29.01.08

RUDOLF SCHOCK SINGS EUGEN D'ALBERT




EUGEN D'ALBERT (1864 - 1932)






















wird in Schottland aus einer englischen Mutter und einem französisch/italienischen Vater geboren. Klavierunterricht bekommt er von keinem Geringeren als Franz Liszt und Kompositionslehre von Arthur Sullivan (1842-1900), der zusammen mit Textdichter William Gilbert als Komponist von englischen Operetten wie 'The Mikado', 'Patience', 'The Gondoliers', 'H.M.S. Pinafore' und dem Lied 'Onward Christian Soldiers' berühmt wurde.
Es fällt auf, dass Sullivan seinen Schüler Eugène d'Albert schon im 17jährigen Alter einladet, eine seiner 'Musical-Comedies' für Klavier umzuarbeiten und umgekehrt die Ouvertüre zu seiner 'Patience' (Lieblingsoperette von Königin Victoria!) für Orchester spielbereit zu machen. Es ist nur, dass Sie Bescheid wissen, wenn Sie sich diese Sullivan-Ouvertüre auf CD/DVD anhören oder ansehen!
Eugène d'Albert wird als Konzertpianist (Beethoven-Spezialist!) weltberühmt. Später bevorzugt er aber die Aktivitäten als Komponist. Auch lässt er sich zum Deutschen naturalisieren und ändert er den Vornamen in Eugen.
Er verfasst etwa 20 Opern, wovon 'TIEFLAND' bis auf den heutigen Tag wacker Repertoire gehalten hat. Von den anderen Theaterarbeiten kommen vereinzelt nur 'Die toten Augen' und der Einakter 'Die Abreise' noch zur Live-Ausführung und/oder CD-Aufnahme.

'TIEFLAND' (1903)
ist eigentlich das einzige, wichtige, musikalische Werk des deutschen Verismus ('Realismus'), der um 1900 in Deutschland namentlich literarische Prosa dominiert.
Wie ich bei Adolphe Adam schon knapp angegeben habe, beschäftigt sich der Verismus (it.: 'verismo') mit Menschen in der gleichgültigen Realität des Lebens. Es handelt sich um eine vielfach unbarmherzige Wirklichkeit, der ein Mensch mit Haut und Haaren ausgeliefert ist. Noch nicht mit als verständlich nächstem Schritt der sozialen Revolte, die 'das grosse Glück für alle' näher bringen sollte. Im 'poetischen Realismus' (das hinzugefügte Adjektiv könnte als spätes Echo deutscher Romantik betrachtet werden) genügt aber so etwas wie kleines Glück, das manchmal in irgeneinem Winkel erreichbar wäre.
Bizets 'Carmen' aus 1875 ('Reality' in der Zigarettenfabrik, der Armee, der Arena und inmitten der Schmuggler) wird schon von dieser Strömung beeinflusst. Später sind in Italien 'Cavalleria Rusticana' (sich auf dem sizilianischen Lande abspielend) und 'I Pagliacci' (Freude, aber vor allem Leid einer herumziehenden Komödiantengruppe) für das wirkliche Leben exemplarisch. Danach trifft das ebenfalls auf die Opern von Puccini, Giordano und Ciléa zu, und in Deutschland ist also 'Tiefland' der würdige Repräsentant:

Auf der spanischen Seite der pyrenäischen Berge (die Opernhandlung stützt sich auf einem spanischen Theaterspiel) wohnt das Glück der Hirten Petro und Nando mit ihren Schafen. Im tief gelegenen Tal (im 'Tiefland') wohnt das Unglück von Marta, die von 13jährigem Alter an vom Grossgrundbesitzer Sebastiano missbraucht worden ist.
Sebastiano hat ernsthaft-finanzielle Probleme. Es fällt ihm aber die einmalige Gelegenheit in den Schoss, eine reiche Frau heiraten zu können. Weil er Marta nicht loswerden will, kommt er auf den kreativen Gedanken, sie in einer leerstehenden Mühle zu parken, zusammen mit dem naiven Pedro. Er arrangiert dazu sogar in grösster Eile eine Eheschliessung zwischen beiden. Im Mittelpunkt der Oper steht dann die Liebesnacht, worin Pedro von Marta in ein Nebenzimmer geschickt wird, und Sebastiano seine geplante Aufwartung macht. Die Oper endet optimistisch. Sebastian wird von Pedro ausgeschaltet und Marta (die inzwischen Pedro innig liebt) lässt das Tiefland endgültig hinter sich, und zieht mit Pedro in die glückliche Einsamkeit des Hochgebirges hinein.

