06.03.07

RUDOLF SCHOCK IM TONFILM/AUF DVD 6.11.2015


Rudolf Schock im Tonfilm/auf DVD
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NEU:
' THE HAPPY WANDERER/DER FRÖHLICHE WANDERER' (Sänger Film aus dem Jahre 1955)

LINK: http://tenorschock.blogspot.nl/2015/11/rudolf-schock-singt-im-film-der.html























Rudolf Schock's song 'Ach, ich hab' in meinem Herzen', originally a duet from Norbert Schultze' s opera 'Schwarzer Peter (Black Peter)', became famous by this movie.

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Die Kinofilme


1950: ein erster Opernfilm

"Mitte Dezember 1950 trat eine amerikanische Fernsehgesellschaft an mich heran, um mit mir Ausschnitte aus Opern für die Television herzustellen. Das interessierte mich ganz besonders.......
Jetzt, 1950, konnte ich mich fachgerecht und mit weiterentwickelter Stimme präsentieren.
Die Amerikaner nahmen einige Fernsehszenen mit Opernarien und Duetten auf, die dann auch später in Deutschland gezeigt wurden, und zwar in den Stundenkinos zwischen Wochenschauen und Kurzfilmen. Ich war sehr stolz........"
(Rudolf Schock in seinen Erinnerungen aus dem Jahre 1985)

Schock in Mozarts 'Don Giovanni'
(Jahreszahl muss sein: 1950)
Der 'Europa-Film für US-TV', der ungefähr 60 Minuten dauert, existiert noch immer und die Rechte sind im Besitz des Bernd Bauer Verlags Berlin. Es scheint so zu sein, der Opernfilm brauche dringlich eine Restauration. Eine Initiative via Rob van Brinks Rudolf Schocksite zur Restauration kam voriges Jahr nicht voran. Was dabei auffiel war, dass die Initiative von Schockliebhabern kaum unterstützt wurde. Aber die meisten Tonaufnahmen gab es inzwischen glücklicherweise wohl auf CD: sechs schön digitalisierte Aufnahmen auf Relief  CR 3001 und die übrigen auf Myto 021064 als Zusatz zur famosen Aufnahme einer deutsch gesungenen 'Rigoletto' unter dem Dirigenten Ferenc Fricsay  mit Josef Metternich, Rita Streich und Rudolf Schock (NB: Es gibt diesen Zusatz nicht auf einer neueren Herausgabe derselben 'Rigoletto' auf dem label Audite!).
Schock singt in zehn Szenen aus Verdi-Opern: 'La Traviata', 'Il Trovatore', 'Aida' und 'Rigoletto', und er macht das in italienischer Sprache. Weiter singt er auf italienisch 'Il mio tesoro' aus 'Don Giovanni' von Mozart, auf französisch die Arie 'O paradis' aus 'L'Africaine' von Meyerbeer und auf deutsch Arien aus 'Les Contes d'Hoffmann' von Offenbach und 'Mignon' von Thomas.

1951: ein zweiter Opernfilm: 'Les Contes d'Hoffmann'

Eine phantastische Mixtur aus Film und Oper von Michael Powell und Emeric Pressburger, basierend auf Jacques Offenbachs geliebter Oper. Sir Thomas Beecham dirigiert die Musik in diesem englisch gesungenen Film und der Tenor Robert Rounseville singt die Titelrolle des Dichters Hoffmann. Spezifisch für den deutschsprachigen Markt wird eine deutsche Tonversion von 'Hoffmanns Erzählungen' mit Rudolf Schock hergestellt, worüber zu gegebener Zeit in 'RS singt Jacques Offenbach' mehr.
Viele Jahre nach dem Kino-Umlauf erscheint der Farbfilm auf Video. U.a. auch mit dem deutschen Tonband. Schliesslich bringt 2006 Arthaus/Kinowelt auf DVD 501263 eine frische, prachtvoll restaurierte Version international heraus, worauf auch die deutsche Version mit Schock, Streich, Schlemm und Metternich zu hören ist! Mit aller Deutlichkeit gesagt: Rudolf Schock ist als Hoffmann nicht zu sehen, aber wohl - ausgezeichnet -  zu hören.
Cover-Erwähnung Schock, Streich und Schlemm.
Der Name Metternichs fehlt 


























