendetem Falsett. Wenn er unverschämt Zerline imitiert, hört man wirlich eine Frauenstimme. Das Textbuch demonstriert aber unerbittlich: das ist keine Zerline, und auch keine Lady Pamela, sondern einfach Beppo! 
Marschner war ein Koryphäe der Hamburger Staatsoper, der in Hamburg 4000 (!) Male auf der Bühne stand. Im Jahre 1978 ging er in den Ruhestand.
 

v.l.n.r.: Karl Otto als Giacomo,
 Fritz Göllnitz im Film als Beppo statt Kurt Marschner,
Rudolf Schock als Marquis.
(Foto: Archiv Ludwig Stumpff)
 

















Ernst August Steinhoff (1917-1998) konnte man in seiner Sängerperiode vor allem am Zürcher Operntheater in allerhand lyrischen Tenorpartien hören. Auch sang er in Oratorien und Werken aus dem moderneren Musikrepertoire (Liebermann, Martinu, Rihm u.a.).
Lorenzo ist 'the good guy' im Gegensatz zum 'bad guy' Fra Diavolo. Er liebt Zerline, und 'verdient' sie letzten Endes. Steinhoffs Stimme hat eine bequeme Höhe, aber klingt im mittleren Register unbeherrscht (Andreas Laska lobt aber seine 'voix mixte' und findet, dass er den Lorenzo '"rès charmant" singt). Seine 'Romanze' kurz vor dem Opernschluss ('Ewig will ich dir gehören') wird schnell und ziemlich ausdruckslos gesungen.


Schocks 'Leib und Magen'-Dirigent besonders während den Fünfzigern, Wilhelm Schüchter (1912-1974), dirigiert das Rundfunkorchester des NDR Hamburg. Andreas Laska weist in seiner französischsprachigen Kritik auf die grosse Vielseitigkeit und den Elan des Dirigenten hin. Die deutschsprachigen Kritiker Löbl und Werba (siehe auch oben) sind aber der Meinung, die Direktion mute doch etwas "zu eingedeutscht" an.

1968: Studio-Aufnahme: 'Ewig will ich dir gehören' 'Romanze' von Lorenzo aus dem 3. Akt von 'Fra Diavolo' (Eurodisc) mit WERNER EISBRENNER (Dir.)

Diese Aufnahme kommt auf einer Eurodisc-LP vor, worauf Rudolf Schock Opern- und Operettenerfolge von Richard Tauber singt. Kurz danach gibt es diese Aufnahme auch auf einer anderen Schock-LP mit Arien aus französichen Opern. Schock ist im Moment der Aufnahme (Januar 1968) sehr gut bei Stimme. Es stellt sich heraus, dass die von der Opernhandlung getrennte Arie einem Vortrag mit grossem Einfühlungsvermögen nicht im Wege steht. Wenn ich Schocks Version mit der von Steinhoff vergleiche, fallen mir zwei Sachen auf: Die Arie dauert bei Rudolf Schock fast eine volle Minute länger und Schocks Expressivität ist unendlich viel grösser: Das auf einmal sympathische Opfer ist Lorenzo, der zu Unrecht glaubt, Zerline habe ihn betrogen.

1978: Studio-Aufnahme: 'Dieser Plan ist misslungen' Rezitativ und Arie des Fra Diavolo aus dem 3. Akt (Eurodisc) mit FRIED WALTER (Dir.)