Was dem Image dieser Oper viel Schaden zugefügt hat (und noch immer zufügt) ist die Tatsache, dass sie als "Lieblingsoper von Adolf Hitler" bekannt ist. (Bemerkenswert ist wohl, dass ich einst auch gelesen habe, 'Lohengrin' sei Hitlers "Lieblingsoper", und 'Die lustige Witwe' seine "Lieblingsoperette"). Die Folge ist, dass 'Tiefland' als "musikalischer Favorit Hitlers" deklassiert worden ist. Die Tonart, die über diese Musik angeschlagen wird, ist nicht selten geringschätzig. Es scheint, die Oper habe durch Hitlers Anerkennung auf einmal musikalisch kaum noch etwas zu bedeuten. Im Internet las ich z.B. einen Beitrag aus dem Jahre 2007 von jemandem, der anlässlich einer neuen 'Tiefland'-Premiere an der Wiener Volksoper erböst schreibt, er habe 'kein einziges Bedürfnis nach diesem Blut- und Bodenkram auf nationalsozialistischer Grundlage'.
Dazu kommt noch, dass die talentierte, aber in und nach dem Zweiten Weltkrieg moralisch umstrittene deutsche Cineastin Leni Riefenstahl einen Film machte, der auf der Tiefland-Oper fusst. Die ersten Aufnahmen wurden 1934 in Spanien gedreht, worauf sich das Projekt während zwei Dezennien hinschleppte. Riefenstahl durfte 1941 Zigeuner aus dem Gefangenenlager Maxglanals als 'Bewohner des Tieflands' einsetzen, aber nach dem Krieg hielt man für sehr wahrscheinlich, dass ein Teil dieser Figuranten kurz nach den Filmaufnahmen nach Auschwitz transportiert wurden. Ein Prozess darüber im Jahre 1949 ging für Leni Riefenstahl formell positiv aus, aber in der viel grösseren Einfluss habenden, informellen Szene wurde sie für immer als 'gefallener Engel' gesehen. Das war denn auch der Titel einer niederländischen Riefenstahl-Monographie aus dem Jahre 2000, in der Filmpublizist Thomas Leeflang "Leben und Werk von Leni Riefenstahl" bespricht, und auf Seite 132 bemerkt, Riefenstahl zeige immer schon Interesse an "jener dämmrigen Oper von Eugen d'Albert".
1954 hatte der 'Tiefland'-Film endlich Premiere, und - was erwartet werden konnte - er wurde von der Kritik zerrissen.

Zurück zu 'jener dämmrigen Oper' aus dem Jahre 1903:
Musikalisch und dramaturgisch ist 'Tiefland' ein vollkommen klares und hinreissendes Werk, das viele, dramatisch äusserst effektive Szenen aufweist. Hören Sie sich mal folgendes an:
Die 'Trauermusik' beim unheilverkündenden Gang von Pedro und Marta zur Kirche für ihre manipulierte Eheschliessung, Pedros 'Wolfserzählung' und das darauf anschliessende Duett in der erschütternden Hochzeitsnacht, das Ensemblespiel der quälenden Frauen und in drastischem Gegensatz damit die Arglosigkeit des Mädchens Nuri, das von Marta in Schutz genommen worden ist, weil sie die eigene Jugend an die des Kindes wiedererkennt, die musikalische Schilderung der Unterschiede zwischen dem Glück der herrlichen Berge, und die verlogene Mentalität des unglücklichen 'Dorfes im Tiefland' (Metapher für die unzuverlässige Welt), und die Charakterisierung des schuldig-schuldlosen Mittelpunkts Marta, die, wenn sie sich letzten Endes doch in Pedro verliebt hat, wieder eifersüchtig auf Nuri wird, weil Pedro schlechthin nett zum Mädchen ist.
Ohne Vorbehalt kann ich sagen, diese Oper sei im Laufe der Jahre auch eine meiner Lieblingsopern geworden.

DIE AUFNAHMEN MIT RUDOLF SCHOCK
Hinten in der kleinen Schock-Biographie, die Friedrich Herzfeld 1962 verfasst, listet Schocks Schallplattengeschäft Electrola seine damaligen Opernaufnahmen auf. Unter denen 'Die toten Augen' von d'Albert. Ich habe diese Aufnahme nie finden können, und zweifle daran, ob es sie überhaupt gibt (In dieser Liste werden übrigens noch zwei Opern genannt, die ich nie irgendwo mit Schock gesehen habe: 'Rusalka' von Dvorák und 'Nabucco' von Verdi).

Von der Oper 'Tiefland' gibt es aber zwei vollständige Aufnahmen:
Erstens eine Studio-Aufnahme von Eurodisc (auf LP und dann CD und später noch einmal auf CD, die von RCA/BMG veröffentlicht wurde). Zweitens eine nur in Privatbesitz existierende - Amateuraufnahme der Live-Premiere an der Wiener Volksoper im Jahre 1967.

1963: Studio-Aufnahme von 'TIEFLAND' (Eurodisc/RCA/BMG) mit Isabell Strauss (Marta), Gerd Feldhoff (Sebastiano), Angelika Fischer (Nuri), Ivan Sardi (Tommaso), Ernst Krukowski (Moruccio), Margarete Klose, Martha Musial, Alice Oelke (Frauen aus dem Dorfe), Kart-Ernst Mercker (Nando) und HANS ZANOTELLI (Dir.)
Rudolf Schock & Isabell Strauss (1963)























Diese klangtechnisch ausgezeichnete Aufnahme diente 1963/1964 zum Tonband einer ZDF-Fernsehaufführung, die auf YouTube zu sehen ist. Aber, hochgeschätzte SONY, Wiederveröffentlichung in CD-Tonqualität ist dringlich erwünscht!

Angestrebt wird eine möglichst realistische Inszenierung. Für die Rolle der Nuri (gesungen und gespielt von Angelika Fischer) hat man eine junge, zwar beschränkt geschulte, aber herzerobernde Sopranistin gewählt (Musikkritiker Michael Oliver findet in 'Gramophone 2/1989', dass Fischer tatsächlich wie ein Mädchen in höchstens zwölfjährigem Alter klingt).

Angelika Fischer ist als junges Kind verblüffend glaubenswürdig, und auch der niederländische Opernkritiker Leo Riemens ist, wenn die Aufnahme erscheint, ganz begeistert von ihr.











Die andren Frauen aus dem Dorfe sind nicht jung mehr, und das kann man gut hören. Die besonders als Wagner-Ältistin gefeierte Margarete Klose (1902-1968) und die fast genauso bekannte Martha Musial (1908-1995) singen mit flackernder Stimme, aber die Wirkung ist wohl, dass wir sie leibhaftig vor uns sehen. Ernst Krukowski (geb. 1918) als Moruccio, der Dorfbewohner, der Sebastianos teuflische Drehbuch von Anfang an durchsieht, ist nicht durch seine ausserordentliche Stimme, sondern duch die lupenreine Verkörperung von allerhand Typen und Charakteren bekannt geworden.