1953 - 1958: acht Hauptrollen in zwölf neuen Kinofilmen

Einige dieser Filme werden im deutschen (und österreichischen?) Fernsehen in zunehmendem Masse ausgestrahlt.
Es handelt sich dabei um die Operettenfilme 'Gräfin Mariza' (1958) und 'Czardaskönig' (1958), den italienisch gefärbten Film 'Die Stimme der Sehnsucht' (1956) und den Schubert-Film 'Das Dreimäderlhaus' (auch 1958).
Im deutschen 'Heimatkanal' waren neulich der Lehár-Film 'Schön ist die Welt' (1957) und der melodramatische 'Fröhliche Wanderer' (1955) zu sehen. Im 'Fröhlichen Wanderer' singt Rudolf Schock u.a. 'Ach, ich hab' in meinem Herzen'. Dieses Lied von Norbert Schultze, zusammen mit Richard Taubers 'Du bist die Welt für mich', wurden von Rudolf Schock zu unverwüstlichen Evergreens gemacht (siehe auch YouTube).

Bemerkenswert ist, dass Schocks vielleicht wohl bester Film 'Du bist die Welt für mich' in den letzten Dezennien selten im Fernsehen gezeigt wurde. Vor einem halben Jahrhundert wurde der österreichische schwarz-weiss Film aus dem Jahre 1953 in einem Atemzug zusammen mit jenem anderen Film über eine Sängerlegende 'The Great Caruso' genannt. Richard Tauber und Enrico Caruso galten (und gelten) bei einem breiten Publikum als fast mythologische Sängergestalten. Mario Lanza sang den Caruso und Rudolf Schock trat in Taubers Spuren. Der bekannte niederländische Opernkritiker Leo Riemens beurteilte Lanza als eine Fehlbesetzung. Schock als Tauber betrachtete er als eine viel seriösere Lösung. Carusos Film wurde in den Niederlanden bis vor einigen Jahren nahezu jedes Jahr gesendet. Der Tauberfilm niemals.

Der vom Erdboden verschluckte (schwarz-weiss) Zirkusfilm 'König der Manege' aus 1954 (von 'Sissy'-Regisseur Ernst Marischka, der auch 'Du bist die Welt für mich' und 'Das Dreimäderlhaus' drehte) tauchte vor einiger Zeit im deutschen Fernsehen (Heimatkanal?) und seit 2015 auf YouTube wieder auf (siehe auch 'Rudolf Schock zingt Friedrich von Flotow').

Kinofilme mit Rudolf Schock endlich auf DVD!

Schocks Kinofilme (worin er live zu sehen ist) erschienen nie kommerziell auf Video oder DVD vor dem Jahre 2007.






















Erst 2007 bringt Kinowelt 'Das Dreimäderlhaus' (DVD 501618) heraus, den dritten Film, den Rudolf Schock mit Ernst Marischka machte. Es ist wahrscheinlich, dass die Absicht der Herausgabe war, Karlheinz Böhm als Darsteller der Schubertrolle in den Mittelpunkt zu rücken. Schocks Name steht selbst nicht vorn auf dem DVD-Cover. Aber im Internet wurde sofort auf die für den Gesang und das Dreiecksverhältnis bedeutende Teilnahme von Schock als Schuberts Freund Von Schober hingewiesen. Im Artikel 'Rudolf Schock singt Heinrich Berté/FRANZ SCHUBERT' besprach ich Marischkas Film ausführlich. 