Die Reprise dieser Szene steht, wie man sagen kann, auf der allerletzten Opernrecital-LP von Rudolf Schock.
Er widmet diese LP seinen 'Freunden, meinem Schallplattenpublikum, das mir seit den ersten Aufnahmen im Jahre 1946 die Treue gehalten hat'. Die Arien sind von Von Gluck, Nicolai, R. Strauss, Wagner, Von Weber, Gounod, Cornelius, Auber, Leoncavallo und Von Klenau (aus der bis 1978 vergessenen Oper 'Rembrandt van Rijn' eine Arie, die auch zwischen den Schock-Aufnahmen auf der Internetsite 'YouTube' zu hören ist!). Bemerkenswert ist es, dass doch noch, gleichsam 'kurz vor Toresschluss', DER BARITON RUDOLF SCHOCK debütiert (siehe meine früheren Texte über die Laufbahn des Sängers). Er macht das als Tonio im Prolog aus 'I Pagliacci', als Valentin in dessen Gebet aus 'Margarethe (Faust)' und als Wolfram in 'O du mein holder Abendstern' aus 'Tannhäuser'. Auf die einzelnen Arien komme ich bei den diesbezüglichen Komponisten zurück.
Für Aubers 'Fra Diavolo' ist das jetzt der Fall.
Ich halte es für selbstverständlich, dass die Tenorstimme von Rudolf Schock 1978 nicht mehr die Möglichkeit hat, die schwierige Arie des selbstgefälligen Fra Diavolo von A bis Z perfekt zu singen, aber es gelingt Schock wohl, die Atmosphäre der Interpretation aus dem Jahre 1954 wieder heraufzubeschwören.
 
Krijn de Lege, 2.3.2008

15.02.08

RUDOLF SCHOCK ZINGT DANIËL AUBER










DANIËL FRANÇOIS ESPRIT AUBER (1782-1871)

Toen ik Adolphe Adam en zijn opéra-comique 'Si j'étais Roi (Wenn ich König wär')' met Rudolf Schock als verwarde visser, die een prinses wilde vangen, centraal stelde, begon ik met een beetje muziekgeschiedenis. Dat doe ik u niet opnieuw aan, maar wel maak ik u er nog eens op attent, dat in de (vrolijke) opéra-comique gesproken dialogen de plaats van de gezongen recitatieven innemen.
Begrijpelijk is, dat die dialogen-zonder-muziek van een behoorlijke kwaliteit moeten zijn. Ze moeten in dit soort opera's vooral geestig zijn en 'lekker lopen'. De muziek staakt immers en dat betekent, dat je tekstschrijvers nodig hebt met een goed ontwikkeld theatergevoel. De Franse componist Daniël François Esprit Auber had gelukkig zo'n tekstschrijver: Eugène Scribe (1791-1861), een veelzijdig toneelauteur, die voor het muziektheater van enorme betekenis is geweest. Scribe was niet alleen in staat typisch komische opera's (zoals 'Fra Diavolo') van een uitstekend tekstboek te voorzien, maar ook grote, thematisch historische opera's van Meyerbeer ('Les Huguenots', 'L'Africaine enz.), Halévy ('La Juive' e.a.), Verdi ('I Vespri Siciliani') en Rossini ('Le Comte Ory').
Zijn libretto voor Aubers nu vergeten opera 'Le Philtre' stond model voor 'L'Elisir d'Amore' (1832) van Gaetano Donizetti en het frappante is, dat ik (nog in onwetendheid over het feit dat Auber en Donizetti tijdgenoten waren) bij het nog eens luisteren naar de uiterst virtuoze ensembles uit Aubers 'Fra Diavolo' (1830!) plotseling aan die populaire Donizetti-opera moest denken. De tijdgeest speelt altijd weer een hoofdrol, maar het is wel goed, hier en nu vast te stellen, dat Aubers 'Fra Diavolo' twee jaar eerder in première ging.
Aubers opera's zijn (misschien?) voor een deel door de tijd ingehaald, maar 'Fra Diavolo' en het totaal andersoortige 'La Muette de Portici' zijn opera's, die een vaste plaats op het operatoneel verdienen.
In 'Elseviers Groot Operaboek' (1e oplage 1959) van Leo Riemens merkt deze op, dat alom Rossini's 'Willem Tell' (1829) als de allereerste grote historische opera wordt beschouwd. De 'kleine' componist Daniël Auber schreef echter - benadrukt Riemens - een jaar eerder, dus al in 1828 op tekst van Eugène Scribe, de monumentale 'Grande Opéra' 'La Muette de Portici' over de opstand in 1647 van de Napolitanen tegen de Spaanse bezettingsmacht. Dit werk werd door het Parijse operapubliek op de dag van de première (28-2-1830) met groot enthousiasme ontvangen en maakte van Daniël Auber op slag een Europese beroemdheid.
Op 25 augustus van dat zelfde jaar was in Brussel, tijdens de uitvoering van deze opera in het 'Théâtre de la Monnaie' een gespierd duet ('Amour sacré de la patrie') zelfs de aanleiding voor het uitbreken van een volksopstand, die ertoe leidde, dat België onafhankelijk werd van Nederland.
Richard Wagner bewonderde 'La Muette de Portici' buitengewoon vanwege de gebalde energie van de muziek.
 