Der imposante Bariton Gerd Feldhoff (geb. 1931) ist als Sebastiano von kolossaler Allüre: in vokalem Sinne, aber auch als vollkommen glaubhafter Darsteller seiner (bösartigen) Person (Michael Oliver in Gramophone 1989: "Er singt mit grossartiger Expression").


Isabell Strauss (1928-1973) singt wie Feldhoff mit emotioneller Glut. In keinem einzigen Moment gleitet sie in Sentimentalität ab. Es ist ihr Ernst, was sie singt (Gramophones Oliver: "Strauss singt mit rührender Ehrlichkeit").










Es erschüttert mich, dass im Internet fast nichts über diese Sängerin zu finden ist, aber aus Besprechungen der Tieflandaufnahme in der Vergangenheit und dem Text über sie im Sängerlexikon 'Unvergängliche Stimmen' (Kutsch/Riemens 2. Auflage 1982) stellt sich heraus, dass ruhig angenommen werden darf, dass sie nach erfolgreichen Auftritten in Köln, München, Bern, Amsterdam und Brüssel dazu prädestiniert war, zu einer idealen Sängerin von Wagnerrollen wie Isolde und Brünnhilde heranzureifen. So weit kam es aber nicht. Im Jahre 1973 wählte sie nach einer Aufführung von Wagners 'Götterdämmerung', zusammen mit dem Dirigenten dieser Vorstellung Fritz Janota, in einem Wald bei Oldenburg den Freitod.

Und dann Rudolf Schock: Ein Kritiker schrieb einst, dass er bei einigen 'heldischen' Momenten seiner Partie an stimmliche Grenzen stösst. Das ist verständlich, wenn wir uns vor Augen halten, dass die Pedro-Rolle eigentlich für einen (jugendlichen) Heldentenor gedacht ist. Überdies ist Schock im Moment der Aufnahme fast ein Fünfziger. Ich glaube, dass wenn Schock diese Oper (auch er betrachtete sie als eine seiner Lieblingsopern!) z. B. sechs Jahre früher hätte aufnehmen können, diese Grenzen kaum oder nicht ins Bild gekommen wären.

Schock überschreitet in der Rolle seines Lebens (Riemens: "Vielleicht wohl seine allerbedeutendste Leistung auf Schallplatte!!) in natürlicher Weise, ohne eine einzige Übertreibung die Grenze zwischen Oper und Schauspiel. Faktisch hebt er diese Grenze auf.

Wieder ist es die einzigartige, komplette Identifizierung des Sänger-Darstellers Rudolf Schock mit einem Charakter aus dem Musiktheater, die uns beim Zuhören den Atem verschlägt.
In der 'Wolfserzählung' macht Schock den Kampf mit dem Wolf so nachvollziehbar, wie nur möglich ist: bald rasend verbissen, bald schwelgend in der Poesie der Sterne über und dem trop-fen-den Eiswasser hinter ihm.
Im Thrillerduett (Finale 1. Akt) ist das 'Gespräch' zwischen Marta und Pedro ungläublich spannend. Es gelingt Schock, jede Phase der Gemütsverfassung, die der irregeführte Bräutigam durchlaufen muss, dem Zuhörer handgreiflich vor Augen zu führen: nach seiner plastischen Erzählung über das Töten des Wolfes erleben wir nacheinander die nicht verstehende Bestürzung, wenn er von Marta beauftragt wird, in einem anderen Zimmer zu schlafen, die Verzweiflung über die genauso unverständliche Tatsache, dass sie ihn "schlecht und schamlos" nennt, die Empörung darüber, dass von Marta angenommen wird, dass er alles weiss, obschon keiner ihm etwas gesagt hat, und dass seine ehrlichen Absichten verkannt werden. Schliesslich - wenn Sebastiano in Martas Zimmer neben dem Raum, wo Pedro und Marta sind, ganz kurz ein Licht anzündet - gibt es jene hauchzarte und zugleich grauenerregende Musik, worin Pedro zutiefst erschüttert mit halber Gesangstimme ('mezza voce' möglichst wirkungsvoll!) ängstlich zu Marta flüstert, er glaube ein Licht im anderen Zimmer gesehen zu haben. Marta antwortet tiefbewegt, er habe geträumt, wonach eine gewisse Fügsamkeit in sein Schicksal und Dankbarkeit für die Frau, "die der Himmel ihm gegeben hat", die Oberhand über ihn gewinnen. Er schläft ein mit den Worten: "Der Wolf kommt heute nicht....". Michael Oliver: "Schock is in splendid form". Er lobt Schocks gewinnendes Wesen, goldehrliches Singen und Stilsicherheit. Andere Kritiker sprechen von "einem glaubwürdigen, packenden Porträt des Hirten, der seiner Unschuld beraubt wird" und von 'einer Darstellung, die psychologisch tiefschürfend ist, und ausserhalb der Grenzen des Üblichen tritt".

Die Tiefland-Aufnahme von April 1963 wird von dem im damaligen Moment noch ziemlich jungen Dirigenten Hans Zanotelli (1927-1993) dirigiert.






Gramophone's Michael Oliver ("no weak link in this recording") sagt über Zanotelli, dass er die Musik klingen lässt, als ob er ein ganzes Leben lang 'Tiefland' bewundert und dirigiert hat. Ich weiss nicht, ob das so ist, aber Zanotelli lässt den Berliner Symphoniker jedenfalls lebhaft und in ganz genauer Wechselbeziehung mit den Solisten musizieren.
Zur Zeit der Aufnahme hatte Zanotelli einen Gastvertrag mit der Deutschen Oper Berlin. Daneben und davor dirigierte er in Augsburg, Bonn, Düsseldorf und Hamburg. Die künstlerische Laufbahn fing als Chor- und Operettendirigent an, und er war Leiter der Opernschule am 'Bergischen Landeskonservatorium'.