Ein Jahr später (2008) produziert Kinowelt die Rudolf Schündler-Verfilmung der Kálmán-Operette 'Gräfin Mariza' (DVD 502188) mit Rudolf Schock, Hans Moser und der Sopranistin Christine Görner als Mariza.
Natürlich bin ich Kinowelt für die Filme mit Rudolf Schock dankbar, aber sie scheint sich noch immer kaum des musikalischen Rufes von Rudolf Schock bewusst zu sein. Der Film bietet wenig ergänzende Information (ein extra Trailer ist nett, aber eigentlich überflüssig). Es wäre denn auch empfehlenswert, wenn Kinowelt in der Zukunft näher auf die Hintergründe ihrer historischen Musikfilme einginge. Jedenfalls mache ich das selber, wenn 'Rudolf Schock singt Emmerich Kálmán' dran ist.

Zum Rudolf Schocks 100. Geburtstag erscheint 2015 'Der fröhliche Wanderer'. Siehe den Link ganz oben für viel mehr Infomation!


(Auf YouTube sind Fragmente aus 'Gräfin Mariza', 'Die Stimme der Sehnsucht', 'Schön ist die Welt' und 'Das Dreimäderlhaus' zu finden. Was die 'Gräfin Mariza' betrifft, gibt es da fast den ganzen Film in Fragmenten)

Die Fernsehfilme

Rudolf Schock war ganz früh am Fernsehmedium beteiligt. Schon im Jahre 1944 arbeitete er - zwischen seinen Erfahrungen an der Kriegsfront hindurch - an einer experimentellen Fernsehsendung der Strauss-Operette 'Die Fledermaus' mit. Er sang darin den Alfred. Von 1954 ab bis in die Siebziger trat Schock in dreizehn Opern und Operetten im Fernsehen auf.

Bis vor kurzem waren nur ausserhalb Europas Videos oder DVDs von 'Die Zirkusprinzessin' und 'Giuditta' aufzutreiben,. Heute (2015) kann Vieles auf YouTube genossen werden. 'Lulu', 'Noch 'ne Oper' und 'Die Zirkusprinzessin' erschienen inzwischen auf DVD.

1954: 'Fra Diavolo (Auber) und (seit 2015 auf YouTube!) 'Cavalleria rusticana (Mascagni)
1958: (Seit 2015 auf YouTube!)'Die schöne Galathee' (Franz von Suppé)
1959: 'Die Meistersinger von Nürnberg' (Wagner) - Live-Sendung aus Bayreuth (nur 1. Akt)
1961: (Seit 2015 auf YouTube!)'Si j'étais Roi' (Adam)
1962: 'L'elisir d'amore'(Donizetti) und (seit 2014 auf DVD!)'Lulu' (Alban Berg)
1963: (Seit 2015 auf YouTube!)'Tiefland' (d'Albert)
1964: (Seit 2015 auf YouTube!)'Viktoria und ihr Husar (Abraham)
1964: 'Der Zigeunerbaron' (J. Strauss Jr.)
1968: (Auf YouTube und auf DVD) 'Die Zirkusprinzessin' (Kálmán)
1970: (Auf YouTube)'Giuditta' (Lehár)
1971: 'Maske in Blau' (Raymond)
1979: (Auf DVD) 'Noch 'ne Oper' (Opernparodie von Heinz Erhardt)

Auf CD
Vortreffliche Tonaufnahmen von 'Fra Diavolo' und 'Cavalleria rusticana' sind auf CDs von Relief und Walhall erhältlich (siehe auch 'Rudolf Schock singt Daniel Auber').

Die Bilder sind (noch?) unerreichbar, aber der Ton der kompletten Bayreuther 'Meistersinger von Nürnberg' aus dem Jahre 1959 ist - in optima forma - auf CDs von Myto zu haben. 