De bescheiden Franse patriot Auber zelf leidde een strikt burgerlijk leven, reisde zelden, want waarom zou hij dat doen? De tekstboeken van collega Scribe hadden hem toch al door de hele wereld geleid? En verder wilde hij een breed publiek 'alleen maar een beetje amuseren'. Zijn leerling Ambroise Thomas (componist van 'Mignon') verzorgde hem, toen hij na een lang leven ernstig ziek werd en Alexander Dumas Jr. zei aan het graf: "....Hoe vaak zorgde deze tovenaar ervoor, dat wij onze zorgen konden uitstellen tot de volgende dag en als die dag kwam, waren we ze vergeten."

FRA DIAVOLO
'De broer van de duivel' heeft echt bestaan. Hij heette Michele Pezza, was oorspronkelijk een monnik, die zich Fra Angelo ('broer van de engel') liet noemen, maar groeide later uit tot de gevreesde rebellenleider Fra Diavolo. Hij voerde met succes een soort guerilla-oorlog tegen het overheersende Franse leger, maar werd tenslotte in 1806 op 46-jarige leeftijd in Napels opgehangen.
Scribes opera-script verbindt handig (en depolitiserend) de humor van een blijspel met de romantiek van het roversbestaan (de 'Robin Hood-touch': zij - in deze plot de Romeinse soldaten - zijn slim en met velen, wij - de bende van Fra Diavolo - zijn met weinigen, maar slimmer en we beroven - meestal - geen onschuldige meisjes en monniken). De executie van de echte Fra Diavolo wordt in eerste instantie vervangen door een gewone arrestatie, want in een komische opera kan (en moet) een boef door de uiteindelijk toch slimmere en sympathieke Romeinen (!) wel gevangen, maar niet gedood worden. In latere uitvoeringen durft men het aan de roverhoofdman in het gevecht dood te laten schieten, waarna hij in een ravijn stort.

De opera werd in Duitsland en Italië in de loop der jaren eigenlijk populairder dan in Frankrijk. Tito Schipa en Benjamino Gigli zongen de Markies van San Marco, alias Fra Diavolo. Ook werd het verhaal een paar keer verfilmd. Plezierige herinneringen heb ik aan de hilarische 'Fra Diavolo (The Devils Brother)' uit 1933 van regisseur Hal Roach met Stan Laurel en Oliver Hardy als Beppo en Giacomo, de onhandige handlangers van de markies en opperboef (gespeeld door Dennis King). Aubers tintelend-ironische muziek is in deze film, die als één van de beste, grotere speelfilms van Laurel & Hardy wordt gezien, gelukkig niet vergeten!
Dennis King
(Markies)
Laurel & Hardy
(Giacomo &
Beppo)


DE MUZIEK
Van de ensembles zei ik al, dat ze uiterst virtuoos zijn. Het zijn ware spektakels, waarin woord en muziek met elkaar in balans zijn en de toneelhandeling door Aubers muziek energiek wordt voortgestuwd. Datzelfde geldt ook voor de finales van de 3 akten, die de geluidsboxen uitbruisen. De solo's van Fra Diavolo en Zerline hebben humor en bravoure.
DE FRA DIAVOLO-OPNAMEN MET RUDOLF SCHOCK:
 

LP-cover (1980):
(Lipp
Schock
Pease en
Schüchter)















1954: Studio-opname (Relief CD 1909 en Walhall WLCD 0138) met Wilma Lipp (Zerline), James Pease (Lord Kookburn), Ursula Zollenkopf (Lady Pamela), Ernst August Steinhoff (Lorenzo), Kurt Marschner (Beppo), Karl Otto (Giacomo), Sigmund Roth u.a. und WILHELM SCHÜCHTER (Dir.)
 