1967: LIVE-Ausführung a/d/ WIENER VOLKSOPER von 'TIEFLAND' mit Christiane Sorell (Marta), Ernst Gutstein (Sebastiano), Monique Lobasa (Nuri), Jens Flottau (Tommaso), Heinz Holecek (Moruccio), Else Liebesberg, Elisabeth Sobota, Henny Herze (Mädchen aus dem Dorfe), Adolf Dallapozza (Nando) und DIETFRIED BERNET (Dir.), Amateur-Aufnahme.

Rudolf Schock & Christiane Sorell (1967)


















Rudolf Schock sang 1967 und 1968 die Rolle des Hirten Pedro nicht nur in Wien, sondern auch in Aachen, Wiesbaden und Osnabrück. Am 26. Januar 1967 fand die 'Tiefland'-Premiere in der Wiener Volksoper statt.
Wie verlautet, war Schock an diesem Abend erkältet.
Noch im Jahre 2007 lese ich, dass ein Musikliebhaber die neue Volksoper-Premiere von 'Tiefland' aus dem Jahre 1967 mit Begeisterung in Erinnerung hat! Er spricht vom "sensationellen Erfolg" mit einem "grandiosen Rudolf Schock".
Die technische Qualität dieser Live-Aufnahme ist beschränkt. Man bekommt den Eindruck, dass das Tonbandgerät nur auf einer Seite der Bühne beim dann und wann mitmurmelnden Bühnenpersonal gestanden hat. Das hat zur Folge, dass der Ton ab und zu schwächer ist, und das Orchester bei geschlossenem Vorhang sehr verhalten klingt. Aber ein Dokument ist es!


Rudolf Schock scheint tatsächlich erkältet zu sein, und der damals 51jährige Sänger sieht die Grenzen seiner vokalen Mittel möglicherweise noch etwas eher auftauchen, aber im übrigen geschieht dasselbe wie in der Studio-Aufnahme: Er singt und spielt die Grenzen einfach weg! In Einzelheiten gibt es Unterschiede mit der Hans Zanotelli-Aufnahme (Dietfried Bernet nimmt die Tempi bald langsamer, bald schneller), aber der grosse Effekt ist wieder da! Man hört, wie Schock in der 'Wolfserzählung', während er ungestüm weitersingt, im Eiltempo über die Bühne rennt. Erkältet oder nicht erkältet: er schont sich keinen Augenblick. In dem wiederum aufregenden Duett spürt man die enorme Spannung, die im Saal hängt. Es gibt kaum jemanden unter den Zuschauern, der hustet...

Die anderen Partien werden von renommierten, hauptsächlich österreichischen Sängern besetzt:
Die Marta wird vortrefflich von (Kammersängerin) Christiane Sorell (1933-2015) gesungen.
Ein einziges Mal (die Bühne ist eben eine verführerischere Umgebung als das kühlere Studio) ist ihr Schmerz etwas zu akzentuiert, aber es macht mir keine Mühe, an diese Marta zu glauben.





Ernst Gutstein (1924-1998), ein Sänger, der überall in der Welt (u.a. an der Metropolitan Opera in NewYork) gesungen hat, gibt alles in allem genommen einen guten Sebastiano ab. In der Finale des 2. Aktes singt er wohl etwas unter Druck, und er beschwört nicht die furchterregende Atmosphäre des Kollegen Gerd Feldhoff in der Studio-Aufnahme herauf.



Monique Lobasa setzt für die Nuri-Rolle ihre wohl geschulte Sopranstimme (Vgl. Angelika Fischer 1963) mit überzeugendem Resultat ein. Se beweist, dass das auf diese Weise auch möglich ist.
Monique Lobasa














Aus den drei Frauen (1963) sind 1967 drei Mädchen geworden, was eine einigermassen operettenhafte Stmmung hervorruft.

Adolf Dallapozza (1940- ), ein bekannter Tenor, hat eine prachtvolle, klare Stimme.
Karl-Ernst Mercker hat aber als Nando in der Aufnahme unter Zanotelli die bessere Textbehandlung.
Heinz Holecek (1938-2012) ist ein Allround-Künstler.







Aktiv als (Kammer)sänger (u.a. berühmt als Papageno in der 'Zauberflöte'), als Kabaretier, als Schauspieler und als Theaterregisseur.
Sein Moruccio mutet beim Zuhören ein bisschen übertrieben an, aber ich darf nicht vergessen, dass eine Live-Aufführung andere Ansprüche als eine Studio-Aufnahme stellt.

Dietfried Bernets Orchesterdirigat ist akkurat und hat Theateratmosphäre.

















Abschliessend fasse ich die nuancierte Kritik eines Augenzeugen an der gesamten 1967-Ausführung zusammen (Mit Dank an Herrn Ludwig Stumpff, der so freundlich war, mir den Text zuzusenden. Leider kenne ich den Namen des Augenzeugen nicht, aber wenn der Name nachträglich bekannt wird, füge ich ihn gerne zu):
"Tiefland.....Wien 1967...realistisches Stück...bühnenwirksam...Musik reizvoll....drei Hauptgestalten sind wirkliche Menschen...keine oberflächlichen Konfliktsituationen...mit Belcanto ist da nicht viel zu holen...wirksame, passende Darsteller...nie platte Rührseligkeit, sondern herb und drastisch....
SCHOCK: Intelligenz, Musikalität, Spieltalent...inzwischen oft heisere Bruststimme durch Erkältung..gerade deswegen verblüfft die Kontrolle, die er über sein Organ hat...Kaum meint man, ein hoher Ton würde ihm entgleiten, ein Vibrato würde eine Phrase in der höheren Mittellage verunstalten - da hat er die Gefahr schon behoben, hält den gefährdeten Ton stramm aus, übersingt mit eiserner Willenskraft...Spielen kann man den Pedro nicht besser...eine zugleich kindliche und männliche Figur, fast auf Siegfried-Niveau...
SORELL: .... gesundes Bühnentemperament....GUTSTEIN: akzeptabel, Mittellage angenehm, enge Höhe....LOBASA: reizend und liebenswürdig...Von den übrigen macht besonders HOLECEK als Moruccio eine gute Figur. Der Beifall war ausdauernd, quantitäts- und intensitätsmässig über dem langjährigen Volksoperndurchschnitt.....