Seit kurzem existieren einige, private DVDs von 'L'elisir d'amore (Der Liebestrank)'. Eurodisc brachte in den Sechzigern und Siebzigern die komplette 'L'Elisir d'amore' op LPs heraus (siehe die Uberarbeitung 2012 von 'Rudolf Schock singt Gaetano Donizetti', worin ich eine überraschende Entdeckung mache).
Cover LP-Album 'Der Liebestrank'




















Einige, private DVDs von 'Tiefland' existieren. In der Vergangenheit erschienen die Tonaufnahmen der vollständigen Fernseh-Oper bei BMG/Eurodisc und RCA auf CDs. Die Rechte müssen auf Sony/Eurodisc übergegangen sein.

Was den 'Zigeunerbaron' (Mai 1964) betrifft: Es ist unverständlich, dass noch kein einziger Produzent auf die Idee gekommen ist, diesen hervorragenden Fernsehfilm von Arthur Maria Rabenalt auf DVD herauszubringen. BMG/Eurodisc und RCA publizierten wiederholt die Tonaufnahmen auf CDs, und ich rechne mit einer baldigen Wiederveröffentlichung bei Sony/Eurodisc (NB: 'Der Zigeunerbaron' war übrigens Schocks erster Fernseh-Farbfilm).

Einige, private DVDs von Lehárs letzter Operette 'Giuditta' existieren. Aber ausserhalb Europas (jedenfalls in Japan!) wurde der Film auch einige Zeit kommerziell produziert. Wie schon gesagt, gibt es Fragmente auf YouTube. Möglicherweise steht uns in kurzem auch eine 'Giuditta'-DVD zur Verfügung.

'DIE ZIRKUSPRINZESSIN' (ARTHAUS MUSIK 101596)
wurde Anfang 2012 betont international auf den Markt gebracht. Der TV-Film wurde 1968 aufgenommen und April 1969 gesendet.
Eigentlich ist dieser Streifen nach dem Kinofilm 'König der Manege' (1954) Rudolf Schocks zweiter Zirkusfilm, und wiederum spielt Schock einen gefeierten Trapezkünstler. Aus dem Rollennamen 'Mister X' kann man jedoch einfach schliessen, dass er in diesem Plot zu einer angenehmen, offenen Atmosphäre im Zirkus wenig beiträgt. Aber dann sieht er die 'Märchenaugen' und macht er in menschlicher Hinsicht sofort gewaltige Fortschritte. Die Kamera von Regisseur Manfred R. Köhler nutzt das Zirkusmilieu dankbar aus, reagiert close auf die exotischen Ereignisse in der echten Manege einer echten Zirkusumgebung und filmt z.B 'Mister X' einfallsreich in der Garderobe, wenn dieser seinem dreifachen Spiegelbild gegenüber leidenschaftlich die 'Zwei Märchenaugen' der Fürstin Fedora Palinski (Ingeborg Hallstein) besingt. Der mit allen Operettenwassern gewaschenen Werner Schmidt-Boelcke dirigiert die Kálmán-Operette, und sowohl Ingeborg Hallstein als Rudolf Schock sind in Hochform. Selbstverständlich komme ich auf die 'Zirkusprinzessin' zurück, wenn ich zu gegebener Zeit Schocks zahllose Kálmán-Aufnahmen an mir (und Ihnen) vorüberziehen lasse.

Die Präsentation der DVD ist vorbildlich. Ein informatives Booklet rückt mit guten Texten (Englisch und Deutsch) die 'Zirkusprinzessin' und ihr Komponist ins rechte, musikhistorische Licht, fasst den Operetteninhalt effektiv zusammen, erläutert die Figur des 'Mr. X' in einem aparten Kapitel, geht auf das Phänomen 'Fernsehoperette in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts' ein und erzählt einiges über die Hauptdarsteller. Daneben gibt es im Booklet einige, schöne Szenenfotos. Sehr praktisch ist eine separate Auflistung von 33 (!) Tracks, wodurch man sich mühelos und ganz detailliert einzelne Szenen anschauen kann. Was die Subtitles betrifft, hat man die Wahl zwischen Deutsch, Englisch und Französisch.