De geluidsopname was bestemd voor een TV-registratie (van NDR/ARD Hamburg), die op 22 oktober 1954 werd uitgezonden. Deze registratie was de tweede televisie-opera, die in Duitsland geproduceerd werd (De eerste was een half jaar daarvoor Mascagni's 'Cavalleria Rusticana' eveneens met Schüchter en Schock).

De Duitse teksten waren van Karlheinz Gutheim en de (dialoog)regie had Herbert Junkers. De opnamen vonden plaats in de zo genoemde 'Fernsehbunker am Gasellenkamp' in Hamburg. Mw. Gisela Schock herinnert zich - en dat zegt wel iets over de levens- en werkomstandigheden in het eerste decennium na de oorlog - dat het gezin Schock op die 22e oktober 1954 nog niet over een tv-toestel beschikte en de uitzending bij vrienden moest bekijken.
In de loop van de jaren vijftig werd 'Fra Diavolo' ook door de radio uitgezonden en in 1980 bracht Eurodisc een lp-cassette van de opera uit ter gelegenheid van de 65e verjaardag van haar ster-zanger Rudolf Schock.
 
In 2004 produceerde het Zwitserse label RELIEF een eerste (luxe-) CD-editie (+ zeven extra bonustracks met Rudolf Schock in andere Franse opera's) en daarna volgde nog meer publicaties, waaronder een soberder uitgevoerde CD-versie van Walhall Eternity Series.












De oorspronkelijke opera duurt in het theater ca 150 minuten. De 1954-versie met Schock ca 95 minuten. Muzikaal is er niet veel geschrapt, maar in de (blijspel-)teksten van Scribe is danig huisgehouden. En dan klopt het gevoel, dat het geheel wat uit balans is geraakt. Scribe en Auber wisten wat ze deden om 'de mensen een beetje te amuseren'. Maar de bewerkers van de tv-uitvoering waren (toen al!) bang, dat het allemaal te lang zou gaan duren en dat is nu helaas te merken.
Verder is opmerkelijk, dat Fra Diavolo aan het eind van de opera MAG ONTSNAPPEN, waarna hij vanuit de bergen het leeuwendeel van het slotlied mag zingen.
Ik kan mij niet onttrekken aan de gedachte, dat alleen het feit, dat 'Fra Diavolo' een komische opera is, de reden hiervan was. Heel goed mogelijk kan de sterrenstatus van Schock in 1954 hierbij een rol gespeeld hebben. De stralende, levenslustige Rudolf Schock kan je in een tv-film toch niet dood laten gaan?

DE SOLISTEN

(Foto Archiv Ludwig Stumpff)
 

















Rudolf Schock is ook nu grandioos. Niet in de rol van dromerige visser of naïeve herder, maar als koele, onverschillige roverhoofdman. Het onbetrouwbare en wrede van diens karakter is niet mis te verstaan. Dit moet ook de bedoeling geweest zijn van Auber en Scribe: dat deze schurk van een Fra Diavolo in zijn hooghartige strijd met de jeugdige en verliefde officier Lorenzo het onderspit delft, is nu juist het blije einde van de opera. In de eerste Duitse vertaling van Scribes tijdgenoot Karl Ludwig Blum (1786-1844) eindigt de opera dan ook met het - vanzelfsprekend op de rovers na - door iedereen gezongen:
"Diavolo! Viktoria! De rover viel door onze hand! Ha, wat een geluk voor dit land, want zie, hij viel door onze hand!"
Als de Markies/Fra Diavolo zich smachtend romantisch met mandoline manifesteert aan de in het liefdesleven teleurgestelde Lady Pamela en tegelijkertijd haar wereldvreemde en slaperige echtgenoot zogenaamd slechts musicerend een rad voor ogen draait (1e akte, nr. 5: Trio 'Der treue Gondoliere...'), druipt in zijn alles en iedereen verleidende zang de ironie en het sarcasme ervan af.