Krijn de Lege, 30.1.2008/26.8.2016

22.01.08

RUDOLF SCHOCK sings EUGEN D'ALBERT





























EUGEN D'ALBERT (1864 - 1932)
wordt 1864 in Schotland geboren uit een Engelse moeder en een Frans/Italiaanse vader. Hij krijgt pianoles van niemand minder dan Franz Liszt en lessen compositieleer van Arthur Sullivan (1842-1900), die samen met tekstschrijver William Gilbert beroemd is geworden als componist van Engelse operettes zoals 'The Mikado', 'Patience', 'The Gondoliers', 'H.M.S. Pinafore' én van het lied 'Onward Christian Soldiers'.
Het valt op, dat Sullivan zijn leerling Eugène d'Albert al op 17-jarige leeftijd uitnodigt één van zijn ''musical-comedies' om te werken voor piano en omgekeerd de ouverture van zijn 'Patience' (lievelingsoperette van Koningin Victoria!) speelklaar te maken voor orkest. Het is maar dat u het weet, als u deze Sullivan-ouverture op CD/DVD hoort of ziet!

Eugène d'Albert wordt wereldberoemd als concertpianist (Beethoven-specialist!). Later geeft hij echter de voorkeur aan zijn activiteiten als componist. Bovendien laat hij zich tot Duitser naturaliseren en verandert hij zijn voornaam in Eugen.
Hij schrijft zo'n 20 opera's, waarvan 'TIEFLAND' tot de dag van vandaag stevig repertoire heeft gehouden. Van zijn andere theaterwerk komen alleen zo nu en dan 'Die toten Augen' en de eenakter 'Die Abreise' nog tot live-uitvoering en/of CD-opname.

TIEFLAND (1903)
is eigenlijk het enige belangrijke muzikale werk van het Duitse verisme ('Realismus'), dat rond 1900 in Duitsland het literaire proza domineert.
Zoals ik bij Adolphe Adam al beknopt aangaf, houdt het verisme (it.:'verismo') zich bezig met mensen in de onverschillige realiteit van het leven. Een veelal onbarmhartige realiteit, waaraan de mens met huid en haar is overgeleverd. Nog niet met als begrijpelijk volgende stap de sociale opstand, die het grote geluk voor iedereen dichterbij zou moeten brengen. In het 'poëtisch realisme' (het toegevoegde bijvoeglijk naamwoord kan als late echo van de Duitse romantiek worden gezien) volstaat echter zoiets als klein geluk, dat soms in het een of andere isolement bereikbaar is.
Bizets 'Carmen' van 1875 ('reality' in de sigarettenfabriek, het leger, de arena en tussen de smokkelaars) ondergaat al invloeden van deze stroming. Later staan in Italië 'Cavalleria Rusticana' (zich afspelend op het platteland van Sicilië) en 'I Pagliacci' (over het wel en vooral wee van een rondtrekkende komediantengroep) overduidelijk model voor het ware leven.Vervolgens geldt dat ook voor de opera's van Puccini, Giordano en Ciléa en in Duitsland is 'Tiefland' de waardige representant:
Aan de Spaanse kant van de Pyranese bergen (de operahandeling is gebaseerd op een Spaans toneelstuk) woont het geluk van de herders Pedro en Nando met hun schapen. In het laag gelegen dal (het 'Tiefland') woont het ongeluk van Marta, die vanaf 13-jarige leeftijd is misbruikt door de grootgrondbezitter Sebastiano.
Sebastiano raakt in ernstig-financiële problemen. Hem valt echter de eenmalige gelegenheid in de schoot een rijke vrouw te trouwen. Omdat hij Marta niet kwijt wil, krijgt hij de creatieve gedachte haar in een leegstaande molen te parkeren samen met de naïeve Pedro. Hij arrangeert daartoe zelfs in grote haast een huwelijk tussen beiden. In het middelpunt van de opera staat dan de liefdesnacht, waarin Pedro door Marta naar een andere kamer wordt gestuurd en Sebastiano zijn opwachting maakt. De opera eindigt optimistisch. Sebastiano wordt door Pedro uitgeschakeld en Marta (die intussen intens van Pedro is gaan houden) laat het laagland definitief achter zich en trekt met Pedro de gelukkige eenzaamheid van het hooggebergte in.