Anno 2013!

1)DVD: 'Noch 'ne Oper', eine Opernparodie aus dem Jahre 1979 von Heinz Erhardt!

Mai 2013 erscheint bei Pidax Film (Art.Nr. 490275) der Fernsehfilm 'Noch 'ne Oper', ein 'musikalischer Spaß' von Heinz Erhardt. Viel mehr Information läßt sich unter 'Rudolf Schock singt Heinz Erhardt' finden!
























2) Drei DVDs mit OPERETTE aus Fernsehshows

März 2013 schon bringt Sony eine Operetten-Kassette mit 3 DVDs unter dem Titel 'Traumland Operette' heraus. Diese Kassette dokumentiert ausführlich den Charakter der großen ZDF-Fernsehshows aus (vor allem) den siebziger Jahren des vorigen Jhts., worin der Operette eine bedeutende Rolle vorbehalten war. Zu den zahlreichen Solisten gehört selbstverständlich auch Rudolf Schock.

























3) Auf DVD: Live-Ausführung von 'LULU', Oper von Alban Berg
Ende Juni 2013 produziert 'Arthaus Music', zusammen mit dem ORF auf DVD den Film der verspäteten Wiener Premiere aus dem Jahre 1962 von Alban Bergs 'LULU'. Zwischen dem Erscheinen dieser durch den Tod Alban Bergs (1935) nicht vollendeten österreichischen Oper und ihrer Wiener Erstaufführung klaffen wohlgemerkt 27 Jahre. In der historisch wichtigen Vorstellung singt die (2012 gestorbene) amerikanische Sopranistin Evelyn Lear die Titelrolle und Rudolf Schock die Rolle des in die Irre geführten Liebhabers Alwa. Dirigent ist Karl Böhm. Viel mehr Information unter 'Rudolf Schock singt Alban Berg'























Rudolf Schocks Fernsehfilme mit musikalischen Spaziergängen durch die deutschsprachige Landschaft lasse ich (noch) ausser Betracht. Sie kommen automatisch an die Reihe, wenn ich mich an seine zahlreichen Volkslieder-Aufnahmen heranwage.

Eigene Fernsehshows und die Konzerte

Rudolf Schocks  e r s t e  von zwei eigenen TV-Shows auf DVD






















Ende 2011 erschien "aus Anlass des 25. Todestages von Rudolf Schock" die DVD eines Sonderprogramms, das die ARD vor 45 Jahren unter dem Titel 'RENDEZVOUS MIT RUDOLF SCHOCK' ausstrahlte. Regisseur im Jahre 1966 war Ekkehard Böhmer. U.a. Werner Eisbrenner dirigierte, und außer Rudolf Schock sangen u.a. Wilma Lipp und Margit Schramm, Kurt Böhme und Willy Hofmann, der Rias-Kammer- und Kinderchor. Produzenten der neuen DVD waren CMO Music, RBB und ZYXmusic. Die Bestellnummer ist DVD 3202.

Der Film in prima schwarz/weiss Qualität  dauert gut drei Viertelstunden und ist in Kapitel eingeteilt (Einleitung, Oper, Operette, Volkslied usw.) Rudolf Schock moderiert das Programm selber, und er macht das angenehm sachlich.
Für die Musik benutzte man großenteils (Eurodisc-)Schallplattenaufnahmen und die altvertraute Playback-Technik. Das ist schade, aber so ging das früher, und so geht es heute oft noch. In Opern- und Operettenverfilmungen ist das sowieso unvermeidlich, es sei denn, dass es sich um Live-Vorstellungen handelt.
Meine Favoriten sind  die Arie 'Amor ti vieta' aus Giordanós 'Fedora' (siehe auch 'Rudolf Schock singt Umberto Giordano'), die Volkslieder, Lehárs von Schock  schön gesungenes 'Hab' ein blaues Himmelbett' aus 'Frasquita' und das köstlich-spielerische Bartolo/Almaviva-Duett aus dem 2. Akt von Rossinis 'Barbier von Sevilla'. Kurt Böhme (Bartolo) und Rudolf Schock (Almaviva) haben sicht- und hörbar ihren Spass an der Sondernummer. Und ich erwarte, Sie als Zuschauer auch.