In Fra Diavolo's met passie gezongen en geacteerde, grote bravoure-aria + recitatief 'Dieser Plan ist mißlungen' aan het begin van de 3e en laatste akte laat deze geen twijfel bestaan aan zijn opportunistische dadendrang.
Schocks affectie met de Italiaanse zangstijl komt expressief én explosief tot uitdrukking in de 2e akte nr. 9: de barcarole 'Dorina, süsse Kleine...'. Vooral door deze barcarole krijg ik de indruk, dat Schocks geleidelijke overgang van een lossere en lichtere zangstijl (2e helft jaren veertig en eerste jaren vijftig) naar een overwegend baritonale, warme en gloeiende stemkleur zich eind 1954 definitief lijkt te hebben voltrokken. Vandaar, dat hij in de jaren daarna op de grammofoonplaat in aanmerking komt voor meer 'heldische' rollen als Walther von Stolzing ('Meistersinger von Nürnberg'), Max ('Freischütz'), Radames ('Aida') en zelfs (fragmentarisch) Otello in Verdi's gelijknamige opera.
Karl Löbl en Robert Werba zeggen in Hermes Handlexikon 'Opern auf Schallplatten' (1e oplage 1983) over Schocks Fra Diavolo, dat hij (evenals Wilma Lipp) met humor speelt en welluidend zingt. Andreas Laska ('Musique Critique' 2007) vindt deze opname ondanks tekstcoupures en niet-Franse tekst beslist een Duitse omweg waard is. In het bijzonder vanwege Rudolf Schock, die "een sluwe en geestige Fra Diavolo neerzet en de talrijke vocale horden van de rol probleemloos neemt met inbegrip van hoge C en vocalises".
 
De op het moment van de opname 29-jarige Wilma Lipp (1925) klinkt hartveroverend jong en bekoorlijk. (Andreas Laska: "Wilma Lipp zingt fris en helder. Haar Zerline schittert".) Al in 1948 was Lipp een fenomenale 'Koningin van de Nacht' in de 'Zauberflöte', waarna ze deze rol over de gehele wereld tot diep in de jaren vijftig bleef zingen. Later specialiseerde zij zich in de meer lyrische sopraanpartijen zoals Konstanze in de 'Entführung aus dem Serail' Eva in de 'Meistersinger' en Rosalinde in de 'Fledermaus'.

De Amerikaanse bariton James Pease (1916-1967) komt in 1948 naar Europa. Vanaf 1952 zingt hij aan de Hamburgse Staatsopera (uit die periode stamt dus zijn deelname aan deze Fra Diavolo) en elders in Europa. Ook wordt hij veelvuldig gevraagd voor gastoptredens in zijn vaderland. Tijdens een oversteek per schip naar Noord-Amerika overlijdt hij.
James Pease is voor een Fra Diavolo-opname ideaal, omdat het Engelse accent van Lord Cookburn met zijn landsaard samenvalt. Bovendien zingt hij met mooie, diepe stem en goed gespeelde domheid. (Laska: "Hij is een lachwekkende Lord en dat hoort ook zo!").
Ursula Zollenkopf is in de loop van de jaren na de 2e Wereldoorlog vooral in Noordduitsland bekend geworden als concertalt. Daarnaast zong zij in enkele radio-uitvoeringen van opera's (o.a. in 'Josef in Egypte' van Méhul, waarin zij volgens een kritiek opvallend goed de rol van Benjamin zingt). Verder kwam ik nog Beethovens Negende tegen onder Franz Konwitschny en de mededeling, dat Mw. Zollenkopf liederen van haar man uitvoerde en dat zij in de jaren 50 overleed.
Als Lady Pamela vormt Zollenkopf met Pease een perfect komisch Engels koppel. Ze acteert en zingt haar rol op een manier, die in de verste verte niet met het zingen in oratoria kan worden geassocieerd.

Kurt Marschner (1913-1984) en Karl Otto (1904) zingen de rollen van resp. Stan Laurel (Beppo) en Oliver Hardy (Giacomo). Marschner is een karakter-buffotenor met een volmaakt falset. Als hij op schaamteloze wijze Zerline imiteert, hoor je werkelijk een vrouwenstem. Het tekstboekje geeft echter onverbiddelijk aan: dit is geen Zerline en ook geen Lady Pamela, maar gewoon Beppo! 
Marschner was een coryfee van de Hamburgse Staatsopera tot hij - na 4000-maal (!) in Hamburg op het toneel te hebben gestaan - in 1978 met pensioen ging.

v.l.n.r.: Karl Otto als Giacomo/Fritz Göllnitz in
de film als Beppo i.p.v. Kurt Marschner/Rudolf
Schock als Markies.
 (foto archief Ludwig Stumpff)