Wat het imago van deze opera veel kwaad heeft gedaan (en nog altijd doet) is het feit, dat zij bekend staat als "lievelingsopera van Adolf Hitler". (Wel is het zo, dat ik ook eens las, dat 'Lohengrin' de "lievelingsopera van Hitler" was en 'Die lustige Witwe' zijn "lievelingsoperette"). Het gevolg is, dat 'Tiefland' als "muzikale favoriet" van Hitler "besmet" is verklaard. De toon, waarop over deze muziek wordt geschreven of gesproken, is niet zelden schamper en minachtend. Op internet las ik bv. een bijdrage uit 2007 van iemand, die naar aanleiding van een toenmalige Tiefland-première aan de Weense Volksopera boos schrijft, dat hij "aan deze Blut und Boden-rommel op nationaal-socialistische grondslag" geen enkele behoefte heeft.
Daar komt nog bij, dat de getalenteerde, maar in en na de 2e wereldoorlog moreel omstreden Duitse cineaste Leni Riefenstahl een film maakte, die op de opera 'Tiefland' gebaseerd was. De eerste opnamen werden in 1934 op locatie in Spanje gedraaid en vervolgens sleepte het project zich gedurende twee decennia voort. In 1941 mocht Riefenstahl voor de figuratie gebruik maken van zigeuners uit het gevangenenkamp Maxglan als 'bewoners van het Tiefland', maar na de oorlog werd zeer waarschijnlijk geacht, dat een deel van deze figuranten kort na de filmopnamen naar Auschwitz waren getransporteerd. Een proces hierover in 1949 liep voor Leni Riefenstahl formeel positief af, maar in het veel meer invloed hebbende informele circuit werd zij voor altijd gezien als 'gevallen engel'. Dit was dan ook de titel van een Nederlandstalige Riefenstahl-monografie uit 2000, waarin filmpublicist Thomas Leeflang 'leven en werk van Leni Riefenstahl' bespreekt en op blz. 132 opmerkt, dat Riefenstahl altijd al belangstelling voor 'die schemerige opera van Eugen d'Albert' had.
In 1954 ging 'Tiefland' eindelijk in première en - wat te verwachten viel - de film werd door de kritiek met de grond gelijk gemaakt.

Terug naar "die schemerige opera" uit 1903:
Muzikaal en dramaturgisch is 'Tiefland' een volkomen helder en meeslepend werk, dat vele dramatisch uiterst effectieve scenes kent. Luister naar de treurmuziek tijdens de onheilspellende gang van Pedro en Marta naar de kerk voor hun gemanipuleerde huwelijksinzegening, naar Pedro's 'Wolfserzählung' en het daarop aansluitende duet in de schokkende huwelijksnacht. Naar de ensembles met de treiterende vrouwen en daar scherp mee in tegenstelling de argeloosheid van het meisje Nuri, dat door Marta in bescherming wordt genomen, omdat zij haar eigen jeugd in die van het kind herkent. Naar de muzikale schildering van de verschillen tussen het geluk van de goede bergen en de leugenachtige mentaliteit van het ongelukkige 'dorp in het laagland' (metafoor voor de wereld) en naar de karakterisering van het schuldig-schuldloze middelpunt Marta, die, als zij uiteindelijk toch verliefd is geworden op Pedro, jaloers wordt op Nuri, omdat Pedro doodgewoon aardig voor het meisje is.
Zonder voorbehoud kan ik zeggen, dat deze opera in de loop der jaren één van míjn lievelingsopera's is geworden.

DE OPNAMEN MET RUDOLF SCHOCK
Achterin de kleine Schock-biografie, die Friedrich Herzfeld in 1962 publiceert, somt Schocks platenmaatschappij Electrola zijn toenmalige operaopnamen op, waaronder 'Die toten Augen' van d'Albert. Ik ben deze opname nooit tegen gekomen en twijfel er dan ook aan, of zij bestaat. (Er worden in het lijstje trouwens nog twee opera's vermeld, waarvan ik nooit iets met Schock heb kunnen vinden: 'Rusalka' van Dvorák en 'Nabucco' van Verdi).

Van de opera 'Tiefland' zijn er evenwel twee complete opnamen.
Allereerst een studio-opname van Eurodisc (op LP en daarna CD en later nog eens op CD uitgebracht door RCA/BMG). Ten tweede een - alleen in privé-bezit bestaande - amateur-opname van de live-première aan de Weense Volksopera in 1967.

1963: Studio-opname van 'TIEFLAND' (Eurodisc/RCA/BMG) met Isabell Strauss (Marta), Gerd Feldhoff (Sebastiano), Angelika Fischer (Nuri), Ivan Sardi (Tommaso), Ernst Krukowski (Moruccio), Margarete Klose, Martha Musial, Alice Oelke (dorpsvrouwen), Karl-Ernst Mercker (Nando) en HANS ZANOTELLI (Dir.)

Rudolf Schock & Isabell Strauß

















Deze uitstekend klinkende opname diende in 1963/1964 als geluidsband voor een ZDF-TV-opvoering, die op YouTube is te zien. Maar, geacht SONY, herpublicatie in CD-geluidskwaliteit is dringend gewenst!
Bij de rolbezetting is met succes gestreefd naar een zo realistisch mogelijke enscenering.
Voor de rol van het jonge meisje Nuri (gezongen en gespeeld door Angelika Fischer) is gekozen voor een jonge, weliswaar beperkt geschoolde, maar hartveroverende sopraan (Muziekcriticus Michael Oliver vindt in 'Gramophone 2/1989', dat Fischer als een meisje van hooguit 12 jaar klinkt). Angelika Fischer is als jong meisje verbluffend geloofwaardig en ik herinner me, dat de
Nederlandse operacriticus Leo Riemens in 1963, toen de opname verscheen, laaiend enthousiast over haar was.
Angelika Fischer

















De vrouwen uit het dorp zijn niet jong meer en dat is goed te horen. De vooral als Wagneralt vermaarde Margarete Klose (1902-1968) en de al even bekende Martha Musial (1908-1995) zingen flakkerend, maar het effect is wel, dat we de dorpsvrouwen in levenden lijve voor ons zien.
Ernst Krukowski (geb. 1918) als Moruccio, de dorpeling die het duivelse draaiboek van Sebastiano van het begin af aan doorziet, is niet bekend geworden door zijn buitengewoon mooie stem, maar wel door zijn loepzuivere uitbeelding van allerlei typen en karakters.
De imposante bariton Gerd Feldhoff (geb. 1931 ) is als Sebastiano van kolossale allure: in vokale zin, maar ook als volkomen overtuigende vertolker van zijn (boosaardige) personage (Michael Oliver in Gramophone 1989: "Hij zingt met grootse expressie").