>Der Schriftsteller Günther Grass ( u.a. 'Die Blechtrommel') ließ 1972 im Roman 'Örtlich betäubt' (ISBN 3 436 01504 0) Rudolf Schock im Hintergrund eines endlosen, aber aufschlussreichen Zahnarztbesuches figurieren. Ein älter werdender Studienrat, der je marxistische Ideale hatte, erinnert sich 1967 im "Rittergestühl" des Zahnarztes die von ihm erlittenen Niederlagen und fürchtet, es werden in der Gesellschaft, worin "örtliche Betäubung" Alltagswirklichkeit geworden sei, noch viele Niederlagen folgen. Sein Zahnarzt läßt, um den Patienten extra zu beruhigen (zu 'betäuben'), das Fernsehen dauernd laufen. Im Programm gibt es gerade eine Wiederholung des 'Rendezvous mit Rudolf Schock' aus dem Jahre 1966. Einige Male wird - ironisch - beschrieben, was Schock singt (u.a. ein Fragment aus der 'Fledermaus')<

Die äußerliche DVD-Gestaltung ist der Schwachpunkt. Um die an sich passende Information von Hans Schaffner (1984 stellte er die populäre CD 'Rudolf Schock, Stimme für Millionen' zusammen) auf der Hinterseite des DVD-Covers ganz lesen zu können, muss man - nach Entfernung der DVD - zuerst versuchen, sie aus der Plastikhülle zu ziehen. Wäre ein einfaches,
separates Booklet für die Erinnerungs-Ausgabe nicht angemessener gewesen? Die Photomontage auf der Vordersite des Covers - Schocks Porträtphoto ist deutlich auf einen Oberkörper im Frack montiert worden - weist auf Übereilung hin. Dessenungeachtet glaube ich, diese Herausgabe werde vielen Schockverehrern eine große Freude bereiten.

Rudolf Schocks  z w e i t e , eigene Fernsehshow auf DVD?
Das Programm wurde 1983 gesendet und war eine Koproduktion von ZDF und ORF. Die Sendung war abendfüllend und in jeder Hinsicht grossangelegter als das Rendezvous aus dem Jahre 1966. Das ist verständlich: Rudolf Schock schaute 1983 ja auf eine Sängerlaufbahn zurück, die ein halbes Jahrhundert gedauert hat.
Ich hoffe feurig, es gebe im Jahre 2015, dem 100. Geburtsjahr von Rudolf Schock, eine funkelnagelneue, prachtvolle Erinnerungs-DVD mit der Sendung 'Ich erinnere mich gern'!




















Rudolf Schocks  l e t z t e s 'Abend in Wien'-Konzert in den Niederlanden (1985) auf DVD

Im Jahre 2009 erschien in den Niederlanden eine kombinierte DVD/CD mit dem integralen 'Abend in Wien'-Konzert 1985 aus dem 'Concertgebouw Amsterdam'. Neben Rudolf Schock sangen Christina Deutekom und Marco Bakker. Franz Bauer-Theussl dirigierte das 'Noordhollands Philharmonisch Orkest'. Produzenten waren 'Omnium audiovisueel' und 'Tros'.