 


















Ernst August Steinhoff (1917-1998) was gedurende zijn zangersloopbaan vooral te horen in allerlei lyrische tenorpartijen in het operatheater van Zürich. Daarnaast was hij actief in oratoria en maakte hij opnamen van het modernere muziekrepertoire (Liebermann, Martinu, Rihm e.a.).
Lorenzo is 'the good guy' in de opera in tegenstelling tot 'bad guy' Fra Diavolo. Hij houdt van Zerline en krijgt haar ook aan het eind van de opera. Steinhoff's stem heeft een gemakkelijke hoogte, maar klinkt in het middenregister onbeheerst (Andreas Laska prijst echter zijn 'voix mixte' en vindt, dat hij Lorenzo "très charmant" zingt). Zijn 'romance' aan het eind van de opera ('Ewig will ich dir gehören!') wordt snel en nogal uitdrukkingsloos gezongen .

Schocks lijfdirigent van vooral de jaren vijftig, Wilhelm Schüchter (1912-1974), dirigeert het radio-orkest van de NDR Hamburg. Andreas Laska wijst in zijn Franstalige kritiek op de grote veelzijdigheid van de dirigent en op het élan, waarmee deze het orkest leidt. De Duitstalige critici Löbl und Werba (zie ook hiervoor) vinden daarentegen de orkestdirectie nogal "Duits".
 
1968: Studio-opname: 'Ewig will ich dir gehören' 'Romanze' van Lorenzo uit de 3e akte van 'Fra Diavolo' (Eurodisc) met WERNER EISBRENNER (Dir.)

Deze opname komt voor op een Eurodisc-LP, waarop Rudolf Schock opera- en operette-successen van Richard Tauber zingt. Kort daarna staat deze aria van Lorenzo ook op een andere Schock-LP met aria's uit Franse opera's.

Schock is op het moment van de opname (Januari 1968) heel goed bij stem. De los van de operahandeling opgenomen aria blijkt een voordracht met inlevingsvermogen in het geheel niet in de weg te staan. Als ik Schocks versie met die van Steinhoff uit 1954 vergelijk, dan vallen twee dingen op: De aria duurt bij Rudolf Schock bijna een volle minuut langer en zijn expressiviteit is oneindig veel groter: Nu pas is Lorenzo het sympathieke slachtoffer, dat ten onrechte denkt, dat Zerline hem bedrogen heeft.

1978: Studio-opname: 'Dieser Plan ist mißlungen' recitatief en aria van de markies uit de 3e akte van 'Fra Diavolo' (Eurodisc) met FRIED WALTER (Dir.)
De reprise van deze aria staat op, wat genoemd kan worden, de allerlaatste opera-recital-LP van Rudolf Schock. Hij draagt deze LP op aan "meinen Freunden, meinem Schallplatten-Publikum, das mir seit den ersten Aufnahmen im Jahre 1946 die Treue gehalten hat".
De aria's zijn van Von Gluck, Nicolai, Strauss (Richard), Wagner, Von Weber, Gounod, Cornelius, Auber, Leoncavallo en Von Klenau. Van de laatste zingt Schock een zoekgeraakte en door Fried Walter gereconstrueerde aria uit de opera 'Rembrandt van Rijn' (ook op YouTube te beluisteren!).
Bijzonder is ook, dat op de valreep toch nog de bariton Rudolf Schock debuteert (zie mijn teksten over de loopbaan van de zanger). Hij doet dat als Tonio in de proloog uit 'I Pagliacci', als Valentin in diens gebed uit 'Faust' en als Wolfram in 'O du mein holder Abendstern' uit 'Tannhäuser'.
Op deze aria's kom ik terug bij de desbetreffende componisten.

Voor Aubers 'Fra Diavolo' is dat nu het geval:
Ik vind het vanzelfsprekend, dat de tenorstem van Rudolf Schock niet meer in staat is de lastige aria van de ijdele Fra Diavolo van a tot z perfect te zingen, maar hij slaagt er wel in de sfeer van de interpretatie uit 1954 weer op te roepen.

Krijn de Lege, 2 maart 2008