Isabell Strauss (1928 - 1973) zingt evenals Feldhoff met emotionele gloed. Op geen enkel moment glijdt zij af naar sentimentaliteit. Ze meent wat ze zingt (Michael Oliver: "Strauss zingt met een eerlijkheid, die ontroert").
Isabell Strauß












Het schokt mij, dat er op internet bijna niets over haar te vinden is, maar uit besprekingen van de Tieflandopname in het verleden en de tekst over haar in het Sängerlexikon 'Unvergängliche Stimmen' (Kutsch/Riemens 2e oplage 1982) blijkt, dat gerust mag worden aangenomen, dat zij na succesvolle optredens in Keulen, München, Bern, Amsterdam en Brussel voorbestemd was uit te groeien tot een ideale zangeres van Wagnerrollen zoals Isolde en Brünnhilde. Zo ver kwam het echter niet. In 1973 pleegde zij na een opvoering van Wagners 'Götterdämmerung', samen met de dirigent van die avond Fritz Janota, in een bos bij Oldenburg zelfmoord.

En dan Rudolf Schock: Er is eens geschreven, dat hij op sommige 'heldische' momenten van zijn rol tegen vocale grenzen oploopt. Dit is begrijpelijk, als we voor ogen houden, dat de rol van Pedro eigenlijk is bedoeld voor een (jugendlicher) heldentenor. Bovendien is Schock op het moment van de opname al aardig op weg naar de vijftig. Ik vermoed, dat als Schock deze opera (ook hij beschouwde deze opera als één van zijn lievelingsopera's) zo'n zes jaar eerder had kunnen opnemen, die grenzen nauwelijks of niet in beeld zouden zijn gekomen.
Maar Schock overschrijdt in deze rol van zijn leven (Riemens: "Misschien wel het allerbeste van hem op de grammofoonplaat!!!") op volkomen natuurlijke wijze de grens tussen opera en toneel. In feite heft hij die grens op.
Weer is het de unieke vereenzelviging van de zanger/vertolker Rudolf Schock met de te zingen en te spelen rol, die ons bij het beluisteren de adem doet inhouden. In de 'Wolfserzählung' maakt Schock het gevecht met de wolf zo invoelbaar als maar mogelijk is: nu eens razend verbeten, dan weer zwelgend in de poëzie van de sterren boven en het drup-pe-len-de ijswater achter hem. In het thrillerduet (Finale 1e akte) is het 'gesprek' tussen Marta en Pedro ongelooflijk spannend. Schock slaagt erin elke fase van de gemoedstoestand, die de misleide bruidegom moet doorlopen, voor de luisteraar invoelbaar te maken: na zijn plastische verhaal over het doden van de wolf beleven we achtereenvolgens de niet begrijpende verbijstering, als hij van Marta opdracht krijgt naar een andere kamer te verhuizen, de wanhoop over het al even onbegrijpelijke feit, dat zij hem ''slecht en schaamteloos" noemt en de verontwaardiging, dat hij verondersteld wordt alles te weten, terwijl niemand hem iets gezegd heeft en zijn oprecht goede bedoelingen worden miskend.
Tenslotte - als Sebastiano in Marta's kamer naast het vertek, waarin Marta en Pedro zijn, heel even een lamp aansteekt - is daar de ijle, ijzingwekkende muziek, waarin Pedro tegen Marta intens geschokt met halve zangstem (mezza voce op z'n effectiefst!)) angstig fluistert, dat hij een licht in de andere kamer meent te hebben gezien. Marta antwoordt bewogen, dat hij heeft gedroomd, waarna een zekere berusting in zijn lot en dankbaarheid voor de vrouw, 'die de hemel hem gegeven heeft', de overhand krijgen. Hij slaapt in met de woorden: 'De wolf komt nu niet.....". Michael Oliver schrijf in 'Gramophone 1989': "Schock is in splendid form". Hij prijst Schocks charme, goudeerlijke zang en stijlzekerheid. Andere critici spreken van 'een geloofwaardig, pakkend portret van de herder, die van zijn onschuld wordt beroofd' en van 'een vertolking, die psychologisch diepgravend is en buiten de kaders van het normale treedt".

De Tiefland-opname van april 1963 wordt gedirigeerd door de op dat moment nog tamelijk jonge dirigent Hans Zanotelli (1927-1993).













Michael Oliver van Gramophone ("no weak link in this recording") zegt over Zanotelli, dat hij de muziek laat klinken alsof hij gedurende zijn gehele leven 'Tiefland' bewonderd en gedirigeerd heeft. Ik weet niet of dat zo is, maar Zanotelli laat de Berliner Symphoniker in elk geval vitaal en met grote aandacht voor details musiceren.
Ten tijde van de opname had Zanotelli een gastverdrag met de 'Deutsche Oper Berlin'. Daarnaast en daarvoor dirigeerde hij in Augsburg, Bonn, Düsseldorf en Hamburg. Zijn artistieke loopbaan begon als koor- en operettedirigent en hij stond aan het hoofd van de opera-opleiding aan het 'Bergische Landeskonservatorium'.

1967: LIVE-uitvoering a/d WIENER VOLKSOPER van 'TIEFLAND' met Christiane Sorell (Marta), Ernst Gutstein (Sebastiano), Monique Lobasa (Nuri), Jens Flottau (Tommaso), Heinz Holecek (Moruccio), Else Liebesberg, Elisabeth Sobota, Henny Herze (dorpsmeisjes), Adolf Dallapozza (Nando) en DIETFRIED BERNET (Dir.) - amateuropname. 