Es hat sich vor zwei Jahren herausgestellt, dass es für Musikliebhaber außerhalb der Niederlande möglicherweise schwierig ist, diese DVD/CD zu bestellen. Die niederländische Versandhandlung berichtete damals, nicht ins Ausland zu liefern. Hoffentlich hat 'Bol.com' inzwischen ihre Geschäftsführung geändert. Jedenfalls ist die Bestellnummer dieser farbigen, schön ausgestatteten Veröffentlichung: CW90011 Easy Classics.

Auf der CD hört man live Operettenfragmente von Offenbach, Stolz, J. Strauss Jr., Kálmán, Lehár, Millöcker, O. Straus und Abraham. Auf der DVD gibt es dasselbe Programm, aber auch den 'Gold und Silber-Walzer'(Lehár), die 'Donner und Blitz-Polka' und die 'Fledermaus'-Ouvertüre, beide von Johann Strauss Jr. Die Ton- und Bildqualität ist perfekt, und der 1985 siebzigjährige Rudolf Schock imponiert durch effektive Performance und unglaubliche Vitalität!























<Die 'Abend-in Wien'-Konzerte fanden in Belgien und den Niederlanden zwischen 1967 und 1986 fast jedes Jahr statt. Dirigenten waren - außerhalb Franz Bauer-Theussl - Robert Stolz, Willy Boskowsky, Nico Dostal und dessen Sohn Roman. Sopranistinnen waren u.a. Margit Schramm, Renate Holm, Marjon Lambriks. 'Leading Tenor' war nahezu immer Rudolf Schock. Nur 1969 (ernsthafte Probleme mit dem Herzen) und 1986 was dies nicht der Fall. Die Konzerte im Jahre 1970 fanden - glaube ich - nicht statt. Der Tenor Heinz Hoppe ersetzte Schock 1969. Ausgerechnet von diesem Konzert wurde eine LP (später auch CD) gemacht. Im Jahre 1986 war Anneliese Rothenberger der vokale Mittelpunkt, aber Schocks Abwesenheit wurde schmerzlich vermißt. Ab 1987 waren die Konzerte Musikgeschichte).

Krijn de Lege, 7. überarbeitete Version: 6.11.2015

Kommentare:

Gerhard Dongus hat gesagt…

Ich bin 75 Jahre alt und war ein großer Fan von Rudolf Schock. Es ist jammerschade, dass er nirgendwo eine DVD mit dem Spielfilm der 50iger Jahre "Du bist die Welt für mich" gibt. Auch das Fernsehen hat noch nie diesen schwarz-weiß-Film gezeigt.
Bitte wenn jemand doch diesen Film auf einem Tonträger haben sollte "Bitte melden"!!
gerhard.dongus@freenet.de

Elisabeth Schnubel hat gesagt…

Ich bin 63 Jahre alt und habe als Mädchen von 12 bis 14 Jahren alle damaligen Opern und Operetten die mit ihm verfilmt waren gesehen. Meine Mutter war zu dieser Zeit eine große Anhängerin von ihm. Und das hat sich auch auf mich übertragen und ist bis heute geblieben. Ich bin ebenso die DVDs und VHS-Kassetten am sammeln. Die DVDs habe ich alle aber ich werden jetzt leere VHS-Kassetten kaufen und alle Filme die ich im Fernsehen auftreiben kann aufnehmen. Nur die bringen leider nur immer den einen " Schön ist die Welt!. Ich kann ihn auswendig aber ich schaue ihn mir immer noch an. CDs habe ich mittlerweile über hundert von ihm. Ich hoffe das das Fernsehen den verfilmten "Zigeunerbaron" mit ihm bringt. Das wäre aller Ehre wert. Das war eine sehr schöne Operette und mit Herrn Schock einmalig. Er war halt ein einmaliger Mensch und ein bis jetzt von keinem anderen erreichter Sänger.
Es wurde auch mit ihm "Der Graf von Luxemburg" von Franz Lehar verfilmt. Auch diese Operette ist nicht zu finden.
Elisabeth Schnubel
Elisabeth@schnubel.net