Rudolf Schock en Christiane Sorell


















Rudolf Schock zong in 1967 en 1968 de rol van Pedro behalve in Wenen ook in Aken, Wiesbaden en Osnabruck.Op 26 januari 1967 vond de 'Tiefland'-première in de Weense Volksopera plaats.

Naar verluidt was Schock die avond verkouden. Nog in 2007 lees ik, dat iemand de nieuwe Volksoper-première van 'Tiefland' 40 jaar later met enthousiasme begroet (dit in scherp contrast met de mijnheer of mevrouw, die beslist geen kaartjes heeft gekocht en over wie ik het eerder in deze tekst had) en dat deze 'Tiefland'-liefhebber de herinnering aan het "sensationele succes" van 1967 met "een grandioze Rudolf Schock" nog altijd koestert.

De technische kwaliteit van de live-opname is beperkt. Je krijgt de indruk, dat de recorder aan één kant van de Bühne bij het zo nu en dan meemompelende toneelpersoneel heeft gestaan. Het gevolg is, dat het geluid af en toe zwak wordt en dat het orkest bij gesloten doek gesmoord klinkt. Maar een document is het!

Rudolf Schock lijkt inderdaad verkouden en de toen 51-jarige zanger ziet de grenzen van zijn vocale middelen mogelijk nog wat eerder opdoemen, maar voor het overige gebeurt het zelfde als bij de studio-opname: hij zingt en speelt die grenzen gewoon omver! Op details zijn er verschillen met de Zanotelli-opname (Bernet neemt de tempi nu eens wat langzamer en dan weer wat sneller dan Zanotelli), maar het grote effect is er weer helemaal. Je hoort Schock in de veeleisende 'Wolfserzählung' al zingend in sneltreinvaart over het toneel rennen. Verkouden of niet verkouden: hij ontziet zichzelf geen moment. Tijdens het opnieuw enerverende duet voel je de spanning, die in de zaal hangt: Er is nog nauwelijks iemand van het publiek, die hoest....
De andere rollen worden bezet door gerenommeerde, vooral Oostenrijkse solisten:
Marta wordt voortreffelijk gezongen door (Kammersängerin) Christiane Sorell (1933-2015).
Een enkele keer (de Bühne is daarvoor een verleidelijker plaats dan de koelere studio) is haar smart sterk aangezet, maar het kost geen moeite in deze Marta te geloven.

Christiane Sorell


















Ernst Gutstein


















Ernst Gutstein (1924 -1998), een zanger, die over de gehele wereld (waaronder de Metropolitan Opera in NewYork) gezongen heeft, is over het geheel genomen een goede Sebastiano. In de finale van de 2e akte staat zijn stem onder druk en hij roept niet de angstaanjagende sfeer van zijn collega Georg Feldhoff uit de studio-opname op.

Monique Lobasa (geb. 1941) 


zet haar wél geschoolde sopraanstem (Vgl. Angelika Fischer in 1963) met overtuigend resultaat in voor de rol van de jonge Nuri. Ze bewijst, dat het op deze manier ook kan.


De drie dorpsvrouwen zijn duidelijk jonger dan die van 1963 en dat levert een wat operette-achtiger sfeer op.
Adolf Dallapozza (geb. 1940), een bekende tenor, heeft een prachtige stem, maar Karl-Ernst Mercker doet in de opname onder Zanotelli meer met zijn Nando-tekst.
Heinz Holecek







Heinz Holecek (1938-2012) was allround-kunstenaar. Populair als (Kammer)sänger (o.a. als Papageno in de 'Zauberflöte'), als cabaretier, als toneelspeler en als theaterregisseur. Zijn Moruccio doet wat overgeacteerd aan, maar ik mag niet vergeten, dat een live-opvoering andere eisen stelt dan een studio-opname.

Dirigent Dietfried Bernet












De orkestdirectie van Dietfried Bernet (1940-2011) is to the point en sfeervol.

Afsluitend vat ik voor u samen de genuanceerde kritiek van een ooggetuige op de gehele uitvoering (met dank aan de heer Ludwig Stumpff, die zo vriendelijk was mij de tekst toe te zenden! Helaas weet ik niet de naam van de ooggetuige. Mocht die naam bekend worden, voeg ik hem graag alsnog toe!):

"TIEFLAND....Wenen, Januari 1967...realistisch werk, dat het op de Bühne goed doet...aantrekkelijke muziek...de drie belangrijkste karakters zijn mensen van vlees en bloed....geen oppervlakkige conflictsituaties....met belcanto is hier niet veel te bereiken...De zangers zijn goed gekozen en effectief....de uitvoering wordt nooit plat en sentimenteel, maar is bitter en direct...
Rudolf Schock: intelligentie, grote muzikaliteit en speeltalent...intussen vaak hese borststem door verkoudheid en juist daarom verbluft de controle, die hij over zijn vocale middelen heeft...Net denk je, dat een hoge noot hem zal ontglippen, een onbedoeld vibrato een in het hogere middenregister gezongen frase zal ontsieren, of hij heeft het gevaar al weer bezworen. Hij houdt de bedreigde toon met kracht aan, zingt er met ijzeren wilskracht overheen... Spelen kan men de Pedro-rol niet beter...een kinderlijke en tegelijk mannelijke figuur, bijna op Siegfried-niveau.
















Christiane Sorell:.....gezond theatertemperament....Ernst Gutstein: aanvaardbaar, middenregister aangenaam, smalle hoogte..Monique Lobasa: bekoorlijk en sympathiek...Van de overige rollen slaat vooral Heinz Holecek als Moruccio een goed figuur.
......de bijval na afloop van de voorstelling is langdurig en wat lengte en intensiteit betreft boven het volksopera-gemiddelde gedurende vele jaren...."

Krijn de Lege, 30.1.2008, geactualiseerd op 26.8.2016